Behandlung mit Botox

Eine Botox-Spritze ist fast schon zum Konsumartikel geworden. Nehmen Sie diese Art der Faltenunterspritzung aber nicht auf die leichte Schulter. Wir informieren Sie zu den Details und geben Tipps zur Wahl des passenden Arztes.

Kleinere Fältchen und ausgeprägte Falten im Gesicht sind wohl die deutlichsten Zeichen des Älterwerdens, doch oft treten sie schon in einer Lebensphase auf, in der wir uns eigentlich noch gar nicht „alt“ fühlen. Eine Botox-Behandlung (Botulinumtoxin A) hilft, die Falten zu glätten.

Dazu zählt z. B. der Verlust von elastischen Fasern in der Haut oder die Schädigung der Hautzellen durch UV-Strahlen. Oft spielen dabei jedoch die sogenannten mimischen Muskeln eine entscheidende Rolle. Diese kleinen Muskeln setzen wir im Alltag meist unbewusst ein, um zum Beispiel die Stirn zu runzeln, zu lächeln oder die Augen zusammen zu kneifen. Da wir diese Bewegungen in unserem Leben unzählige Male in genau gleicher Art und Weise durchführen, verspannt sich die Muskulatur und erzeugt mimische Falten. Dazu gehören unter anderem Krähenfüße an den Augenwinkeln, Zornesfalten zwischen den Augenbrauen oder Sorgenfalten auf der Stirn.

Reine glatte Haut unterstützt die Ausstrahlung
Nicht alle Falten stören. Wenn doch, kann eine Botox-Spritze helfen

Mit Botulinumtoxin A können mimische Falten zumindest für einige Monate gezielt und ursächlich korrigiert werden. Diese Substanz, besser bekannt unter ihrem Handelsnamen, Botox, wird vom Bakterium Clostridium Botulinum produziert und ist eines der stärksten Nervengifte, das es gibt. Das Gift wird in hoher Verdünnung in die gewünschten Muskelpartien eingespritzt und legt diese für mehrere Monate lahm, für diese Zeit verschwinden auch die Falten über der Muskulatur.

Als minimal-invasives Verfahren, das ambulant und sehr rasch durchzuführen ist, ist die Faltenunterspritzung mit Botox zu einer äußerst populären Behandlungsmethode gegen Falten im Gesicht, am Hals und am Dekollete geworden.

Botox Behandlung im Überblick

Behandlungen mit Botox sind mittlerweile recht populär geworden. Der Eingriff gilt als recht risikoarm und einfach. Wir zeigen die Fakten im Überblick:

Wirkung

  • Haltbarkeit: ca. 3-4 Monate, nach wiederholter Behandlung auch länger
  • Wirkung: erste Effekte nach 3-5 Tagen, endgültiges Ergebnis nach ca. 14 Tagen erreicht
  • Gesellschaftsfähig: sofort; Rötungen, Schwellungen und Blutergüsse an den Einstichstellen sind möglich, können aber in der Regel mit Make-up kaschiert werden
  • Narben: keine

Eingriff

  • Dauer: ca. 10-30 Minuten
  • Betäubung: keine Anästhesie notwendig, Verwendung einer lokalanästhetischen Creme ist möglich
  • Klinikaufenthalt: nein, die Behandlung erfolgt ambulant
  • Schmerzen: gering, mit denen eines Mückenstichs vergleichbar

Risiken

  • unmittelbar nach der Behandlung: Blutergüsse, Rötungen, Schwellungen an den Einstichstellen, Kopfschmerzen, Übelkeit, allgemeines Krankheitsgefühl
  • Allergische Reaktionen
  • Infektionen an den Einstichstellen
  • Bei unsachgemäßer Injektion oder Überdosierung können vorübergehend Gefühlsstörungen und Lähmungserscheinungen im Gesicht auftreten. Die Folge sind z.B. Hängelider, Abstehen der Unterlider, Gesichtsasymmetrien und Sehstörungen. Diese unerwünschten Effekte bilden sich nach einiger Zeit von selbst wieder zurück.

