Geschlechtsumwandlung Mann zu Frau

Wer sich nicht wohl fühlt in seiner Haut und sich als Mann eher als Frau fühlt, denkt über eine Geschlechtsumwandlung nach. Dies i st ein Eingriff der plastischen Chirurgie, mit dem mittlerweile schon vielfältige Erfahrungen bestehen. Wir informieren zum Ablauf.

Frauen, die sich als Männer fühlen oder Männer, die sich als Frauen fühlen, leiden stark unter ihrem äußeren Erscheinungsbild und der damit verbundenen Rollenzuteilung der Gesellschaft.

Bei der Transsexualität hat sich das Hirn schon vor der Geburt gegensätzlich zu den äußeren Geschlechtsorganen entwickelt. Viele Betroffene denken über eine Geschlechtsumwandlung nach, da eine Psychotherapie hier keine Veränderung bewirken kann. Trotzdem muss dieser Schritt gut überlegt und vorbereitet werden. Denn die Umwandlung lässt sich nicht mehr rückgängig machen.

Gesichtspflege - reine Haut

Sowohl physisch als auch psychisch ist die Geschlechtsumwandlung nicht nur ein operativer Eingriff, sondern ein Einschnitt, der das gesamte Leben verändern wird. Deshalb bieten seriöse Kliniken eine umfassende Betreuung vor, während und nach dem Klinikaufenthalt an.

Geschlechtsumwandlung Mann zu Frau im Überblick

Wirkung

  • Haltbarkeit: dauerhaft
  • Wirkung: nach ca. 6 Wochen
  • Gesellschaftsfähig: nach 2 Wochen
  • Narben: ja, aber kaum sichtbar

Eingriff

  • Dauer: 1-2 Stunden
  • Betäubung: Vollnarkose
  • Klinikaufenthalt: 14 Tage
  • Schmerzen: mittel bis schwer

Risiken

  • Allgemeine Risiken einer OP in Vollnarkose, z.B. vorübergehendes Taubheitsgefühl, allergische Reaktion bis hin zum allergischen Schock, Übelkeit und Erbrechen nach der Narkose
  • Spezielle Risiken: Vermehrt Blasenentzündungen, Streuung des Urinstrahles, andauernde Gefühlsstörungen, Verlust der Orgasmusfähigkeit

Nachsorge

  • Im Krankenhaus: Thromboseprophylaxe, nlegen eines Blasenkatheters, ca. 10 Tage, Wunddrainage
  • Keine körperliche Arbeit für mindestens 6 Wochen; schwere körperliche Arbeit: erst nach ca. 6 Monaten
  • Kein Sonnenbaden, keine Saunabesuche bis zur abgeschlossenen Wundheilung
  • Vermeiden von Alkohol und Rauchen

Kosten

  • Kostenübernahme durch die Krankenkasse, wenn dem gestellten Antrag stattgegeben wird

Planung

Der Eingriff einer Geschlechtsumwandlung muss äußerst sorgfältig geplant werden. Folgende Schritte sind wichtig:

  • Psychisch diagnostische Klärung
  • Körperliche Untersuchung
  • Psychosoziale Betreuung
  • Psychotherapeutische Begleitung und Alltagstest
  • Hormonbehandlung
  • Planung der Operation
  • Antrag auf Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Psychische diagnostische Klärung

Zunächst erfolgt eine Abklärung durch den Psychiater, ob der Wunsch zur Geschlechtsumwandlung als Symptom einer psychischen Krankheit auftritt, die vom Betroffenen selber als solche nicht erkannt werden kann. In diesem Fall wäre eine Umwandlung fatal, da der Wunsch nur ein vorübergehender ist. Stellt der Psychiater die Diagnose „Transsexualität“, wird die Behandlung und Operation von den Krankenkassen übernommen.

Körperliche Untersuchung

Es sind zahlreiche Untersuchungen notwendig: Allgemeine, urologische und endokrinologische (Stoffwechsel), um zu Überprüfen, ob die OP bei Ihnen durchgeführt werden kann und Sie die Hormone, die im Vorfeld eingenommen werden müssen, vertragen.

