Besenreiser entfernen

Beim Besenreiser handelt es sich um kleine Äderchen, die durch die Haut in blauer oder roter Farbe durchschimmern. Ab 30, stärker ab 40 Jahren, ist fast jede Frau davon betroffen; Männer sind deutlich weniger betroffen. Oft gibt es den Wunsch, den unschönen Besenreiser zu entfernen. Der Besenreiser tritt vor allem an den Beinen auf. Beliebte […]

Beim Besenreiser handelt es sich um kleine Äderchen, die durch die Haut in blauer oder roter Farbe durchschimmern. Ab 30, stärker ab 40 Jahren, ist fast jede Frau davon betroffen; Männer sind deutlich weniger betroffen. Oft gibt es den Wunsch, den unschönen Besenreiser zu entfernen.

Der Besenreiser tritt vor allem an den Beinen auf. Beliebte Gegenden sind die Unterschenkelinnenseiten, die Oberschenkelrückseite und die Kniekehlen. Ursache des Besenreiser sollen eine Bindegewebsschwäche sowie hormonelle Einflüsse sein, in deren Folge sich das Blut in den Venen staut. Hier ist sich die Wissenschaft aber noch nicht final einig.

Die Betroffenen leiden mehr oder weniger darunter, vor allem je nach Ausprägung. Ein weit verzweigtes „Besenreisernetz“ ist für die Betroffenen oft sehr unangenehm, insbesondere im Sommer, wenn man kurze Kleidung tragen will.

Wohlfühlen mit schöner Haut

Tritt Besenreiser im Gesicht auf, wird es Couperose genannt. Die Behandlung ist im wesentlichen gleich, wenn es auch ein paar Besonderheiten gibt.

Besenreiser sind eine milde Form von Krampfadern
Besenreiser sind eine Form von Krampfadern, denen allerdings keine medizinische Relevanz zugeordnet wird. Daher wird deren Behandlung auch von vielen Ärzten und teilweise gar Kosmetikern angeboten. Kleine, feine Verästellungen weisen auf Besenreiser hin. Bei richtigen Krampfadern sieht man oft bereits die stark hervortretende Krampfader und die entsprechende Stelle tut oft auch weh. Ausgeprägte Krampfadern dürfen nicht wie Besenreiser behandelt werden und es braucht Spezialisten zur Behandlung.

Die Entfernung von Besenreiser im Überblick

Zur Entfernung von Besenreiser gibt es drei Methoden: Verödung mittels Injektionsspritze, Verdampfung mittels Laser und Verklebung mittels Blitzlampentechnologie. Laser und Blitzlampentechnologie finden immer mehr Anwendung. Die Verödung wird aber bei einzelnen, größeren Äderchen oft bevorzugt.

Wirkung

  • Haltbarkeit: bei den behandelten Äderchen dauerhaft, aber Besenreiser kann an anderen Stellen entstehen
  • Wirkung: ästhetisch voll sichtbar nach mehreren Sitzungen
  • Gesellschaftsfähig: spätestens am folgenden Tag
  • Narben: keine

Eingriff

  • Dauer: 10-20 Minuten pro Sitzung
  • Betäubung: mit Betäubungscreme an der entsprechenden Stelle
  • Klinikübernachtungen: nein
  • Schmerzen: keine

Risiken

  • Probleme nach dem Eingriff: normale operative Problemfelder wie Schwellungen, Krusten, Bläschen
  • In sehr seltenen Fällen: Thrombosegefahr
  • Ästhetisch unerwünschte Folgen: Farbveränderungen der behandelten Stelle, die regelmäßig nach Wochen bis Monaten weggehen, aber auch dauerhaft bleiben können; Narbenbildung aufgrund Laserfehlbehandlung
  • Erfolg: Trotz korrekter Anwendung kann ein Erfolg im Sinne einer Verbesserung der Optik nicht garantiert werden; die Erfolgsquoten sind höher bei einzelnen Äderchen und geringer bei größeren Flächenrötungen

Nachsorge

  • Tragen von Kompressionsstrümpfen für ca. 1 Woche nach der Behandlung, insbesondere bei einem Eingriff an großflächigen Arealen
  • Vermeidung von Sonne und Sauna, für ca. 6 Wochen

