Augen lasern mit Lasek

Das Lasek-Verfahren (Laser Epitheliale-Keratomileusis) hat sich aus der PRK-Methode entwickelt. Lasek wird zur Behandlung von Kurzsichtigkeit (Myopie) bis ‑6 Dioptrin (dpt), Weitsichtigkeit (Hyperopie) bis +3 dpt und Stabsichtigkeit (Astigmatismus) eingesetzt. Im Gegensatz zur PRK-Methode wird das Deckhäutchen (Epithel) der Hornhaut nach dem Eingriff wieder auf das Auge gelegt. Es wird also nicht komplett entfernt. Abgrenzend […]

Das Lasek-Verfahren (Laser Epitheliale-Keratomileusis) hat sich aus der PRK-Methode entwickelt. Lasek wird zur Behandlung von Kurzsichtigkeit (Myopie) bis ‑6 Dioptrin (dpt), Weitsichtigkeit (Hyperopie) bis +3 dpt und Stabsichtigkeit (Astigmatismus) eingesetzt.

Im Gegensatz zur PRK-Methode wird das Deckhäutchen (Epithel) der Hornhaut nach dem Eingriff wieder auf das Auge gelegt. Es wird also nicht komplett entfernt. Abgrenzend zur Lasik-Methode wird nur der obere Teil der Hornhaut, das Epithel, einseitig abgelöst und zur Seite geschoben, statt einen tieferen Schnitt in die Hornhaut vorzunehmen. Damit können Fehlsichtigkeiten in geringerem Umfang als bei Lasik korrigiert werden, das Auge ist aber nach dem Eingriff stabiler. Die Lasek-Methode kann als am risikoärmsten unter den drei Methoden bezeichnet werden, ist jedoch postoperativ schmerzhafter als Lasik.

Lasek gehört zu den refraktiven Hornhautverfahren. Die Lasek-Methode wird gelegentlich auch ELSA (Excimer Laser Subepitheliale Ablation) genannt. Eine spezielle Lasek-Art des Abpräparierens des Epithels wird auch als Epi-LASIK bezeichnet.

Es gibt drei grundlegende Eingriffsarten mit Lasern zur Korrektur der Fehlsichtigkeit
  • PRK: Das Deckhäutchen (Epithel) der Hornhaut wird komplett entfernt. Im oberen Teil der Hornhaut findet das Lasern statt. Nach der Operation wächst das Epithel von selbst wieder nach
  • Lasek: Das Deckhäutchen der Hornhaut wird gelöst und zur Seite geschoben. Dann findet im oberen Teil der Hornhaut das Lasern statt. Danach wird das Deckhäutchen wieder vorgeschoben.
  • Lasik: Es wird tiefer in die Hornhaut geschnitten bzw. gelasert; dieser Teil wird zur Seite geklappt, die freigelegte Oberfläche wird abgelasert und danach wird der zur Seite geklappte Teil wieder vor das Auge geklappt.

Der Lasek-Eingriff im Überblick

 Anwendung

  • Bei Kurzsichtigkeit bis –6 dpt
  • Bei Weitsichtigkeit bis +3 dpt
  • Bei Hornhautverkrümmung bis 3 dpt

Wirkung

  • Ca. 3 Tage nach der Operation bereits gutes Sehvermögen erreicht
  • Spätere Schwankungen des Sehvermögens möglich
  • Gesellschaftsfähig: Nach wenigen Tagen

Lasek-Eingriff

  • Dauer: Wenige Minuten
  • Betäubung: Örtliche Betäubung durch Tropfanästhesie; der Patient kann zudem, falls gewünscht, eine Beruhigungstablette bekommen
  • Kein Krankenhausaufenthalt notwendig
  • Schmerzen: gering, aber größer als bei LASIK

Risiko

  • Normale postoperative Beschwerden, wie Brennen, Jucken und Fremdkörpergefühle für im Regelfall nicht mehr als 3 Tage
  • Schwankungen der Sehfähigkeit in den ersten Tagen nach dem Eingriff
  • Nachtsichtempfindlichkeit möglich, die oft nach mehreren Wochen von selbst wieder weggeht, in manchen Fällen aber bestehen bleibt
  • Überkorrekturen sind sehr selten
  • Erfolgschancen sind hoch, genaue Zahlen können aber nicht angegeben werden, da die Methoden zu schnell wechseln. Bestehende Studien geben Erfolgschancen (gewünschte Korrektur +/- 0,5 dpt) zwischen ca. 80% bis über 90% an