 Nachsorge

  • In den ersten Stunden nach der Behandlung: Einstichstellen möglichst nicht berühren, körperliche Belastung und Sport vermeiden
  • Um den Behandlungserfolg zu optimieren, behandelte Muskelpartien am Behandlungstag noch wiederholt bewegen
  • Überschminken der Einstichstellen mit Make-up und vorsichtiges Waschen möglich
  • Für einige Tage: Sauna-Besuche und UV-Bestrahlung vermeiden
  • Nach 14 Tagen: Kontrolle des endgültigen Ergebnis durch den behandelnden Arzt

Kosten

  • ab 300 €

Planung

Wenn Sie sich einer Faltenunterspritzung mit Botox unterziehen wollen, sollten Sie sich zunächst einmal von einem Spezialisten beraten lassen, ob diese Behandlungsmethode für Sie geeignet ist.

Botox wird zur Korrektur von mimischen Falten verwendet, dies sind insbesondere:

  • Glabella-Falten zwischen den Augenbrauen (Zornes- oder Sorgenfalten)
  • Periorbitalfalten am äußeren, unteren Augenrand (Krähenfüße oder Lachfalten)
  • Stirnfalten (Denkerstirn)
  • Periorale Falten zwischen Oberlippe und Nase (Tabaksbeutelmund)
  • Kinnfalten
  • „Hängende Mundwinkel“, also von den Mundwinkeln nach unten ziehende Falten
  • Längsfalten am Hals und am Dekolleté

Mimische Falten können entweder dynamisch sein, d.h. sie verschwinden bei entspanntem Gesichtsausdruck oder aber sind statisch, d.h. sie bleiben auch sichtbar, wenn sich die Gesichtsmuskeln völlig entspannen.

Dynamische Falten verschwinden nach der Therapie relativ rasch, bei statischen Falten kann es einige Wochen dauern, bis sich die Haut durch ihre Eigenelastizität wieder glättet. Bei tiefen statischen Falten kann eine Anschlussbehandlung mit ergänzenden Verfahren, z.B. eine Unterspritzung mit Fillern nötig sein.

Unter bestimmten Umständen wird Ihnen der Arzt von einer Behandlung mit Botox abraten, dazu gehören: Schwangerschaft und Stillzeit, bestimmte Nerven- und Muskelerkrankungen und das Vorliegen akuter Infekte im Behandlungsareal. Außerdem sollten Sie zum Zeitpunkt des Eingriffs nach Möglichkeit keine blutverdünnenden Medikamente wie Aspirin einnehmen (ca. 2 Wochen vorher absetzen).

Eine Botox-Behandlung sollten Sie ausschließlich von einem Spezialisten durchführen lassen, der ausreichend Erfahrung mit der Behandlungsmethode hat. Dies kann ein Facharzt für Ästhetische und Plastische Chirurgie oder ein Facharzt für Dermatologie sein.

Ablauf der Botox Behandlung

Vor Therapiebeginn sollte sich Ihr Arzt genügend Zeit für ein Gespräch nehmen, in dem er Ihnen die Möglichkeiten und Grenzen einer Faltenkorrektur mit Botox genau erläutert und Sie über das zu erwartende Ergebnis aufklärt. Bei dieser Gelegenheit sollten Sie dem Arzt auch genau mitteilen, welche Falten Sie stören und wo Sie keine oder nur eine teilweise Faltenentfernung wünschen. Lachfältchen an den Augen beispielsweise verleihen dem Gesicht oftmals einen sympathischen und freundlichen Ausdruck und können daher auch nur zum Teil korrigiert werden.

Spritzen sind nicht schlimmAußerdem ist Ihr Arzt verpflichtet, Sie vor Behandlungsbeginn über die Risiken und unerwünschten Effekte der geplanten Therapie und über alternative Verfahren aufzuklären.