Kosten Besenreiser entfernen

Abhängig von der Zahl der Sitzungen, bis zu 1.000 Euro

Zur Vorbereitung auf den Eingriff müssen verschiedene ärztliche Fragen geklärt werden
Es muss ausgeschlossen werden, dass es sich bei den Äderchen um Krampfadern handelt. Dies kann ein Facharzt für Phlebologie, also ein Venespezialist. Krampfadern müssen gesondert behandelt werden. Der Facharzt prüft ebenfalls, ob arterielle Durchblutungsstörungen (arterielle Verschlusskrankheit) vorliegen. Dies ist aufgrund des späteren Tragens der Kompressionsstrümpfe wichtig. Zudem sind Hautkrankheiten zu untersuchen und auszuschließen.

Besenreiser entfernen: So verläuft der Eingriff

Die Entfernung von Besenreiser kann auf mehrere Arten erfolgen:

  • Durch Verödung mittels Injektion
  • Durch Verdampfung mittels Laser
  • Durch Verklebung mittels hochenergetischer Blitzlampe
  • Durch Verkochung mittels elektrokaustischer Verfahren

Verödung (Sklerotherapie, Sklerosierungstechnik)

Zur Verödung wird eine spezielle Flüssigkeit in die entsprechenden Äderchen gespritzt. Dadurch wird eine Entzündung ausgelöst, die zu einem Verkleben der Vene führt. Damit fließt kein Blut mehr durch Vene, im weiteren Verlauf stirbt das Gewebe ab.

Die Prozedur ist fast schmerzfrei. Selten wird die Stelle mit einer Creme betäubt.

Verdampfung durch Laser

Eine Laserbehandlung wird oft dann angewendet, wenn der Besenreiser nicht stark ausgeprägt ist.

Das Hautareal wird zunächst mit einer Betäubungscreme behandelt und zusätzlich mittels Kühlbeuteln gekühlt. Mit dem Laser wird dann das erweitere Äderchen durch die gezielt erzeugte Hitze verschlossen. Physikalisch werden die roten Blutkörperchen anvisiert, welche das Licht in Wärme verwandeln. Die entstehende Hitze verschließt das Gefäß (sogenannte „selektive Photothmerolyse“). Es fließt kein Blut mehr durch die Vene und der Gewebeteil stirbt ab. Hier kommt die Erfahrung des Arztes zum Tragen: Bei ungenauer Anwendung des Lasers wird auch das umliegende Gewebe getroffen und beschädigt.

Bei der Laserbehandlung kann es zu leichteren Schmerzen kommen.

Zur Anwendung kommen zwei Laserarten, deren Eignung in der Fachwelt verschieden bewertet wird:

  • Argonlaser: Dieser wird insbesondere bei einzelnen Äderchen angewendet. Vielfach werden dem Argonlaser größere Nebenwirkungen angelastet. Daher ist zu empfehlen, auf einen Einsatz des Farbstofflasers zu bestehen
  • Farbstofflaser: Dieser hat sich insbesondere bei flächenhaften Rötungen bewehrt.

Verklebung mittels hochenergetischer Blitzlampe

Der Einsatz der Blitzlampe ist vergleichsweise neu. Das Verfahren wird oft auch nach dem Produkt „Photoderm VL“ bezeichnet, die Methode generell als Photoderm, nach dem zugrunde liegenden Effekt. Gelegentlich wird die Blitzlampe als ein Typ des Lasers dargestellt. Das ist rein technisch nicht richtig. Allerdings gilt auch hier das gleiche Prinzip:

Der Lichtimpuls kann betreffend seiner Wirkungstiefe angepasst werden. Durch Einsatz von Filtern können verschiedene Wellenlängen erzeugt werden. Kürzere Wellenlängen wirken eher an der Oberfläche, längere Wellenlängen eher in tieferen Schichten. Das Licht kann in mehreren Stößen und mit unterschiedlicher zeitlicher Verzögerung ausgesendet werden. Dadurch können auch größere Gefäße behandelt werden. Wie bei den anderen Methoden auch, wird bei korrekter Anwendung das umliegende Gewebe nicht geschädigt.