Nachsorge nach dem Lasek-Eingriff

  • Alles vermeiden, was die Augen belasten könnte (reiben, Sonne, Wasser, usw.), für ca. 2 Wochen
  • Therapeutische Kontaktlinse tragen
  • Autofahren, angestrengtes Arbeiten am Computer, längeres Lesen usw. vermeiden für einige Tage nach dem Eingriff
  • Augentropfen nehmen, um einer Entzündung vorzubeugen

Planung eines Lasek-Eingriffs

Vor der Augen-OP sollten einige grundsätzliche Fragen geklärt werden. Dies sollte in einem Termin mit Ihrem Arzt vor dem Eingriff geschehen.

Als erstes ist der Grad der Fehlsichtigkeit zu bestimmen. Lasek ist bei Kurzsichtigkeit bis –6 dpt, bei Weitsichtigkeit bis +3 dpt und bei Hornhautverkrümmung bis 3 dpt als Eingriffsmethode geeignet. Größere Fehlsichtigkeiten können durch Lasik korrigiert werden oder evtl. ist von einem Eingriff ganz abzuraten.

Sodann ist die Dicke der Hornhaut zu messen. Diese darf nicht zu dünn sein, um die Stabilität des Auges nach dem Abschaben von Teilen der Hornhaut nicht zu gefährden.

Zusammen mit dem Tätigkeitsprofil des Patienten muss dann mit dem Arzt die Methode der Wahl abgestimmt werden. Je höher die Gefahr von Augenverletzungen oder physischem Druck auf die Augen ist, um so mehr ist Lasek als Methode zu bevorzugen, da der Eingriff nur an der Oberfläche des Auges stattfindet und nicht die Stabilität der gesamten Hornhaut verringert.

Dann ist zu klären, ob in einem Lasek-Eingriff beide Augen gelasert werden sollen. Selbst wenn man sich für eine quasi simultanen Eingriff entscheidet, sollte man ein Tag Abstand zwischen den beiden Eingriffen lassen. Grundsätzlich gilt: Je mehr Risiken bestehen und je vorsichtiger man veranlagt ist, umso mehr spricht für eine deutliche Trennung des Eingriffs. Dagegen spricht die Notwendigkeit, sich Sehhilfen für eine Zwischenzeit besorgen zu müssen, wenn das eine Auge gemacht wurde, dass andere aber noch im alten Sehzustand ist. Wenn Sie beide Augen nicht direkt nacheinander machen lassen wollen, empfiehlt sich ein Abstand von mindestens 4 Wochen zwischen beiden Eingriffen – mindestens jedoch solange, dass Sie keine Nachwirkungen mehr vom ersten Eingriff haben und dessen Erfolg besser einschätzen können.

Der Lasek-Eingriff

Als Vorbereitung auf das Augenlasern beachten Sie folgende risikoreduzierende Maßnahmen:

  • Schminken Sie sich nicht am Tag des Eingriffs; legen Sie auch kein Parfum oder Eau de Toilette auf
  • Tragen Sie keine Kontaktlinsen für mindestens 2 Wochen vor dem Eingriff. Kontaktlinsen verändern die Form des Auges
  • Nehmen Sie sich ein paar Tage Urlaub, um nach dem Eingriff ausspannen zu können. Sie können nach dem Eingriff nur eingeschränkt am Straßenverkehr teilnehmen und sonstige, für die Augen intensive Tätigkeiten durchführen (z.B. Maschinenführung)

Zu Beginn des Eingriffs erhält der Patient Betäubungstropfen ins Auge. Zusätzlich kann nach Bedarf eine Beruhigungstablette gereicht werden. Die Augenlider werden mit einem Lidhalter fixiert und geöffnet.

Um die Hornhautabtragung durchzuführen, wird zunächst die oberste Schicht der Hornhaut, das Epithel, gelöst. Um dies zu erreichen, gibt es zwei Methoden:

  • Lasek: Durch Auftropfen von Alkohol
  • Epi-Lasik: Durch Abtrennen mit einem Präzisionsmesser (Mikrokeratom)

Bei der reinen Lasek-Methode wird mittels einer Alkohollösung die oberste Schicht der Hornhaut vom Rest gelöst und dann zur Seite geschoben oder gerollt. Bei der Epi-Lasik-Methode wird unter dem Operationsmikroskop mittels einer automatisch gesteuerten Klinge der obere Teil der Hornhaut gelöst und dann zur Seite geschoben.

