Fettabsaugung

Die Fettabsaugung ist ein häufiger Eingriff auf dem Gebiet der plastischen Chirurgie. Sie kann neben dem Bauch auch an den Hüften (Hüftgold) oder den Oberschenkeln (Reiterhosen) aber auch an den Armen, Beinen etc. angewendet werden. Die Fettabsaugung wird meist unter lokaler Betäubung durchgeführt. Die Kosten der Fettabsaugung starten ab ca. 1.500 Euro.

Jeder kennt die kleinen Fettpolster an den Problemzonen, die selbst bei schlanken und sportlichen Menschen vorkommen können. Besagte Polster dienen nämlich als Energiedepot für „schlechte Zeiten“. Wenn man zu viele dieser Polster hat, kann eine Fettabsaugung das Mittel der Wahl sein, um überschüssiges Fett loszuwerden.

Schönes Lebensgefühl erlangen

Mittlerweile gibt es einige etablierte Methoden zur Fettabsaugung, bei denen sich nur selten Komplikationen ergeben. Zudem gibt es eine Reihe von Ärzten, die sich auf diese Eingriffe spezialisiert haben. Den passenden Arzt zu finden ist dennoch nicht einfach; neben entsprechender Erfahrung sind manche Ärzte von der angewendeten Methode her eingeengt. Hier gilt es, Zeit zu investieren und ggfs. zwei Ärzte zu besuchen, bevor man sich entscheidet.

In unserem Ratgeber informieren wir Sie ausführlich über mögliche Methoden der Fettabsaugung sowie über denkbare Risiken.

Fettabsaugung im Überblick

Eine Fettabsaugung kann an verschiedenen Stellen am Körper vorgenommen werden: Bauch, Hüften, Oberschenkel, Arme usw.

Wirkung

  • Haltbarkeit: dauerhaft
  • Wirkung: nach 2 – 6 Monaten
  • Gesellschaftsfähig: nach 2 – 3 Tagen
  • Narben: nicht sichtbar

Eingriff

  • Dauer: 1 – 3 Stunden
  • Betäubung: örtliche Betäubung (Tumeszenzlokalanästhesie)
  • Klinikaufenthalt: keiner
  • Schmerzen: gering bis mittel
  • Mögliche Körperteile: v.a. Bauch, Taille, Oberschenkel, aber auch Kinn, Arme, Hals, Waden, etc.
  • mögliche Entnahmemenge: aktuell ca. 6 Liter

Risiken

Allgemeine Risiken der Tumeszenzanästhesie

  • Thrombosen
  • Allergische Reaktion (Atemnot, Juckreiz, Ausschlag)
  • Kreislaufprobleme, Übelkeit

Allgemeine OP – Risiken

  • Schwellungen, Blutergüsse
  • vorübergehendes Taubheitsge­fühl
  • Nachblutungen
  • Infektionen mit/ohne Fieber
  • Schock aufgrund des hohen Flüssigkeitverlustes
  • Wundheilungsstörungen an den vorgenommenen Hautschnitten
  • sichtbare Narben
  • Asymmetrien, Furchen, Dellen, Krater

Nachsorge

  • 4 Wochen lang: Tragen eines Kompressionsmieders/ Stützhose - je nach Eingriffsort
  • Am Tag der OP aufgrund der anhaltenden Wirkung der lokalen Betäubung: kein Fahrzeug steuern viel Trinken (kein Alkohol)
  • 1 Woche lang: maximal 2 Stunden sitzen (Thromboserisiko!)
  • bei Bedarf: Einnahme eines leichten Schmerzmittels, das vom Arzt verschrieben wurde
  • 2 – 3 Wochen: nur leichte Belastung
  • erst nach 2 - 3 Monaten wieder starke körperliche Anstrengung wie Tennis, Handball o.ä.
  • kein Sonnenbaden bis zur abgeschlossenen Wundheilung
  • 2 Monate keine Saunabesuche
  • gesunde Ernährung
  • Vermeiden von Alkohol und Rauchen

Kosten

Je nach Körperteil 1.500 Euro bis 6.000 Euro

Planung der Fettabsaugung

Sie werden mit Ihrem Arzt vorab Termine und gründliche Untersuchungen gemacht haben. Wenn der Eingriff absteht, sollten Sie sich über folgende Sachen Gedanken machen bzw. entsprechende Vorsorge treffen:

  • Organisieren des Rücktransports
  • 2 Woche vor Eingriff: Absetzen aller blutverdünnenden Medikamente wie z.B. Aspirin
  • Nikotinkonsum einstellen, da die Wundheilung durch das Rauchen negativ beeinflusst wird

Schlank nicht nur durch Fettabsaugung

Häufige Methoden der Fettabsaugung

Die Fettabsaugung wird in der Regel unter lokaler Betäubung und maximal im Dämmerschlaf durchgeführt. Eine Durchführung unter Vollnarkose ist ebenfalls möglich, erhöht allerdings das Risiko deutlich.

