Bauchdeckenstraffung

Am Bauch sammeln sich gerne Fettpolster an. Nicht immer kommt man diesen mit gesunder Lebensweise bei. Dann kann eine Bauchdeckenstraffung gemacht werden, als Alternative zur Fettabsaugung am Bauch.

Fettansammlungen am Bauch sind jedem bekannt und vielen äußerst lästig. In vielen Fällen hilft gesunde Ernährung und Lebensweise sowie Sport. Es gibt aber auch Fälle, wo trotz großer Anstrengung nicht der gewünschte Erfolg erzielt wird. Dann kommt eine Bauchdeckenstraffung in Frage. Alternativ kann auch eine Fettabsaugung am Bauch helfen.

Frau mit straffem Bauch am Strand

Eine Bauchdeckenstraffung wird dann bevorzugt, wenn das Bindegewebe erschlafft ist oder die Haut einfach herunterfällt. Eine Fettabsaugung alleine hilft dann nicht. Dies sollte vorab detailliert durch mehrere Ärzte geklärt werden. Denn die Bauchdeckenstraffung ist ein äußerst umfangreicher und verhältnismäßig riskanter Eingriff.

Ein schlaffes Bindegewebe kann Folge mehrerer Schwangerschaften (oft begleitet durch Bewegungsmangel) oder auch einfach erblich bedingt sein. Die Haut kann sich evtl. nach einer umfangreichen Diät oder auch nach Schwangerschaften nicht mehr ausreichend zusammenziehen; sie kann ausgeleiert sein.

Nicht selten sind die schlaffen oder gar herunterhängenden Partien um den Bauch herum Ausgangspunkt für psychische Belastungen. Man traut sich nicht mehr in die Badeanstalt oder hat weniger Spaß am Sex.

Bauchdeckenstraffung im Überblick

Die Bauchdeckenstraffung gehört zu den umfassenderen Eingriffen im Bereich der plastischen Chirurgie.

Wirkung

  • Haltbarkeit: dauerhaft, bei gesunder Lebensweise
  • Wirkung: ästhetisch voll sichtbar nach einem halben Jahr
  • Gesellschaftsfähig: nach über 14 Tagen
  • Narben: sichtbar

Eingriff

  • Dauer: 2 - 3 Stunden
  • Betäubung: Vollnarkose
  • Klinikübernachtungen: ca. 5 Tage
  • Schmerzen: mittel, manchmal schwer

Risiken

  • Probleme nach der OP: normale operative Problemfelder wie Schwellungen, Blutgüsse und Schmerzen
  • Erhöhte Thrombosegefahr, reduzierbar durch entsprechende Medikamente
  • Ästhetisch unerwünschte Folgen: Zu starke Hautstraffung verzerrt Narben; ungleichmäßiges Arbeiten führt zu Dellungen und Asymmetrien

Nachsorge

  • 3 Wochen körperliche Schonung – auch kein Sex, danach leichte Bewegungen; Sport erst nach frühestens 2 Monaten
  • Erkältungen vermeiden, um die Bauchmuskeln (bei Husten beansprucht) zu schonen
  • 4 Wochen nicht baden
  • Sonneneinstrahlung im Operationsbereich vermeiden, ca. 2 Monate

Kosten

  • ab 5.000 Euro

Planung

Bevor Sie eine Bauchdeckenstraffung angehen, sollten Sie ein Gewicht erreicht haben, welches Sie langfristig halten können. Der Belastung einer Bauchdeckenstraffung sollte sich niemand aussetzen, wenn die Chance für eine erneute Notwendigkeit in naher Zukunft sehr hoch ist. Hier müssen Sie einfach ehrlich zu sich selbst sein.

Speziell bei Frauen gilt: Es sollte keine Schwangerschaft mehr geplant sein, welche die betroffenen Bauchpartien erneut stark strapazieren würde. Zudem könnte sich der Eingriff auch negativ auf die Schwangerschaft auswirken, wenn die Flexibilität er Bauchdecke durch den Eingriff stark eingeschränkt ist.

Als Vorbereitung auf die OP müssen die üblichen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden:

  • Kein Nikotin
  • Kein Alkohol
  • Keine gerinnungshemmenden Medikamente, wie z.B. Aspirin

Darüber hinaus sollten Sie sich vorab Übungen erläutern lassen, um die Bauchmuskeln zu stärken und diese bereits vor der Operation regelmäßig durchführen.