Excimer-Laser beim Augenlasern

Mittels Excimer-Laser (Kaltlichtlaser, der besonders schonend ist) wird nun der freigelegte Bereich der Hornhaut abgeschliffen. In welchem Umfang, bestimmt sich aus dem Grad der Fehlsichtigkeit. Je größer diese ist, umso mehr muss „moduliert“ werden. Eine vorherige Messung der Hornhautdicke verhindert hierbei ein zu tiefes Abtragen der Hornhaut. Das Abschleifen dauert in etwa eine Minute.

Nach dem Abschleifen wird das Epithel wieder in seine ursprüngliche Lage zurück gebracht. Es saugt sich selbst fest, es bedarf also keiner weiteren Maßnahmen. Das Auge wird anschließend mit einer speziellen Kontaktlinse geschützt, das Auge selbst verbunden.

Augenlasern mit Lasek: Tipps zur Nachsorge

Nach dem Augenlasern sollten Sie sich von einer Begleitperson nach Hause bringen lassen. Treffen Sie dort die folgenden Sicherheitsvorkehrungen:

  • Nach der Augen-OP schützt der Arzt die Wunde mit einer therapeutischen Kontaktlinse. Sie sollten diese 4‑5 Tage tragen.
  • Das Auge selbst wird oft für wenige Tage mit einem Verband geschützt. Wenn nicht, gelten die folgenden Verhaltensregeln umso mehr
  • Reiben Sie sich nicht in den Augen
  • Vermeiden Sie Wasser im operierten Auge, ca. 1 Woche lang; achten Sie besonders beim Waschen darauf, nicht die üblichen Rituale durchzuführen
  • Nicht schminken um die Augen herum, um einem Hereinlaufen der Schminke vorzubeugen, ca. 1 Woche
  • Nicht ohne Sonnenbrille in die Sonne gehen, ca. 1 Woche
  • Keine besonderen Anstrengungen unternehmen, ca. 1 Woche
  • Nicht in die Sauna gehen, ca. 2 Wochen
  • Verzichten Sie für 2-3 Tage auf für das Auge anstrengende Tätigkeiten wie Autofahren, Lesen
  • Nach der Operation sollten Sie für einige Tage antibiotische und entzündungshemmende Tropfen einträufeln.

Ihr Arzt wird mit Ihnen weitere Termine zur Nachsorge vereinbaren, um den Heilungsverlauf und den Behandlungserfolg zu beurteilen und mögliche steuernde Maßnahmen einzuleiten. Treten Probleme auf, wie z.B. stärkere Schmerzen oder starke Sehveränderungen, kontaktieren Sie Ihren Arzt.

Risiko des Lasek-Eingriffs

Nach dem Augenlasern mit der Lasek-Methode können normale postoperative Beschwerden auftreten, z.B. Fremdkörpergefühle, allgemeine Schmerzen in Form von Drücken oder Brennen. Diese gehen im Regelfall nach einigen Tagen (ca. 3 Tage) weg; in seltenen Fällen kann dies auch länger dauern. Augentropfen lindern die Schmerzen.

Mit Sehschwankungen in den ersten Tagen ist zu rechnen. Diese können auch länger anhalten, was jedoch die Ausnahme ist. Zugleich tritt oft eine Einschränkung des Dämmerungs- und Nachtsehens ein, in Form von Halogonen (Lichthöfen) und Glaren (Glanzeffekten). Diese bilden sich meist von selbst zurück.

Die Anwendung der Instrumente selbst (Mikrokeratom, Excimer-Laser) birgt kaum Risiken. Eine Überkorrektur ist höchst selten. Mögliche Komplikationen können durch eine nochmalige Behandlung reduziert werden.

Allergische Reaktionen während oder nach dem Lasek-Eingriff sind sehr selten. Juckreiz, Rötungen und Hautausschlag sind unangenehm, klingen aber oft von selbst wieder ab. Stärkere allergische Reaktionen (z.B. auf Herz-Kreislauf) fordern regelmäßig ein sofortiges Handeln.

