Chemisches Peeling

Bei fleckiger, beanspruchter Haut kommt ein chemisches Peeling in Frage. Dabei handelt es sich, anders als bei einem kosmetischen Peeling, um einen Eingriff, der von einem spezialisierten Arzt durchgeführt werden sollte.

Täglich ist unsere Haut sowohl schädlichen Umwelteinflüssen als auch der UV-Strahlung ausgesetzt. Diese Faktoren haben Falten und Pigmentstörungen zur Folge und exakt diese Hautverunreinigungen sind es, die bei den Betroffenen zu einer allgemeinen Unzufriedenheit führen. Chemisches Peeling kann dann hilfreich sein.

Frau mit glatter Haut

Oftmals sind es nur kleine Veränderungen wie z.B. Knitterfältchen rund um Augen oder Mund, die uns älter aussehen lassen als wir es eigentlich sind. Auf dem Markt finden sich zahlreiche Cremes und Fruchtsäure-Peelings die diesen stetig voranschreitenden Alterungsprozess aufhalten sollen, oftmals jedoch nur mit mäßigem Erfolg.

Das chemische Peeling stellt eine effektivere, gleichzeitig jedoch auch aufwändigere und schmerzhaftere Möglichkeit dar, die natürliche Regeneration der Haut anzuregen und Effekte zu erzielen, die weitaus länger halten als solche die mit den herkömmlichen kosmetischen Verfahren erzielt werden können.

Chemisches Peeling im Überblick

Man unterscheidet tiefe und mitteltiefe chemische Peelings:

Wirkung

  • Haltbarkeit: Je nach Verfahren 1-2 Jahre (mitteltief) bzw. 2-5 Jahre (tief)
  • Wirkung: Effekt erst nach ca. 2-3 Monaten sichtbar
  • Gesellschaftsfähig: Je nach Verfahren nach 1 Woche (mitteltief) bzw. 2 Wochen (tief)
  • Narben: Als Komplikation bei unkontrolliertem Eindringen der Säure

Eingriff

  • Dauer: Je nach Verfahren 20-90 Minuten
  • Betäubung: Normalerweise ohne Betäubung, evtl. Lokalanästhesie und Dämmerschlaf
  • Klinikaufenthalt: Keiner
  • Schmerzen: Mittel

Risiken

  • Allgemeine Risiken: Starke Schmerzen, Schwellungen, gerötete Haut, Brennen, Jucken
  • Allergische Reaktionen
  • Infektionen
  • Bei unkontrolliertem Eindringen der Säure Narbenbildung
  • Herz- und Nierenschädigung (durch das Phenol, welches beim Peeling verwandt wird, kann es zu Unverträglichkeiten kommen)

Nachsorge

  • Nicht an der sich schälenden Haut kratzen oder zupfen
  • Während der ersten Woche nach der Operation nur auf dem Rücken schlafen
  • Gesichtsbewegungen soweit möglich vermeiden
  • Solange das Gesicht nicht abgeheilt ist nicht Schminken

Kosten chemisches Peeling

  • Mitteltiefes Peeling: Ab 800 Euro
  • Tiefenpeeling: Ab 2.000 Euro

Planung

GesichtshautChemische Peelings werden oftmals als „Facelift ohne Skalpell“ bezeichnet, was jedoch nur in sehr begrenztem Maße zutrifft. Chemisches Peeling macht vor allem bei Alterserscheinungen der Hautschichten, wie z.B. kleinen Fältchen, ledrig aussehender Haut, Pigmentstörungen (z.B. Sommersprossen, Altersflecken), Ober- und Unterlidschlaffheit und Verfärbungen nach Akne Sinn. Bei stark vorangeschrittener Erschlaffung des unter der Haut liegenden Bindegewebes stößt das chemische Peeling schnell an seine Grenzen. In solchen Fällen kann eher eine chirurgische Lösung, wie z.B. ein Stirn- oder Brauenlifting, bzw. ein komplettes Facelifting, in Betracht kommen. Fragen sie ihren Arzt während des Beratungsgesprächs deshalb auch nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten.

Mitteltiefe und tiefe chemische Peelings führen zu starken Auswirkungen auf der Gesichtshaut. Seien Sie sich bewusst, dass diese Form des Peelings nichts mit den von Kosmetikerinnen durchgeführten „sanften“ Peelings mit Fruchtsäure zu tun hat, bei denen lediglich die Hornschicht und die oberen Schichten der Oberhaut beeinflusst werden.

Eine chemische Schälkur beispielsweise mit Trichloressigsäure oder Phenol nimmt mit Vorbereitung und Nachbehandlung einen Zeitraum von ca. 2 Monaten in Anspruch und sollte deshalb zeitlich gut geplant sein, da die Gesellschaftsfähigkeit innerhalb dieses Zeitraums eingeschränkt ist. Da die Haut nach dem Eingriff sehr empfindlich ist, zum Beispiel gegen Sonneneinstrahlung, empfiehlt es sich das chemische Peeling für die kalte Jahreszeit zu planen.