Mittels einer Software wird der Lichtimpuls auf die individuelle Gefäßsituation zugeschnitten. Der Lichtimpuls trifft die roten Blutkörperchen (das Hämoglobin) an der gewünschten Stelle. Diese wandeln den Impuls in thermische Energie um (dieser Effekt wird „selektive Photothermolyse“, seltener „Photodermolyse“ genannt). Dadurch werden die Gefäßte verklebt, sterben ab und werden abgebaut.

Beim Einsatz der Blitzlampe spürt der Patient ein kurzes Hitzegefühl, welches aber schnell wieder abklingt.

Da es sich nicht um eine Lasertechnologie handelt, ist der Umgang mit der Blitzlampentechnologie freizügiger. Die Blitzlampe sollte aber nur von Ärzten angewendet werden.

Besenreiser entfernen: Die Nachsorge

Sie können direkt nach der Behandlung nach Hause und auch am nächsten Tag wieder zur Arbeit gehen.

Reine Haut ist begehrt

Nach der Besenreiser Entfernung besteht eine sehr geringe Thrombosegefahr. Je umfangreicher das behandelte Areal ist, umso mehr müssen Sie darauf achten. Sie sollten daher für mindestens eine Woche Thrombosestrümpfe am entsprechenden Bein (oder beiden Beinen) tragen. War die Behandlungsfläche sehr klein, kann eine Umwicklung der betroffenen Stelle oder ein Druckpflaster ausreichen.

Befolgen Sie zudem folgende Anweisungen, um ein optimales Behandlungsergebnis zu erzielen:

  • Zur Schonung der Haut im Eingriffsbereich und zur Vermeidung der Entstehung von Pigmentflecken sollten Sie Sonne für ca. 6 Wochen vermeiden; wenn dies nicht geht, tragen Sie unbedingt Sonnenschutzcreme, die die UV-Strahlen blockiert
  • Gehen Sie für 4 Wochen nicht in die Sauna

Beachten Sie: Bei der Behandlung gibt es keine Erfolgsgarantie. In manchen Fällen wurde trotz professioneller Anwendung kein Fortschritt erzielt. Sie sollten die Ergebnisse der Behandlung zeitnah von Ihrem Arzt kontrollieren lassen und weitere Termine einplanen, zur Optimierung des Ergebnisses. Seien Sie aber auch konsequent und brechen Sie die Behandlungen ab, wenn sich nach spätesten drei Sitzungen kein Erfolg eingestellt hat.

Risiken bei der Entfernung von Besenreiser

Die Entfernung von Besenreiser darf nicht durchgeführt werden, wenn Sie früher einen Beinvenenthrombose hatten oder Sie bettlägerig sind. Dies wird vorbereitet durch den Fachart für Phlebologie geprüft, Sie müssen dies aber ehrlich angeben.

Die Risiken bei einer Entfernung von Besenreiser sind gering. In sehr seltenen Fällen kann es zu einer Thrombose kommen, insbesondere beim Eingriff durch Verödung. Ebenfalls beim Eingriff durch Verödung können braune Flecken entstehen, wenn der Arzt bei der Injektion nicht das Äderchen sondern das umliegende Gewebe getroffen hat. Die Flecken verschwinden aber nach regelmäßig nach einigen Monaten-

Ansonsten sind vor allem die bei Operationen typischen Nebenwirkungen zu erwarten: Schwellungen, Krustenbildung und Bläschenbildung. Letztere treten vor allem beim Einsatz von Lasern auf. Dem Argonlaser werden hier besonders starke Nebenwirkungen zugeschrieben. Beim Einsatz des Farbstofflasers kann eine Verfärbung der Haut auftreten. Je moderner der Laser ist, umso weniger treten Nebenwirkungen auf. Die genannten Effekte klingen jedoch regelmäßig nach Wochen, seltener nach Monaten ab. In wenigen Fällen bleibt eine Verdunklung der Haut dauerhaft bestehen.