Nun beginnt die eigentliche Behandlungsplanung: Dazu wird der Arzt Ihr Gesicht in entspanntem Zustand und bei bewegter Mimik betrachten, um festzustellen, welche Muskelpartien für die störenden Falten verantwortlich sind. Mit Hilfe dieser Information wird daraufhin ein präziser Plan erstellt, der die Injektionspunkte und die jeweiligen Injektionsmengen genau festlegt. Diese Punkte werden dann im Gesicht eingezeichnet und mittels Photographie dokumentiert.

Zu Beginn der eigentlichen Botox-Behandlung wird die Haut sorgfältig gereinigt und desinfiziert. Die Therapie erfolgt ohne Anästhesie, bei Bedarf kann vorher eine lokalanästhetische Creme aufgetragen werden, was aber in der Regel nicht notwendig ist. Bevor der Arzt mit der Einspritzung von Botox beginnt, werden die geplanten Behandlungsareale gekühlt, um Schmerzen und spätere Rötungen oder Blutergüsse an den Einstichstellen zu vermeiden.

Nun wird mit einer feinen Injektionsnadel eine winzige Menge des stark verdünnten Wirkstoffs in die Muskulatur eingespritzt. Dabei sind meist zwischen 5 und 20 Einstiche notwendig, die aber nicht sonderlich schmerzhaft sind. Nach der Behandlung kann die Haut noch einmal gekühlt werden, um Schwellungen an den Injektionspunkten vorzubeugen.

Im Anschluss an die Botox-Behandlung können Sie die Praxis sofort verlassen.

Nachsorge

Um ein möglichst zufriedenstellendes Behandlungsergebnis zu erreichen, sollten Sie nach der Therapie folgende Ratschläge beachten:

  • Am Tag der Behandlung sollten Sie versuchen Druck auf die Injektionspunkte zu vermeiden; Berührungen, Massagen, Sport und andere körperliche Belastungen sollen also vermieden werden
  • Die Einstichstellen können auf Wunsch vorsichtig mit Make-up kaschiert werden
  • Sanftes Waschen ist sofort möglich
  • Die Muskeln im Injektionsgebiet noch am Behandlungstag einige Male aktiv bewegen
  • Frühestens 3 Stunden nach Verlassen der Praxis zu Bett gehen
  • Eine vermehrte Durchblutung im Gesicht sollte für einige Tage vermieden werden, verzichten Sie deshalb auf Augenbrauenzupfen, Sauna-Besuche und UV-Bestrahlung
  • Vereinbaren Sie nach ca. 14 Tagen einen Termin bei Ihrem Arzt, um das Ergebnis der Therapie kontrollieren zu lassen und etwaige weitere Behandlungsschritte zu planen
Ausruhen und Entspannen
Auch nach kleineren Eingriffen sollte man sich erstmal ausruhen

Risiken

Eine Faltenunterspritzung mit Botox gilt als sehr sicheres Therapieverfahren. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass sie von einem erfahrenen Spezialisten durchgeführt wird, denn schon kleine Fehler bei Injektionstechnik oder Dosierung können zu unangenehmen ästhetischen Folgen führen.

Unmittelbar nach der Behandlung kann es auch bei korrekter Durchführung zu Rötungen, Schwellungen und  Blutergüssen an den Einstichstellen kommen. Auch Juckreiz, Hautausschläge und Infektionen treten gelegentlich auf. Systemische Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Mundtrockenheit oder Übelkeit werden nur sehr selten beobachtet.

Wenn die Substanz überdosiert oder in die falschen Muskelpartien eingespritzt wird, können Lähmungen und Gefühlsstörungen im Gesichtsbereich auftreten.

Die Folgen sind

  • Bei Injektion im Augen- und Stirnbereich: Hängelider (Ptosis), Abstehen des Unterlides (Ektropium), gestörter Lidschluss, Sehstörungen, Herabsinken der Augenbrauen, Verstärkung von Tränensäcken und bereits bestehenden Fältchen am Auge
  • Bei Injektionen im Mundbereich: Eingeschränkte Mimik, Asymmetrie, hochstehende Mundwinkel, Schwierigkeiten beim Trinken und Essen, selten beim Sprechen
  • Im schlimmsten Falle wird die gesamte Mimik in einem Gesichtsareal blockiert und es entsteht vorübergehend ein sogenanntes „Maskengesicht“.