Sie können zu einem optimalen Ergebnis beitragen, indem sie ihre Gesichtshaut auf das Peeling vorbereiten. Während der Wochen vor dem Peeling wird die Haut durch das Auftragen von speziellen Cremes (z.B. Vitamin-A-Säure- oder Fruchtsäure-Creme) zur Abstoßung der oberen Hornzellen angeregt. Fragen sie ihren behandelnden Arzt ob solche Cremes für sie sinnvoll sind und wie lange vorher sie damit beginnen sollten.

Durch die Anwendung des chemischen Peelings wird die Haut sehr anfällig für Viren und Bakterien. Um die Gefahr der Aktivierung einer Herpesinfektion zu mindern, sollten Sie während der Tage vor dem Peeling ein Medikament einnehmen, das eine solche Aktivierung verhindert (z.B. Aciclovir). Ihr Arzt wird ihnen hierzu Genaueres erklären.

Ablauf des chemischen Peelings

Der Wirkmechanismus des chemischen Peelings beruht auf Ätzung der Hautschichten und dadurch bedingter Anregung von Reparaturmechanismen der Haut. Damit soll letztendlich eine Regeneration der Haut mit einer neuen, faltenärmeren und strafferen Oberfläche zu gewährleistet werden. Zum Erreichen dieses Effekts kommen verschiedene Säuren zur Anwendung. Neben Trichloressigsäure (= TCA: Trichloroacetic acid) werden häufig auch Kombinationspräparate aus Phenol, Resorcin und Zitronensäure verwendet.

Gesichtsbehandlung glatte & reine Haut

Beim Verfahren des mitteltiefen Peelings kommen Säurelösungen in niedrigeren Konzentrationen zum Einsatz, welche nicht bis in die Basalschicht ätzen. Vorteil ist eine anschließend geringer ausgeprägte Gesichtsrötung und -Schwellung und somit eine schnellere Wiederherstellung der Gesellschaftsfähigkeit, sowie geringere Schmerzen. Diese Form des Peelings kann jedoch nur bei leichteren Schädigungen der Haut Anwendung finden, beispielsweise bei Raucherfalten um Augen und Mund sowie bei leichten Pigmentstörungen nach Sonnenschäden.

Bei einem chemischen Tiefenpeeling werden Säurelösungen in höheren Konzentrationen sowie Mischungen aus Phenol und Resorcin verwendet. Die Haut wird bis zur Basalschicht geätzt, was zu einer stärkeren Schwellung und Rötung führt. Die Reparaturmechanismen werden beim Tiefenpeeling stärker angeregt, weshalb sich durch diese Form des Peelings umfassendere und länger anhaltende Ergebnisse erzielt werden.

Sowohl bei einem mitteltiefen als auch bei einem Tiefenpeeling wird vor dem Auftragen der Säure das Gesicht gereinigt, entfettet und oberflächliche Hautschuppen mit einer speziellen Lösung entfernt. Anschließend wird das ätzende Mittel vorsichtig mit einem weichen Schwamm, Watte oder einem weichen Pinsel aufgetragen.

Wichtig ist hierbei, dass die Lösung gleichmäßig auf dem ganzen Gesicht aufgetragen wird. Für das Tiefenpeeling wird manchmal eine Lösung verwendet die einen blauen Farbstoff enthält (Blue-Peel). Durch die Blaufärbung der Haut kann der Arzt besser einschätzen welche Bereiche er bereits behandelt hat und auf welchen Teil des Gesichts noch nicht genügend Lösung aufgetragen ist. Die Blaufärbung hält ca. zwei Tage an, da eine Gesellschaftsfähigkeit durch die starke Rötung und Schwellung der Gesichtshaut jedoch sowieso nicht gegeben ist, relativiert sich dieser Umstand.

Die aufgetragene Säure wird für ca. 20 bis 60 Minuten auf der Haut belassen und anschließend mit einer neutralisierenden Lösung entfernt.