Zur konkreten Vorbereitung der Operation klärt der Arzt, wie die Narben zu „legen“ sind und wo der Nabel nach dem Eingriff sitzen soll. Dazu zeichnet der Arzt mit einem Stift am stehenden Patienten an, wo und wie viel Fettgewebe entnommen werden soll. Dabei ist es für den Arzt wichtig, Ihre Gewohnheiten zu kennen; denn die Narbe wird aufgrund des Umfangs des Eingriffs sichtbar sein. Idealerweise wird die Narbe so gelegt, dass sie unter Ihrer Bademode verschwindet. Dazu sollten Sie ruhig auch Ihren Badeanzug oder Bikini mitbringen. Dies erleichtert dem Operateur die Feinabstimmung.

Ablauf der Bauchdeckenstraffung

Die Bauchdeckenstraffung wird unter Vollnarkose durchgeführt. In seltenen Fällen, wenn der Eingriff nicht so umfangreich ist, kann mit einer speziellen örtlichen Betäubung (Tu­meszenz-Lokalanästhesie) gearbeitet werden. Die Bauchdeckenstraffung erfolgt normalerweise „traditionell“, d.h. mit großflächigen Schnitten. Nur in seltenen, weniger umfangreichen Fällen, kann durch mikro-invasive OP-Methoden die Belastung stark reduziert werden.

Nachdem der Patient in den Tiefschlaf versetzt wurde, nimmt der Arzt einen w-förmigen Schnitt zwischen den Beckenknochen vor. Der Schnitt setzt knapp oberhalb der Schamhaare an und reicht bis zum Nabel hinauf – die exakte Höhe hängt vom konkret zu entfernenden Fettgewebe ab. Der Nabel wird dabei umschnitten und bleibt mit der Bauchwand verbunden. Die Haut ist damit am unteren Ende gelöst und hängt oben fest. Entsprechend klappt der Operateur die Haut dann nach oben auf. Sodann wird die Haut von der Muskulatur gelöst und das darunter liegende Fettgewebe entfernt.

Bauch schlank & straff

In einigen Fällen, wenn die Bauchmuskeln stark erschlafft sind, strafft der Arzt die Bauchmuskeln, indem er sie durch Nähte zusammenfügt.

Anschließend wird der Hautlappen wieder nach unten geklappt. Da er zu nun zu lang ist (das Fettgewebe ist jetzt weniger und die Bauchmuskeln sind kompakter), müssen er gekürzt werden. An dieser Stelle ist besonders exakte Arbeit vom Operateur gefordert. Eine zu starke Kürzung führt zu einer zu starken Straffung der Bauchdecke mit Folgen für die Wundheilung, mögliche Komplikationen und das allgemeine Wohlbefinden. Eine zu geringe Kürzung führt nicht zum ästhetischen Erfolg.

Der Hautlappen wird nach der Kürzung mit dem unteren Wundrand vernäht. Die Vernähung erfolgt in mindestens drei Schichten. An der Stelle, wo der Nabel sitzen soll, wird ein Schnitt in die Haut durchgeführt, durch den der Nabel gezwängt wird.

Im Wundgebiet verbleiben kleinere Schläuche (Saug-Drainagen), um Blut und Wundflüssigkeit aus der Wunde unter der Bauchdecke abzutransportieren. Direkt nach der Operation wird dem Patienten ein Kompressionsmieder um den Bauch anlegt, um die wunde Zone zu stützen und die Ausleitung zu unterstützen.

Risiken

Bei der Bauchdeckenstraffung handelt es sich um einen großflächigen Eingriff. Daher müssen Sie mit den allgemeinen Risiken einer Operation rechnen, wie z.B.: Schwellungen, Blutergüsse, Nachblutungen und In­fektionen.

Daneben besteht eine erhöhte Thrombosegefahr, der jedoch mit entsprechenden Medikamenten vorgebeugt werden kann. In der Klinik sollten Sie diese Mittel auf jeden Fall erhalten.

Häufiger stirbt nach dem Eingriff auch Gewebe ab (ca. 2 Prozent), was eine Nachkorrektur erforderlich macht. Diese Nachkorrektur kann aber erst mit ausreichend Abstand vorgenommen werden. Man geht hier von 6 Monaten aus.

Da der Eingriff kompliziert ist, kann es auch leichter zu ärztlichen Fehlern kommen. Insbesondere aufgrund zu großer Kürzung des Hautlappens kann es zu einer starken Spannung der Bauchhaut kommen. Starke Durchblutungsstörungen können die Folge sein. Ebenso können die Narben unter zu starker Spannung stehen und damit schmerzen und wulstig werden.

Zu ästhetisch unschönen Ergebnissen führt auch eine ungleichmäßige Arbeit des Operateurs, so dass Dellen und Asymmetrien entstehen können.

Nachsorge

Der Patient muss nach der Operation ca. 5 Tage in der Klinik bleiben und dort Bettruhe einhalten. Nach ca. 2 Tagen werden die Blut und Wundflüssigkeit ausleitenden Drainagen entfernt. Das Kompressionsmieder müssen Sie für ca. 4 Wochen tragen, ohne Unterbrechung.