Beachten Sie: Je großflächiger der Besenreiser ist, umso größer ist die Chance, dass die Behandlung nicht zum gewünschten Erfolg führt. Man hat also keine Erfolgsgarantie.

Arztwahl

 Grundsätzlich kommt eine Reihe von Ärzten für diesen Eingriff in Frage:

  • Fachärzte für Phlebologie (Venenheilkunde)
  • Fachärzte für Dermatologie
  • Fachärzte für Ästhetische und Plastische Chirurgie

Gute Arztwahl ist wichtig

Die Laserbehandlung wird jedoch von deutlich mehr Ärzten angeboten. Wichtig ist immer: Die Ärzte sollten diese Art von Eingriffen regelmäßig machen und generell eine entsprechende Zusatzausbildung haben.

Besenreiser entfernen: Die Kosten

Die Kosten pro Sitzung belaufen sich auf 100 bis 150 Euro. Sie müssen aber von ca. 3-7 Sitzungen ausgehen. Daher sollten Sie mit maximal 1.000 Euro Gesamtkosten rechnen.

Die Entfernung von Besenreiser und Couperose wird selten von den Krankenkassen übernommen. Es handelt sich nicht um einen medizinisch indizierten Eingriff.

Nimmt Couperose eine schwere Form an, man spricht dann von Rosacea, so übernehmen die Krankenkassen den Eingriff öfter. Allerdings sind dann andere Behandlungsmethoden angezeigt als die für Besenreiser und Couperose.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Besenreiser entfernen

Wie hoch ist die Erfolgsrate?

Genaue Quoten sind gegenwärtig nicht bekannt. Die Behandlung ist aber nicht immer erfolgreich. Sie sollten spätestens nach der dritten Sitzung einen Schlussstrich ziehen, wenn keine Besserung eingetreten ist.

Zu welcher Jahreszeit sollte man den Besenreiser entfernen lassen?

Wählen Sie die kalte Jahreszeit (also von Oktober bis März). Denn nach der Behandlung müssen Sie die Sonne eine längere Zeit lang meiden.

Kann man Besenreiser auch während der Schwangerschaft entfernen lassen?

Dies ist nicht empfehlenswert. Während der Schwangerschaft neigen viele Frauen zu Besenreiser und Krampfadern. Bestand die Problematik schon vor der Schwangerschaft, würden Sie daher zunächst keinen Erfolg feststellen. Besenreiser, der während der Schwangerschaft entstanden ist, bildet sich oft nach der Schwangerschaft zurück.

Sollte man Besenreiser auch bei dunkler Haut entfernen lassen?

Die Ergebnisse sind dann regelmäßig nicht zufriedenstellend. Von daher sollte darauf verzichtet werden. Je dunkler Ihr Typ ist, umso weniger werden Sie ohnehin von Besenreiser beeinflusst.

Welche Methode zur Entferrnung von Besenreiser ist die Beste?

Es gibt heute drei Methoden, die noch angewendet werden. Die Verödung mittels Injektionsspritze ist die älteste angewandte Methode. Die Verdampfung mittels Argon- oder Farbstofflaser ist neuer. Dem Farbstofflaser werden in Summe wohl leicht bessere Eigenschaften zugesprochen. Die Verklebung mittels hochenergetischer Blitzlampe ist die neueste Methode, die aufgrund des breiten Lichtspektrums die breitesten Anwendungsmöglichkeiten hat. Mit allen drei Methoden können in der Hand von Fachleuten gute Resultate erzielt werden.

Die Begleitrisiken sind bei Verödung durch Injektion leicht höher. Die (sehr geringe) Gefahr einer Thrombose ist dabei leicht höher. Ansonsten sind die Risiken generell sehr gering. Bei allen Methoden ist das umliegende Gewebe gefährdet, wenn der Arzt handwerkliche Fehler macht.

Alle Methoden sollten nur von Ärzten angewendet werden. Gerade bei der Blitzlampentechnologie ist dies nicht immer der Fall.

Werden die Kosten für die Entfernung von Besenreiser von der Krankenkasse übernommen?

Kosten werden so gut wie nie von der Krankenkasse übernommen.

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