Antischweißbehandlung mit Botox

Starkes Schwitzen kann unangenehm sein. Wenn das Deo nicht mehr hilft, kann eine Antischweißbehandlung mit Botox sinnvoll sein. Alternativ kommt eine Schweißdrüsenabsaugung in Frage. Wir erläutern den Ablauf.

Starkes Schwitzen, häufig sogar ohne Sport zu treiben, kann für Betroffene eine hohe seelische Belastung darstellen. Noch dazu leiden viele Menschen dann unter Kreislaufproblemen, die durch den erhöhten Flüssigkeitsverlust bedingt sind. Eine Antischweißbehandlung mit Botox kann eine Alternative sein.

Frau mit klarem Blick

Wenn auch allgemeine Maßnahmen wie gesunde Ernährung, Meidung synthetischer Bekleidung und Benutzen spezieller Deodorants nicht helfen, besteht die Möglichkeit zur Schweißdrüsenansaugungoder Antischweißbehandlung mit Botox.

Bei der Antischweißbehandlung wird in die betroffenen Gebiete Botox (Botulinumtoxin A) eingespritzt, das die Schweißproduktion hemmt.

Antischweißbehandlung mit Botox im Überblick

Die Antischweißbehandlung mit Botox ist kein operativer Eingriff und daher eher risikoarm.

Wirkung

  • Haltbarkeit: 3 – 12 Monate
  • Wirkung: nach ca. 4 Tagen
  • Gesellschaftsfähig: sofort
  • Narben: keine

Eingriff

  • Dauer: 15 Minuten
  • Betäubung: keine oder lokal
  • Klinikaufenthalt: keine
  • Schmerzen: leichtes Brennen

Risiken

  • Allgemeine Risiken einer Injektion wie Schwellungen, Hautreizungen
  • Nachbehandlung wegen Restaktivität einzelner Drüsen
  • Muskelschwäche
  • Risiken bei Überdosierung: Muskellähmungen, Übelkeit, Mundtrockenheit

Nachsorge

  • Kalte Kompressen
  • Am Tag der Behandlung keine körperlichen Anstrengungen
  • Duschen nach 3 Tagen möglich

Kosten

  • Ca. 400 bis 850 Euro

Was ist Botox?

Botulinumtoxin A (Botox) ist ein Nervengift, welches von Bakterien (Clostridium botulinum) produziert wird. Es gibt Unterarten dieses Toxins, die Klassifizierung erfolgt von A – I. Beim Menschen blockiert es die Übertragung von Reizen vom Nerv zu den Muskeln und zu Schweißdrüsen und Speicheldrüsen. Es kommt zur Muskelschwäche, Abnahme der Schweiß- und Speichelproduktion bis zu Lähmungen.

Lokal und dort in niedriger Dosierung injiziert, hemmt es nur die Schweißdrüsen.

Ablauf der Antischweißbehandlung

Vor dem Eingriff sollten Sie acetylsalicylsäurehaltiger Medikamente (wie z. B. Aspirin) absetzen.

Spritzen sind nicht schlimmVor der Injektion geht es darum, die Stellen mit erhöhter Schweißbildung zu finden. Dies erfolgt mit einer Indikatorflüssigkeit, die auf die Haut aufgetragen wird. Dort, wo sich die Flüssigkeit verfärbt, findet starke Schweißproduktion statt. An diesen Stellen erfolgt dann die Injektion, bei der natürlich auf allgemein sterile Umgebungen etc. zu achten ist. Vor der Injektion wird die Haut desinfiziert.

Bei Behandlung an den Hand-/oder Fußsohlen wird eine lokale Betäubung angewendet; ansonsten erfolgt der Eingriff ohne Betäubung.

Nach den Injektionen können kalte Kompressen genutzt werden,um Schwellungen und Brennen zu mindern. Am Tag der Behandlung sollten Sie keine körperlichen Anstrengungen unternehmen. Umfassendes Duschen sollten Sie erst nach 3 Tagen wieder machen.

Risiken

Eine Antischweißbehandlung mit Botox ist generell risikoarm, da es sich nicht um einen operativen Eingriff handelt. Trotzdem muss darauf hingewiesen werden, dass es sich beim Botulinumtoxin A um ein Nervengift (Toxin = Gift) handelt.

Bei extremer Überdosierung können die Wirkungen verheerend sein. Lassen Sie daher die Injektionen durch einen ausgebildeten Facharzt durchführen; meiden Sie Botoxpartys.

Normale Risiken und Komplikationen sind die Folgenden:

  • Nachbehandlung bei Restaktivität einzelner Drüsen
  • Blutergüsse, Hautreizung, lokale Infektion, Schwellung durch den Nadeleinstich
  • Muskelschwäche für 6-12 Wochen, falls das Toxin nicht nur die Haut, sondern auch die Muskeln erreicht
  • Müdigkeit, allgemeines Krankheitsgefühl

Bei einer extremen Überdosierung drohen ernsthafte Muskellähmungen.

Arztwahl

Wenden Sie sich unbedingt an einen erfahrenen Spezialisten, wenn Sie sich einer Antischweißbehandlung unterziehen lassen wollen. In Frage kommen vor allem:

  • Facharzt für Dermatologie
  • Facharzt für plastisch-ästhetische Chirurgie

Lassen Sie sich nicht auf Botoxpartys ein, da dort Laien das Toxin spritzen und sich die Gefahr der Nebenwirkungen massiv erhöht!

Kosten Antischweißbehandlung

Je nach benötigter Menge belaufen sich die Kosten auf ca. 400 bis 850 Euro. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, häufig werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen, da durch den erhöhten Schweißverlust auch medizinische Probleme auftreten können.

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Botulinumtoxin und Botox?

Während Botulinumtoxin das vom Bakterium produzierte Gift ist, stellt Botox einen Medikamentennamen dar, der auch rechtlich geschützt ist. Weitere Medikamente, die als Wirkstoff Botulinumtoxin A besitzen, sind zum Beispiel Dysport, Xeomin und Vistabel.

Kann nach einer Therapie wieder erhöhte Schweißbildung auftreten?

Das ist häufig der Fall, da die Drüsen nur blockiert wurden, jedoch nicht entfernt. Das Botulinumtoxin wirkt 3 – 12 Monate, danach kann eine Nachbehandlung nötig sein.

Gibt es Alternativen zur Antischweißbehandlung mit Botox?

Ja. Eine Schweißdrüsenabsaugung, d.h. eine Entfernung, ist eine dauerhafte Alternative. Es gibt auch andere Methoden, die ebenfalls operativ sind. Dabei werden dann die Schweißdrüsen rausgeschnitten.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Eine erhöhte Schweißproduktion bedingt einen erhöhten Flüssigkeitsverlust und dadurch kommt es bei den Betroffenen nicht selten zu Kreislaufproblemen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob solch ein medizinischer Anlass für eine Behandlung besteht. In diesem Fall übernehmen die meisten Kassen die Behandlung.

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