Facelifting

Ein Facelift verhilft zu einem jüngeren Aussehen. Die Haut im Gesicht wird gestrafft und auch das darunter liegende Bindegewebe wird modelliert. Das Facelifting ist ein komplizierter plastisch-chirurgischer EIngriff.

Das Facelifting oder kurz Facelift wird oft als die Königsdisziplin der Schönheitschirurgie bezeichnet. Dies ist sicher nicht unbegründet, bedenkt man, dass diese Operation einen umfangreichen Eingriff in dem Körperbereich darstellt, welcher wohl am stärksten zu unserem äußeren Erscheinungsbild beiträgt – dem Gesicht.

Bei jedem von uns werden irgendwann die ersten Alterserscheinungen sichtbar. Manchen betrifft es etwas früher, mancher bleibt etwas länger davon verschont. Letztendlich wird irgendwann jeder festzustellen, dass die Spannkraft seiner Haut nachgelassen hat und sich kleine Fältchen gebildet haben. Häufige Sonneneinstrahlung, Rauchen und eine allgemein ungesunde Lebensweise können dazu beitragen, dass die Alterserscheinungen verstärkt voranschreiten. Dann kann ein Facelifting notwendig werden.

Glattes, schönes Gesicht

Kleinere “Defekte” können noch mit weniger invasiven Methoden wie z.B. mit Faltenunterspritzung, Botoxinjektionen, chemischem Peeling oder einem Laserpeeling behandelt werden. Bei Falten, die durch stärker ausgeprägte Bindegewebsschwäche verursacht wurden, geraten diese Behandlungsverfahren jedoch schnell an ihre Grenzen. Letzte Instanz bleibt der Facelift, welches einen plastisch-chirurgischen Eingriff darstellt, bei dem die Gesichtsfalten durch eine Straffung der Haut und des Bindegewebes beseitigt werden.

Facelifting im Überblick

Hier erhalten Sie alle wichtigen Informationen zum Facelift im Überblick:

Wirkung

  • Haltbarkeit: ca. 10 bis 15 Jahre
  • Wirkung: Sofort sichtbar
  • Gesellschaftsfähig: Nach 7 bis 10 Tagen
  • Narben: Je nach Schnittführung, normalerweise kaum sichtbar

Ablauf der OP

  • Dauer: 3-5 Stunden
  • Betäubung: Vollnarkose
  • Klinikaufenthalt: 1 Übernachtung
  • Schmerzen: Mittel bis stark

Risiken

  • Allgemeine Operationsrisiken: Wundheilungsstörung, Wundinfektion, Nachblutung
  • Bei Schnittführung im Haaransatz: Örtlich begrenzter Haarausfall, bei Verletzung der Haarwurzel evtl. sogar dauerhaft
  • Bei Verletzung von Nerven: Taubheitsgefühl, evtl. motorische Störung der mimischen Muskulatur, herabhängendes Augenlid, im schlimmsten Fall halbseitige Gesichtslähmung
  • Narbenwucherung, besonders der Bereich hinter dem Ohr ist hierfür gefährdet
  • Ästhetisch unerwünschte Folgen: Eindellung der Gesichtshaut bei ungleichmäßiger Entfernung von Gewebe,nach vorne gezogene Ohren,hochgezogene Mundwinkel,maskenhaftes Aussehen

Nachsorge

  • Während der ersten Wochen nach der Operation nur auf dem Rücken schlafen
  • Kein Sport und körperliche Anstrengung während der ersten vier Wochen nach dem Eingriff
  • Das Gesicht für 3 Monate vor direkter Sonneneinstrahlung schützen, Sunblocker verwenden!
  • Solange das Gesicht nicht abgeheilt ist, nicht Schminken

Kosten Facelifting

  • Ab ca. 7.000 Euro

Planung

Das Facelifting zählt zu den kompliziertesten und risikoreichsten Operationen im Bereich der Schönheitschirurgie, da das Gesicht einen für Behandlungsfehler sehr sensiblen Bereich darstellt. Das Ergebnis ist stark vom Können des Operateurs, der Auswahl der richtigen Methoden und den hygienischen Verhältnissen vor Ort abhängig. Sie sollten sich unbedingt mehrere Meinungen einholen, bevor Sie sich für die Durchführung bei einem bestimmten Arzt entscheiden.