Eine Fettabsaugung funktioniert immer nach dem gleichen Grundprinzip: Das Fett im Körper wird „löslich“ gemacht und anschließend „abgesaugt“. Der Eingriff besteht also grundsätzlich aus zwei Schritten, die aber auch mehr oder weniger direkt kombiniert sind.

Der am häufigsten angewendete erste Schritt ist die Ultratumeszenz-Fettabsaugung, bei der größere Mengen Flüssigkeit in den zu behandelnden Bereich eingeführt werden, die die Fettzellen aufweicht und löst. Tumeszenz kommt vom lateinischen Wort Tumescere und bedeutet aufblasen.

Dieser Schritt wird gefolgt vom Absaugen des Fetts. Dies kann durch den Einsatz von Vakuumkanülen erfolgen. Gängiger, weil schonender, ist jedoch die Power Assisted Liposuction (PAL), bei der schwingende Kanüle eingesetzt und zum Absaugen genutzt werden. Die Schwingung unterstützt die Lösung des Fetts und reduziert so Schäden durch das Absaugen von Bindegewebe.

Eine Alternative zur klassischen Methode ist einerseits die UAL (Ultraschall Assisted Liposuction), bei der das Fett mittels Ultraschallsonde gelöst wird. Diese Methode wird vor an Stellen verwendet, wo das Gewebe recht fest ist – also nicht am Bauch.

Andererseits wird die WAL (Water Assisted Liposuction) öfter angewendet, bei der zusätzlich ein Wasserstrahl genutzt wird, um Fettbereiche gezielter abzulösen. Damit gelingt im Einzelfall eine genauere und natürlichere Modellierung der betroffenen Stellen.

Die Tumeszenzlokalanästhesie im Detail

Die Ultratumeszenz-Fettabsaugung ist aktuell die am häufigsten angewendete Form der Fettabsaugung. Deren Grundlage ist das Aufblasen der zu modellierenden Körperregion mit einer Tumeszenzlösung, die das Fett aufweicht und löst.

Die Tumeszenzlösung besteht zum einen aus einem Betäubungsmittel, in der Regel Prilocain oder Articain, zum anderen aus Kochsalzlösung und Epinephrin, das die Blutgefässe verengt und somit vor größerem Blutverlust schützt.

Ihr Name leitet sich vom lateinischen Wort tumescere ab, also aufblasen, aufdehnen, auffüllen: Der Arzt spritzt an den zu behandelnden Stellen die Tumeszenzlösung ein, was zur lokalen Betäubung führt, zur Aufpumpung des Fettgewebes, sowie zur Aufweichung und Auflösung der Fettzellen. Je Zusammensetzung tritt die volle Wirkung nach 15 – 60 Minuten ein.

Die Menge der eingespritzten Lösung hängt von der abzusaugenden Menge an Fett ab. Es ist aktuell möglich, bis zu 6 Liter Lösung einzuspritzen. Dies stellt jedoch die absolute Obergrenze dar, da sonst der Kreislauf zu sehr belastet wird.

Fettabsaugung mit einfachen oder schwingenden Saugkanülen

Nachdem das Fett durch die Tumeszenzlösung gelöst wurde, kann das Fett mittels einfacher und schwingender Saugkanüle abgesaugt werden. Dies ist der eigentliche Schritt der Fettabsaugung.

Absaugung durch einfache Kanüle: Nach dem Einsatz der oben Tumeszenzlösung, die auch für die örtliche Betäubung zuständig ist, werden 3 – 4 mm lange Schnitte gesetzt, über die der Operateur die dünne Absaugkanüle in das Gewebe einführt. Da die Fettzellen vorher verflüssigt wurden, können sie nun in der Regel eingesaugt werden, ohne das Nerven, Blut- oder Lymphgefäße und das umliegende Bindegewebe stark beschädigt werden.

Absaugung durch schwingende Kanüle: Als beste Methode wird inzwischen nicht mehr das Absaugen mittels Vakuumkanülen gesehen, sondern die sogenannte Vibrationslipolyse (Lipolyse = Auflösung der Fettzellen), auch Rütteltechnik oder Power Assisted Liposuction (PAL) genannt, bei der der Arzt schwingende Kanüle einsetzt. Das Rütteln ermöglicht eine noch bessere Ablösung der Fettzellen aus dem Gewebe und somit eine noch geringere Schädigung des Bindegewebes. Je geringer der Schaden am Bindegewebe, umso besser kann sich die Haut nach dem Eingriff erholen und wieder straff werden.