Psychosoziale Betreuung

Die psychosoziale Betreuung wird häufig von den Kliniken angeboten. Da die Geschlechtsumwandlung viele rechtliche Veränderungen bringt, die Ihnen vielleicht nicht bewusst sind, ist Hilfe durch Sozialarbeiter hier eine große Stütze.

Psychotherapeutische Begleitung und Alltagstest

Ohne diese wird Ihnen die Krankenkasse keine Kostenübernahme gewähren. Auch seriöse Ärzte operieren nur, wenn unterstützend eine Psychotherapie stattfindet. Sie wird von den Krankenkassen gezahlt. Den Alltagstest in Ihrer neuen Rolle als Frau sollten Sie schon über einige Monate vor der OP machen: leben Sie als Frau (Kleidung, Frisur) um zu sehen, ob Sie sich in der anderen Geschlechterrolle tatsächlich wohlfühlen. Mit dem Psychotherapeuten haben Sie einen Ansprechpartner, der Ihnen bei auftretenden Problemen helfen kann.

Hormonbehandlung

Spritzen sind nicht schlimmDas weibliche Geschlechtshormon Östrogen wird 6 - 12 Monate verabreicht. Es gibt mehrere Methoden dafür: Über Implantate, Pflaster oder orale Einnahme. Zusätzlich kann ein Antiandrogen (Cyproteronacetat) gegeben werden, dass die Haarproduktion etwas reduziert.

Wirkungen des Östrogens sind:

  • Weibliche Fettverteilung
  • Weiche Haut
  • Gynäkomastie (Wachsen der Brust, Ausmaß individuell, je nach vorhandenen Rezeptoren, die auf das Hormon ansprechen)
  • Hodenatrophie (-verkleinerung)
  • Potenzverlust

Antrag auf Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Bescheinigt Ihnen Ihr Psychiater eine Transsexualität, übernehmen die Krankenkassen den Eingriff oftmals. Hier sollte vorab gehandelt werden, um die Kostenübernahme nicht zu verzögern.

Methoden zur Geschlechtsumwandlung Mann zu Frau

Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose. Bei der Geschlechtsumwandlung vom Mann zur Frau werden die weiblichen Geschlechtsorgane nachgebildet. Die Umwandlung kann also in zwei Schritten erfolgen:

  • Brustvergrößerung
  • Gentialangleichung

Chirurg bei der ArbeitAls Vorbereitung auf die Operation und um den Behandlungserfolg zu sichern, sollten folgende Grundregeln beachtet werden:

  • Nikotin: Rauchen Sie ab ca. 2 Wochen vor der Operation nicht mehr. Nikotin führt zu einer peripheren Gefäßverengung und damit einer Minderung der Durchblutung, was zu Wundheilungsstörungen führen kann.
  • Keine Sonnenbäder, Solariumsbesuche oder exzessive Saunabesuche: Stellen Sie sicher, dass die Haut im Brust- und Genitalbereich nicht gereizt ist.
  • Medikamente: Vermeiden Sie Medikamente, die Einfluss auf die Gerinnungsfunktion des Blutes nehmen. Dabei handelt es sich vor allem um Schmerzmittel. Fragen Sie Ihren betreuenden Arzt oder Hausarzt. Er teilt Ihnen mit, welche Medikamente Sie bis zur Operation weiterhin einnehmen dürfen.

Brustaugmentation (= Brustvergrößerung)

Die Brustvergrößerung ist eine eigenständige Operation. Detaillierte Informationen finden Sie unter Brustvergrößerung und Brustaufbau. Hier werden nur die groben Züge des Eingriffs beschrieben.

Die Operation erfolgt unter Vollnarkose, welche durch einen Narkosearzt (Anästhesisten) ständig überwacht wird. Er ist während der gesamten Operation anwesend und überwacht die Vitalfunktionen des Patienten.