Entzündungen nach dem Eingriff sind selten. In den meisten Fällen beruhen sie auf einer Abwehrreaktion des Körpers und Führen zu einer Entzündung der Hornhaut. Diese Entzündung ist schmerzlos und in der Regel gut mit einer Tropftherapie zu behandeln, da es sich nicht um eine Infektion handelt. In seltenen Fällen kommt es zu einer bakteriellen Infektion. Diese lässt sich nur durch eine erneute Operation mit Spülungen des Hornhautscheibchens behandeln.

Bei Menschen mit Gewebeschwäche in der Hornhaut kann es, in sehr seltenen Fällen, zu einer Vorwölbung der Hornhaut kommen. Dies wird auch Ektasie oder Keratektasie (ein Ausleiern der Hornhaut) genannt. Dann kann eine Hornhauttransplantation notwendig sein.

Darüber hinaus, aber auch in sehr seltenen Fällen, können Sehnerven beschädigt werden (z.B. durch den Saugring, der das Auge fixiert), kann es zu Netzhautblutungen oder Einblutungen im Auge kommen oder können sich Narben in der Hornhaut bilden. Dies hat oftmals nicht korrigierbare Sehverschlechterungen zur Folge. Im Extremfall droht der Verlust des Sehvermögens.

Die Erfolgschancen in Summe sind hoch. Regelmäßig liegt die Wahrscheinlichkeit, eine gute Korrektur (+/- 0,5 dpt vom Optimum entfernt) zu erzielen, bei 80% bis über 90%, je nach Alter der Studie. Studien zeigen außerdem eine stabilere postoperative Regeneration bei Behandlung mit Lasek als mit PRK. Lasek als Methode ist risikoärmer als die PRK-Methode.

Leben ohne Brille nach dem Augenlasern

Beachten Sie zudem folgende Langzeitauswirkung: Durch den Schnitt zur Freilegung der Eingriffsfläche sowie die Abschabung der Hornhaut, wird die Messung des Augeninnendrucks sowie die Linsenberechnung im Zusammenhang mit dem Grauen Star erschwert. Dies müssen Sie Ihrem behandelnden Arzt vorab mitteilen.

Kosten des Lasek-Eingriffs

Kosten für einen Lasek-Eingriff werden im Normalfall nicht von der Krankenkasse übernommen. Krankenkassen beteiligten sich generell kaum am Lasern der Augen, die meist eher auch „kosmetischer“ Natur sind.Pro A uge muss man, für das Augenlasern mit Lasek, mit Kosten von 1.000 bis 1.500 Euro rechnen.

Häufige Fragen zur Lasek-Operation

Soll ich mir beide Augen auf einmal machen lassen?

Die Lasek-Methode ist zwar mittlerweile gut etabliert und erprobt, aber man kann nicht alle Risiken ausschließen. Für einen gleichzeitigen Eingriff kann mangelnde Zeit oder das als belastend empfundene Leben mit zwei stark unterschiedlich sehfähigen Augen zwischen den beiden Eingriffen sprechen..

Ist die Lasek-Methode besser als die Lasik-Methode?

Hier gibt es kein grundsätzliches „besser“ oder „schlechter“. Lasek ist ein weniger schwerwiegender Eingriff, obwohl er schmerzlicher gefühlt wird. Die Methode ist aber, im Gegensatz zu Lasik, nicht für größere Sehfehler geeignet. Lasek muss genutzt werden, wenn die Hornhaut bereits sehr dünn ist, z.B. weil schon vorher Eingriffe stattgefunden haben. Lasek wird Lasik bevorzugt, wenn die Lidspalten sehr eng sind.

Ist die Lasek-Methode besser als die PRK-Methode?

Die Lasek-Methode ist ein weniger schwerwiegender Eingriff. Da die PRK-Methode ansonsten kaum wirkliche Vorteile gegenüber der Lasek-Methode hat, sollte grundsätzlich die Lasek-Methode bevorzugt werden.

Wie hoch sind die Erfolgsaussichten bei der Lasek-Methode?

Regelmäßig liegt die Wahrscheinlichkeit, eine gute Korrektur (+/- 0,5 dpt vom Optimum entfernt) zu erzielen, bei 80% bis über 90% und steigen immer weiter an.

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