Ultraschalltechnik (UAL) als Alternative zur Fettabsaugung

Bei dieser Methode wird das Fettgewebe mittels Ultraschall aus einer eingeführten Sonde zerstört und anschließend abgesaugt. Die UAL zur Fettabsaugung wird seltener eingesetzt, kann aber an Stellen mit sehr festem Gewebe das Mittel der Wahl sein.

Der Operateur muss sich mit dieser Methode gut auskennen, denn die Ultraschallsode erzeugt eine größere Menge Energie und kann so Verbrennungen unter der Haut oder eine Beschädigung von Nerven zur Folge haben.

Grundsätzlich müssen auch dickere Kanüle eingesetzt werden, um die Sonde einzuführen.

Fettabsaugung mit der WAL-Methode

Auch die WAL-Methode zur Fettabsaugung wird aktuell stark propagiert. WAL steht hier für water-assisted-Liposuction. Dabei wird ebenfalls eine Tumeszenzlösung genutzt, es wird aber nicht so viel Lösung gebraucht wie im Falle der Ultratumeszenz-Fettabsaugung.

Hier der Methode steht folgende Logik: Bei der Ultratumeszenz-Fettabsaugung wird die gesamte zu modellierende Stelle aufgeblasen, was eher unförmig geschieht. Ebenso wird dann das Fett nicht ganz so gezielt abgesaugt, wie dies im Einzelfall ggfs. wünschenswert wäre.

Bei der water-assisted-Liposuction wird das Fett gezielter abgesaugt. Ein Wasserstrahl unterstützt den Absaugprozess und hilft beim zielgenauen Lösen des Fettgewebes an der gewünschten Stelle. Es wird eine Doppelkanüle genutzt, bei der auf einer Seite mittels des Wasserstrahls gezielt Druck aufgebaut wird, auf der anderen Seite dann das Fett ebenso gezielt abgesaugt wird.

Dabei kann unter Umständen eine bessere Modellierung der behandelten Stelle erreicht werden, die im Einzelfall wichtig sein kann.

Sorgfältige Nachsorge nach einer Fettabsaugung ist wichtig

Direkt nach der Operation sollte man unbedingt viel Trinken, am besten Wasser, jedoch keinen Alkohol! Damit können sie Kreislaufproblemen vorbeugen, da der Körper während des Eingriffs viel Flüssigkeit verloren hat. Fettzellen weisen einen hohen Wassergehalt auf und Sie haben einige verloren während des Eingriffs.

Das Tragen eines Kompressionsmieders (z.B. nach Absaugung am Bauch) bzw. einer Stützhose (Absaugung an den Oberschenkeln) über ca. 4 Wochen ist absolut notwendig. Es sorgt dafür, dass das Gewebe zusammen gehalten wird, die Haut sich den veränderten Konturen anpasst und gut straffen kann. Nach den ersten 2 Wochen reicht es, wenn das Mieder nur noch 12 Stunden am Tag getragen wird.

Während der ersten Woche sollten sie darauf achten, nicht mehr als 2 Stunden am Stück zu sitzen. Durch die Lokalanästhesie besteht ein erhöhtes Thromboserisiko, dem sie so vorbeugen können.

Wenn die Betäubung nachlässt, kann es zu muskelkaterähnlichen Schmerzen kommen. Sie können dann ein leichtes Schmerzmittel einnehmen, das vom Arzt verschrieben wurde.

Um die Wundheilung zu optimieren: kein Sonnenbaden, keine Saunabesuche, kein Nikotin. Und: Auf gesunde und figurbewusste Ernährung achten, damit das Ergebnis lebenslang halten kann. Zwar wurden Fettzellen entfernt, jedoch wurden nicht alle Fettzellen an den entsprechenden Stellen entfernt (meist nur 2/3), so dass auch an den behandelten Stellen wieder Polster entstehen können!

Sie sollten ebenfalls körperliche Belastungen reduzieren:

  • 2 – 3 Wochen nur leichte Belastung; diese ist allerdings erwünscht, da Bewegung z. B. in Form von Spaziergängen, das Thromboserisiko senkt.
  • Danach langsame Steigerung der körperlichen Aktivität, jedoch noch keine volle körperliche Belastung.
  • Nach 2 – 3 Monaten können wieder starke körperliche Anstrengungen, wie Tennis, Fußball,… ausgeführt werden

Und natürlich sollten Sie im Nachgang nach einer Fettabsaugung weiter auf bewusste Ernährung achten. Zwar sind die Fettzellen an der betroffenen Stelle reduziert, aber dennoch können dort - und natürlich auch woanders, wieder entsprechende Fettpolster entstehen.