Bei erfahrenen Therapeuten sind solchen Nebenwirkungen nahezu ausgeschlossen. Die unerwünschten Effekte sind reversibel und verschwinden nach spätestens 6 Monaten von selbst, in einigen Fällen können Nachinjektionen nötig sein.

Nach wiederholter Behandlung mit Botox kann die Wirksamkeit in seltenen Fällen dadurch herabgesetzt sein, dass der Körper Antikörper gegen den Wirkstoff bildet. Meistens steigert sich jedoch der Effekt mit der Zahl der Behandlungen.

Arztwahl

Die Sicherheit einer Behandlung mit Botulinumtoxin kann nur dann gewährt werden, wenn sie von einem ausgebildeten und erfahrenen Spezialisten auf diesem Gebiet durchgeführt wird. Hierfür kommen folgende Fachärzte in Frage:

Beratung Arzt

  • Fachärzte für Ästhetische und Plastische Chirurgie
  • Fachärzte für Dermatologie

Von sogenannten „Botox-Partys“ muss in jedem Falle abgeraten werden, da in dieser Atmosphäre die nötige Professionalität für den Eingriff nicht gewährleistet werden kann.

Achten Sie im Beratungsgespräch darauf, dass der Arzt Sie auch über Nachteile und Risiken der Therapie ausführlich aufklärt und nach Ihren eigenen Erwartungen an die Behandlung fragt.

Kosten Botox Behandlung

Die Kosten für eine Faltenkorrektur mit Botulinumtoxin sind sehr variabel, je nachdem wie viele Injektionen und Wirkstoffeinheiten nötig sind.

Grundsätzlich muss man mit Kosten ab ca. 300 € für eine Behandlung rechen. Diese werden nicht von der Krankenkasse erstattet.

Häufige Fragen (FAQ)

Ich habe gehört, dass Boulinumtoxin A ein Gift ist, das tödliche Lebensmittelvergiftungen auslösen kann. Ist die Therapie damit gefährlich?

Nein, in der Medizin wird die Substanz schon seit vielen Jahren zur Therapie von verschiedenen Nerven- und Muskelerkrankungen eingesetzt, seit Anfang der Neunziger Jahre auch in der ästhetischen Dermatologie. Dabei werden so geringe Wirkstoffkonzentrationen verwendet, dass die Gefahr einer Vergiftung ausgeschlossen ist.

Kann es sein, dass nach der Behandlung meine Mimik komplett gelähmt ist?

Insbesondere bei unerfahrenen Therapeuten sind vorübergehende Lähmungserscheinungen im Gesicht nach der Behandlung möglich. Dabei sind aber immer nur einzelne Muskelpartien betroffen, in die Botox injiziert wurde. Diese Erscheinungen sind alle nur vorübergehend, bleibende Schäden nach der Therapie sind noch unbekannt.

Welche Alternativen zur Therapie mit Botox gibt es?

Ein weiteres minimal-invasives Verfahren zur Faltenbehandlung ist die Unterspritzung mit sogenannten Fillern, wie Hyaluronsäure oder Kollagen. Dabei werden die Falten „aufgefüllt“, aber nicht ursächlich behandelt. Bei sehr tiefen Falten kann es auch sinnvoll sein, die beiden Behandlungsoptionen zu kombinieren. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten, welche Therapie am besten für Sie geeignet ist. In bestimmten Fällen wird er Ihnen auch zu einem operativen Verfahren wie Facelifting oder einem gezielten Brauenlifting raten.

Welche Falten kann ich mit Botox behandeln lassen?

Mit Botox werden Mimikfalten korrigiert, das sind zum Beispiel Krähenfüße, Zornesfalten oder Sorgenfalten auf der Stirn. Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Gesichtsausdruck auch in Ruhe sehr angespannt wirkt, könnte die Therapie mit Botox für Sie geeignet sein.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Rate