In der Klinik wird Ihnen ein Anti-Thrombosemittel gespritzt. Zudem sollten Sie Ihre Beine regelmäßig bewegen. Vermeiden Sie dabei aber eine Anspannung der Bauchmuskeln!

Bei größeren Schmerzen wird Ihnen der Arzt ein Schmerzmittel verschreiben.

Befolgen Sie folgende Anweisungen, um ein optimales Behandlungsergebnis zu erzielen:

  • Schonen Sie sich mindestens 3 Wochen; vermeiden Sie auch Sex und leichten Sport
  • Planen Sie eine Arbeitsaufnahme frühestens nach 2 Wochen ein, besser sind 3 Wochen
  • Ziehen Sie sich warm an bzw. vermeiden Sie Erkältungen: Durch Husten wird der Bauch zu stark beansprucht
  • Gleiches gilt für exzessives Lachen: Vermeiden Sie Comedy-Shows...
  • Ernsthafter Sport sollte erst nach 2 Monaten wieder aufgenommen werden, wenn die Nachuntersuchungen positiv verlaufen; etwas später sollten Sie auch ein spezielles Bauchgymnastik-Programm starten
  • Baden Sie für mindestens 4 Wochen nicht
  • Zur Schonung der Haut des Operationsbereichs sollten Sie Sonne vermeiden.
Ausruhen und Entspannen
Nach dem Eingriff sollten Sie sich ausruhen und entspannen

Die Fäden werden in mehreren Schritten gezogen. Nach ca. 2 Wochen werden die oberen Nähte, weitere 2 Wochen später die tieferen Nähte gezogen. Ihr Arzt wird mit Ihnen mehrere Nachuntersuchungen ansetzen. Wirklich „fertig“ mit dem Eingriff sind nach ca. 9 Monaten, denn der Eingriff zur Bauchdeckenstraffung ist umfangreich.

Arztwahl

Grundsätzlich kommt eine Reihe von Ärzten für diesen Eingriff in Frage:

  • Fachärzte für Ästhetische und Plastische Chirurgie
  • Fachärzte für Dermatologie
  • Fachärzte für Gynäkologie

Wichtig ist jedoch: Die Ärzte sollten diese Art von Eingriffen regelmäßig machen.

Kosten der Bauchendeckenstraffung

Die Kosten betragen ca. 5.000 Euro für eine Bauchdeckenstraffung.

Die Kosten für eine Bauchdeckenstraffung werden nur in seltenen Fällen von der Krankenkasse erstattet. Dies gilt generell nur, wenn ein „Krankheitsbild“ vorliegt und es nicht nur um eine ästhetische Operation handelt. Bei einem Bauchdeckendurchbruch ist dies der Fall. Dann werden oft Teile der Kosten übernommen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

 Gibt es Alternativen zur Bauchdeckenstraffung?

Alternativ kann eine Fettabsaugung am Bauch helfen, nicht aber bei stark erschlaffter Haut oder stark erschlafftem Bindegewebe. Denkbar ist Body-Lifting, welches jedoch nur dann Sinn macht, wenn auch an anderen Stellen erschlaffte Haut vorzufinden ist. Vor einer Bauchdeckenstraffung sollten die nicht-chirurgischen Alternativen ausgeschöpft worden sein, d.h. gesunde Ernährung, häufige Bewegung und aktiver Sport.

Sollte man Bauchdeckenstraffung und Fettabsaugung kombinieren?

Wenn Sie einen großen Fettanteil im Bauchbereich haben, kann dies Sinn machen, sonst nicht. Hier sollten Sie aber unbedingt alle anderen nicht-chirurgischen Möglichkeiten vorab ausgeschöpft haben.

Wie hoch ist das Risiko?

Bauchdeckenstraffungen sind umfangreiche chirurgische Eingriffe mit einem entsprechend hohen Risiko.

Verhindert eine Bauchdeckenstraffung eine Schwangerschaft?

Nein, aber es zu Unannehmlichkeiten führen, wenn die Haut im Bauchbereich ihre Flexibilität verloren hat, nun aber aufgrund der Schwangerschaft wieder gedehnt wird. Zugleich könnte eine nachfolgende Schwangerschaft das Operationsergebnis zunichte machen. Daher: Führen Sie eine Bauchdeckenstraffung nach dem Abschluss Ihrer Familienplanung durch.

Können alte Narben bei einer Bauchdeckenstraffung entfernt werden?

Das kommt darauf an. Narben, die von Blinddarmoperationen oder einem Kaiserschnitt stammen, können i.d.R. mit entfernt werden. Haben Sie andere, größere Narben, kann dies aber ein starke Gegenindikation zur Durchführung einer Bauchdeckenstraffung sein.

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