Gute Ernährung ist wichtig

Risiken

Um die Risiken so klein wie möglich zu halten, ist bei dieser Behandlung vor allem die Arztwahl der wichtigste Faktor! Nichtsdestotrotz birgt jeder Eingriff, so auch die Fettabsaugung, immer gewisse Restrisiken.

Allgemeine Risiken der Tumeszenzanästhesie

Thrombosen: Thrombosen sind Blutgerinnsel, welche die Venen verschließen und auch über das Herz in Lunge oder Gehirn wandern können, was zu einer lebensgefährlichen Lungenembolie oder einem Hirninfarkt führen kann.

Allergische Reaktion auf das Lösungsmittel. Dadurch kann es zu akuter Atemnot, oder Juckreiz und Ausschlag kommen.

Die verwendeten Betäubungsmittel wurden im Laufe der Zeit immer weiter entwickelt, so dass die Toxizität (= Giftigkeit) sehr stark gesunken ist. Dennoch können Kreislaufprobleme oder Übelkeit ein Problem darstellen.

Allgemeine OP – Risiken

  • Schwellungen und Blutergüsse aufgrund des Eingriffs ins Gewebe
  • Vorübergehendes Taubheitsge­fühl, wenn ein Nerv leicht beschädigt wurde
  • Nachblutungen
  • Infektionen mit/ohne Fieber
  • Schock aufgrund des hohen Flüssigkeitsverlustes bei ungenügendem Trinken nach der Operation
  • Wundheilungsstörungen an den vorgenommenen Hautschnitten, vor allem bei Rauchern
  • sichtbare Narben
  • Asymmetrien, Furchen, Dellen, Krater

Arztwahl

Um unschöne Ergebnisse wie Asymmetrien zu vermeiden und einen reibungsarmen Ablauf der Fettabsaugung zu garantieren, sollten Sie unbedingt Zeit in die Arztwahl investieren.

Gute Arztwahl ist wichtig

Hier ein paar Tipps, an denen sie einen passenden und seriösen Arzt erkennen können

  • Auf Fettabsaugung spezialisierter Arzt (meist Dermatologen), der mehrmals pro Woche Absaugungen durchführt
  • Lokale Betäubung sollte für den Arzt Behandlung der Wahl sein; Vollnarkose erhöht nur die Risiken
  • Sie sollen im Beratungsgespräch auch über schwerere Komplikationen (wie Thrombose, Infektionen) aufgeklärt werden

Fettabsaugung Kosten

 Für kleine Eingriffe, wie z.B. am Kinn, müssen Sie mit rund 1.500 Euro rechnen. Im Regelfall müssen Sie mit Preisen ab 2.500 Euro rechnen. Wollen Sie größere Mengen absaugen lassen, können sich die Kosten auf bis zu 6.000 Euro belaufen.

Da es sich um eine Operation aus rein ästhetischen Gründen handelt, wird die Krankenkasse die Kosten nicht übernehmen.

Häufige Fragen zur Fettabsaugung

Können sich an den behandelten Stellen wieder Fettpolster bilden?

Ja, jedoch nicht in dem Ausmaß wie vor dem Eingriff.  Zwar wurden an den betroffenen Stellen die Fettzellen entfernt, jedoch nicht alle. Ca. 1/3 der Zellen überleben die Behandlung und können weiterhin Fett einlagern. Wahrscheinlicher ist es, dass Sie an anderen Stellen zunehmen, wenn Sie nicht auf Ihre Ernährung achten.

Lässt sich starkes Übergewicht auch über eine Liposuktion behandeln?

Prinzipiell ja, jedoch sollte eine Gewichtsreduktion bei Übergewicht zunächst über eine Veränderung des Essverhaltens und vermehrte Bewegung angestrebt werden. Zum Einen würde eine Absaugung auf lange Sicht keinen großen Erfolg bringen, wenn Sie ihre Ernährungsgewohnheiten nicht umstellen.  Zum Anderen bedarf es bei starkem Übergewicht mehrerer Eingriffe, weil pro Sitzung maximal 6 Liter entfernt werden können. Sie setzten sich damit mehrmals den oben genannten Risiken aus.

Wann ist der beste Zeitpunkt für den Eingriff?

Da Sie nach der Operation 4 Wochen lang Kompressionsstrümpfe/ - mieder tragen werden, sollte der Eingriff nicht unbedingt im Hochsommer, also nicht bei großer Hitze geplant werden.

In welche Alter erzielt die Operation die besten Ergebnisse?

Bis ca. 40 Jahren ist die Haut am elastischsten, strafft sich also nach der OP relativ schnell wieder. Aus rechtlichen Gründen darf der Eingriff erst ab 18 Jahren erfolgen, was aber auch aus medizinischer Sicht sinnvoll erscheint, da sich Fettzellen erst im Laufe der Pubertät ihre Fähigkeit zur Teilung verlieren.

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