„Das“ Facelifting gibt es nicht. Es existieren viele verschiedene Möglichkeiten, eine Straffungsoperation im Gesicht durchzuführen. Lassen Sie sich während des Beratungsgesprächs genau erklären, welche Partien des Gesichts von der Behandlung beeinflusst werden, wie lange das Ergebnis anhält und wo die Narben verlaufen.

Äußerst wichtig ist darüber hinaus, wieviel Erfahrung der Chirurg mit der von ihm durchgeführten Methode bereits gesammelt hat. Bei wohl keiner anderen Operation im Bereich der Schönheitschirurgie ist das Ergebnis so stark abhängig vom behandelnden Arzt. Sowohl chirurgisches Können als auch Gespür für Ästhetik und Proportion sind beim Facelift gefragt. Informieren Sie sich deshalb unbedingt, wie häufig ein Facelifting von Ihrem behandelnden Arzt durchgeführt wird und lassen Sie sich Fotos von früheren Behandlungsergebnissen zeigen.

Um Ihre Vorstellungen vom gewünschten Ergebnis besser veranschaulichen zu können, ist es sinnvoll Fotos von Ihnen, auch Jugendfotos, zum Beratungsgespräch mitzubringen. Anhand dieser lässt sich leichter diskutieren, welche Gesichtsbereiche einer Behandlung unterzogen werden sollten und welche Schnittführung zum besten Ergebnis führt.

Ablauf des Facelift

Als Vorbereitung auf die Operation und um den Behandlungserfolg zu sichern, sollten folgende Grundregeln beachtet werden:

  • Nikotin: Rauchen Sie ab ca. 2 Wochen vor der Operation nicht mehr. Nikotin führt zu einer peripheren Gefäßverengung und damit einer Minderung der Durchblutung, was zu Wundheilungsstörungen führen kann.
  • Keine Sonnenbäder oder exzessive Saunabesuche: Stellen Sie sicher, dass die Gesichtshaut nicht gereizt ist.
  • Medikamente: Vermeiden Sie Medikamente, die Einfluss auf die Gerinnungsfunktion des Blutes nehmen. Dabei handelt es sich vor allem um Schmerzmittel. Fragen Sie Ihren betreuenden Arzt oder Hausarzt. Er teilt Ihnen mit, welche Medikamente Sie bis zur Operation weiterhin einnehmen dürfen.

Klarer Blick, glatte HautDie Operation erfolgt unter Vollnarkose, welche durch einen Narkosearzt (Anästhesisten) ständig überwacht wird. Er ist während der gesamten Operation anwesend und überwacht die Vitalfunktionen des Patienten.

Zur Durchführung eines Faceliftings stehen verschiedene Operationsverfahren zur Auswahl. Wurde früher lediglich die Spannung der obersten Hautschicht verändert, so kommen heutzutage Verfahren zur Anwendung, bei denen auch das darunterliegende Bindegewebe mitgestrafft wird, um einen länger anhaltenden und natürlicher wirkenden Straffungseffekt zu erzielen. Im Folgenden werden die verschiedenen Verfahren zur Durchführung des Faceliftings kurz vorgestellt.

Sie unterscheiden sich insbesondere durch die Tiefe der Schnittführung.

SMAS-Lifting

 Dies ist das derzeit am häufigsten angewandte Facelifting-Verfahren. „SMAS“ steht für „Superficial Muscular Aponeurotic System“ und bezeichnet den Gewebekomplex aus Muskulatur, Bindegewebe und Fett unter der Haut. Ziel eines SMAS-Facelftings ist es, einen Straffungseffekt nicht nur durch reines Anspannen der Haut, sondern zusätzlich durch Anhebung der erschlafften Gewebestrukturen in der Tiefe zu erreichen. Durch eine solche Anhebung soll das Gewebe wieder in seine frühere Position gebracht und somit ein jugendlicheres Aussehen erreicht werden.