Nachsorge

Befolgen Sie in den ersten Wochen nach der Behandlung folgende Anweisungen, um ein optimales Ergebnis zu erzielen:

  • Nehmen Sie sich nach der Behandlung ausreichend Zeit, um sich zu erholen. In den ersten 1-2 Wochen nach der Säurebehandlung ist eine Gesellschaftsfähigkeit durch die starke Rötung und Schwellung sowieso nicht gegeben, doch auch danach sollten sie sich noch schonen.
  • Durch die Ätzung der Haut gleicht das Gesicht nach der Behandlung einer offenen Wunde und ist deshalb für Infektionen besonders gefährdet, weshalb manche Ärzte prophylaktisch Antibiotika verschreiben. Achten sie während dieser Zeit besonders auf Hygiene und verzichten sie auf Schminken.
  • UVA- und UVB-Schutz ist während der ersten zwei bis drei Monate nach dem Eingriff obligatorisch. Direkte Sonneneinstrahlung sollte während der ersten zwei Monate nach dem Eingriff vermieden werden.
  • Verzichten sie auf starkes Rauchen um die Regeneration der Gesichtshaut zu unterstützen.
Ausruhen und Entspannen
Nach Anstrengungen sollte man sich ausruhen und entspannen

Risiken

Durch die Zerstörung der natürlichen Schutzbarriere, der Haut, sind Infektionen die Hauptgefahren nach einem chemischen Peeling. Bakteriellen Infektionen versucht man oft durch prophylaktische Antibiotikaverabreichung zu vermeiden. Bei den viralen Infektionen ist besonders auf die Gefahr des Ausbruchs einer Herpesinfektion zu achten. Patienten die an akuten Herpesbläschen leiden dürfen nicht mit einem chemischen Peeling behandelt werden, ansonsten drohen bleibende Narben.

Bei zu hochdosiertem Auftragen der Säure sowie bei zu langer Einwirkzeit kann es zu bleibenden Hautschäden und Pigmentstörungen kommen. Eine erhöhte Gefahr für Pigmentflecken besteht auch wenn sich der Patient zu früh intensiver Sonneneinstrahlung aussetzt.

Bei der Verwendung von Phenol kann es durch Resorption dieses Stoffes zu Herz- und Nierenschädigung kommen. Neuartige Peeling-Lösungen (z.B. Exoderm) verhindern jedoch eine Resorption von Phenol weitgehend.

In seltenen Fällen kann es zu allergischen Reaktionen auf das aufgebrachte Peeling-Mittel kommen.

Arztwahl

Entscheidend für das Ergebnis des chemischen Peelings ist die Wahl des richtigen Peeling-Mittels, sowie die richtige Anwendung. Wichtig ist, dass der Arzt den Hauttyp des Patienten richtig einschätzt, da es ansonsten durch Verwendung der falschen Peeling-Lösung bzw. der falschen Einwirkzeit zu bleibenden Schäden im Gesicht kommen kann.

Beratung Arzt

Wenden Sie sich deshalb an einen Arzt, der bereits Erfahrung mit chemischen Peelings gesammelt hat. Sehr gute Voraussetzung, gerade im Bezug auf die richtige Einschätzung des Hauttyps, bringen Fachärzte für Dermatologie mit. Bei entsprechender Erfahrung können jedoch natürlich auch Ärzte anderer Fachrichtungen gute Ergebnisse erzielen.

Holen sie sich auf jeden Fall eine zweite Meinung ein und lassen sie sich auch bezüglich der Alternativen zum chemischen Peeling beraten.

 Chemisches Peeling Kosten

 Die Kosten für ein mitteltiefes chemisches Peeling betragen ab ca. 800 Euro, ein Tiefenpeeling wird ab ca. 2.000 Euro durchgeführt.

Ein chemisches Peeling wird nicht von den Krankenkassen bezahlt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Können chemische Peelings auch außerhalb des Gesichts angewendet werden?

Peelings können auch in anderen Körperbereichen angewendet werden. Oftmals bietet sich der Halsbereich für ein solches Peeling an.

Kann es durch das chemische Peeling zu Verätzungen kommen?

Um einer Verätzung vorzubeugen ist den Peeling-Mitteln ein Puffermittel beigesetzt durch  welches sich die Stärke des Peeling-Mittels kontrollieren lässt. Bei zu hochdosiertem Auftragen der Säure sowie bei zu langer Einwirkzeit kann es zu bleibenden Hautschäden und Pigmentstörungen kommen

Wie lange hält der Effekt eines chemischen Peelings an?

Je nach angewendetem Verfahren und stärke des Schälvorgangs kann ein chemisches Peeling ca. 1-2 Jahre (bei mitteltiefem Peeling) bzw. ca. 2-5 Jahre (bei tiefem Peeling) halten.

Kann das chemische Peeling mit anderen Verfahren kombiniert werden?

Eine Kombination mit anderen Verfahren der plastischen Chirurgie ist möglich. So kann beispielsweise eine zusätzliche Faltenunterspritzung bzw. eine Vorbehandlung mit Botulinumtoxin sinnvoll sein. Fragen sie ihren Arzt nach sinnvollen Kombinationsmöglichkeiten.

Kann das chemische Peeling bei Bedarf wiederholt werden?

Eine Wiederholung des chemischen Peelings ist möglich und bei starkem Fortschreiten des Alterungsprozesses sinnvoll.

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