Beginnend am Haaransatz verläuft der Schnitt im behaarten Bereich nach unten, verläuft vor dem Ohr weiter abwärts und biegt um das Ohrläpppchen herum. Wo möglich verläuft die Schnittführung im Haaransatz, um spätere Narben möglichst wenig sichtbar zu machen.

Nach Setzen der Schnitte löst der Operateur vorsichtig die gesamte Gesichtshaut sowie einen Teil der Halshaut ab. Anschließend kann die dadurch freigelegte SMAS-Schicht, also das Bindegewebe, Fett und Muskeln, mobilisiert und in die gewünschte Position gebracht werden. Wenn nötig wird dabei Gewebe entfernt und evtl. an anderer Stelle zur Modellierung wieder eingebracht. Um das Gewebe zu stabilisieren, können feine Nähte gesetzt werden. Zum Schluss werden etwaige Hautüberschüsse entfernt und die Haut mit feinen Hautnähten wieder verschlossen.

COMPOSIT-Lifting

Im Unterschied zum SMAS-Lifting wird beim COMPOSIT-Lifting nicht innerhalb sondern unterhalb der SMAS-Schicht operiert. Zusammen mit der Haut werden das Wangenfett und der flache Halsmuskel (Platysma) gestrafft. Diese Technik eignet sich besonders bei stark ausgeprägten Nasolabialfalten. Für diese Operation ist ein zusätzlicher feiner Schnitt unter den Unterlidern nötig.

SUPRAPLASMATISCHES Lifting

Bei dieser Technik wird das unter der Haut liegende Fettgewebe mitgestrafft, die Muskelschicht wird jedoch nicht verändert. Vorteil dieser Methode ist, dass es nach der Operation zu weniger Schwellungen kommt.

Nachsorge

Befolgen Sie in den ersten Wochen nach der Behandlung folgende Anweisungen, um ein optimales Ergebnis zu erzielen:

  • Nehmen Sie sich nach der Behandlung ausreichend Zeit, um sich zu erholen. In den ersten Tagen nach dem Eingriff ist das Gesicht noch von starken Schwellungen und Blutergüssen gekennzeichnet. Sie sollten deshalb vielleicht einige Tage warten, bis Sie das erste Mal in den Spiegel sehen.
  • UVA- und UVB-Schutz ist während der ersten drei Monate nach dem Eingriff obligatorisch. Direkte Sonneneinstrahlung sollte während der ersten zwei Monate nach dem Eingriff vermieden werden. Verwenden Sie unbedingt einen Sunblocker.
  • Verzichten Sie auf starkes Rauchen, um die Wundheilung zu unterstützen.
  • Versuchen Sie während der ersten Wochen nach der Operation möglichst auf dem Rücken zu schlafen.
  • Während der ersten vier Wochen nach dem Eingriff sollten Sie sich möglichst schonen und auf Sport sowie starke körperliche Aktivitäten verzichten und sich ausruhen

Zufriedenheit mit sich selbst ist wichtig

Risiken

Das Facelifting gehört zu den risikoreicheren Eingriffen der Schönheitschirurgie. Etwaige Behandlungsfehler können zu Durchblutungsstörungen und Empfindungsstörungen im Gesicht führen sowie das Erscheinungsbild des Gesichts beeinträchtigen.

Neben allgemeinen Operationsrisiken wie Wundheilungsstörungen, Wundinfektion und Nachblutung kann es beim Facelift durch die Schnittführung innerhalb des Haaransatzes zu örtlich begrenztem Haarausfall kommen. Wurden durch den Schnitt die Haarwurzeln verletzt, ist sogar ein dauerhafter Haarausfall an dieser Stelle denkbar.

Insbesondere beim SMAS-Lifting, bei dem auch in tiefer liegenden Schichten operiert wird, kann es zur Verletzung von Nerven kommen. Dies kann in dem von dem jeweiligen Nerv versorgten Gebiet zu Taubheitsgefühlen und Lähmungen führen. Die Verletzung größerer Nerven kann im schlimmsten Fall eine halbseitige Gesichtslähmung nach sich ziehen.

Besonders der Bereich hinter dem Ohr ist für Narbenwucherungen gefährdet. Narbenwucherungen im Haaransatz sind weniger störend, da diese in der Regel durch die Haare verdeckt werden.

Bei zu starker Straffung und dadurch hervorgerufenen falschen Spannungsverhältnissen kann es zu hochgezogenen Mundwinkeln, nach vorne gezogenen Ohren und maskenhaftem Aussehen kommen. Ungleichmäßige Entfernung von Gewebe führt zu Eindellungen der Gesichtshaut.

Arztwahl

Das Ergebnis des Facelift ist stark vom Können des Operateurs, der Auswahl der richtigen Methoden und dem ästhetischen Empfinden des Arztes abhängig. Sie sollten sich daher mehrere Meinungen einholen. Nehmen Sie zu Beratungsgesprächen für ein Facelifting auch Jugendbilder von Ihnen mit, um den Eingriff besser planen zu können.

Beratung Arzt

Für die Durchführung eines Facelifts sollten sie sich an einen geeigneten Facharzt wenden. In Frage kommt hier vor allem der Facharzt für Ästhetische und Plastische Chirurgie.

Legen Sie bei der Wahl ihres Arztes größten Wert auf die operative Erfahrung und lassen Sie sich wenn möglich Fotos von früheren Liftingoperationen dieses Arztes zeigen.

Liftingoperationen im Gesichtsbereich sind keine Standardoperationen, die nach einem festen Schema ablaufen, sondern müssen individuell geplant werden. Achten Sie deshalb darauf, ob sich der Arzt genügend Zeit für die Beratungsgespräche nimmt und Sie den Eindruck haben, dass er sich wirklich für Ihre Wünsche interessiert.

Kosten des Facelift

Die Kosten für ein Facelifting betragen ab ca. 7.000 Euro. Es kommt hierbei jedoch darauf an, was genau zu machen ist.

Da es sich um eine rein kosmetische Operation handelt, werden die Kosten von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Werden durch das Facelifting auch feine Fältchen und Altersflecken beseitigt?

Durch ein Facelifting werden die Spannungsverhältnisse der Gesichtshaut und evtl. des darunter liegenden Bindegewebes verändert. Die Beschaffenheit der Haut wird durch ein Facelifting nicht beeinflusst. Kleine Fältchen, Aknenarben und Altersflecken können durch eine solche Operation nicht beseitigt werden. Zur Behandlung solcher Alterserscheinungen eignen sich andere Verfahren wie z.B. Laserpeeling oder chemisches Peeling.

Kann das Facelifting mit anderen Verfahren kombiniert werden?

Eine Kombination mit anderen Verfahren ist möglich und oftmals sinnvoll. Fragen Sie Ihren behandelnden Arzt nach der Möglichkeit, das Facelifting beispielsweise mit einer Botoxinjektion, Faltenunterspritzung oder einem Stirn- oder Brauenlifting zu kombinieren.

Wird der Haaransatz durch den Eingriff verschoben?

Der Haaransatz kann durch den Eingriff etwas verschoben werden. Bei Männern mit bereits sehr hohem Haaransatz wird der Schnitt möglichst nahe am Haaransatz gesetzt, um eine mögliche zusätzliche Erhöhung des Haaransatzes durch die Operation zu vermeiden. Bei Schnittführung im Bereich zwischen Koteletten und Ohr kann es zu einer Verschiebung der Koteletten direkt vor das Ohr kommen.

Kann ein Facelifting bei Bedarf wiederholt werden?

Bei starkem Fortschreiten des Alterungsprozesses ist es möglich, das Facelifting zu wiederholen.

Ist der Effekt eines Faceliftings dauerhaft?

Wie lange der Effekt eines Faceliftings anhält, ist nicht eindeutig zu sagen. Der Degenerationsprozess des Bindegewebes im Alter kann auch durch ein Facelifting nicht aufgehalten werden. Normalerweise hält der erzielte Verjüngungseffekt jedoch 10 bis 15 Jahre an.

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