Die Brust kann mittels Implantaten aus Silikon oder Kochsalzlösung herausgearbeitet werden. Silikon wirkt echter, Kochsalzlösung dagegen ist weniger gefährlich. Allerdings sind heutzutage Silikonimplantate als risikolos anzusehen.

Das Einsetzen der Implantate kann über verschiedene Varianten geschehen. Wie die Implantate eingesetzt, positioniert und welche Schnitttechnik gewählt wird, hängt von der Anatomie des Patienten und der Art des eingesetzten Implantats ab. Sie muss individuell auf die Brustbeschaffenheit des Patienten abgestimmt werden.

Egal welche der Schnitttechniken gewählt wird, um das Implantat zu positionieren muss der Chirurg einen Hohlraum schaffen, in den er das Implantat einbringen kann. Dies kann entweder zwischen Brustmuskel und Haut (subglandulär), also vor dem Brustmuskel, oder unter dem Brustmuskel (submuskulär oder subpektoral) geschehen.

Die Positionierung des Implantats vor dem Brustmuskel verursacht weniger Schmerzen und führt zu einem natürlicheren Ergebnis als die Platzierung hinter dem Brustmuskel. Voraussetzung ist jedoch, dass genügend eigenes Brustgewebe vorhanden ist, da das Implantat sonst evtl. von außen sichtbar wird. Bei einer Geschlechtsumwandlung wird dies nur selten der Fall sein. Generell ist die Gefahr einer Kapselfibrose ist bei dieser Variante höher.

Genitalangleichung

Die Eichel des Penis wird mitsamt seiner Gefäß- und Nervenversorgung erhalten, damit auch nach der Operation Orgasmusfähigkeit besteht. Die Hoden werden entfernt, die Harnröhre verkürzt und die Schwellkörper vorsichtig abpräpariert, da dort der Gefäss- und Nervenstrang der Eichel durchläuft. Die Penis- und Hodenhaut bleibt erhalten. Sie wird zur Bildung der großen Schamlippen und zur Abdeckung der verkürzten Eichel genutzt. Die Eichel bildet somit die Klitoris der neuen Vagina.

Stimmänderung

Operationen an den Stimmbändern werden nur selten durchgeführt, da die Risiken, die Stimme völlig zu verlieren, sehr hoch sind. Als Alternative bietet sich Stimmtraining bei einem Logopäden an.

Nachsorge

Bereits im Krankenhaus beginnt eine umfassende Nachsorge zur Absicherung des Operationserfolgs:

  • Thromboseprophylaxe mittels Bauchspritzen (Heparin) und dem Tragen von Thrombosestrümpfen
  • Anlegen eines Blasenkatheters, ca. 10 Tage, da die Harnröhre erst verheilen muss. Kontakt mit Urin erhöht das Risiko eines Infektes
  • Wunddrainage, um das Wundsekret abzuleiten
  • Natürlich gilt auch im Krankenhaus: Gesunde Lebensweise (nicht rauchen, egal wie „aufwühlend“ die Situation auch sein mag).

Schönes Lebensgefühl erlangen

Befolgen Sie zu Hause folgende Anweisungen, um ein optimales Behandlungsergebnis zu erzielen:

  • Leichte körperliche Arbeit: nach Entlassung noch ca. 4 - 6 Wochen warten
  • Schwere körperliche Arbeit: bis zu 6 Monaten warten
  • Kein Sonnenbaden, keine Saunabesuche bis zur abgeschlossenen Wundheilung
  • Bei Bedarf: Einnahme eines Schmerzmittels, das vom Arzt verschrieben wird
  • Vermeiden von Alkohol und Rauchen, da dies sowohl die Wundheilung beeinträchtigt als auch das Thromboserisiko erhöht.

Risiken

Die Geschlechtsumwandlung ist ein größerer Eingriff, der dementsprechend auch mit Risiken behaftet ist.

Zunächst bestehen die allgemeinen Risiken einer OP in Vollnarkose, z.B.:

  • Thrombosen
  • Schwellungen, Blutergüsse
  • Vorübergehendes Taubheitsge­fühl
  • Allergische Reaktion bis hin zum allergischen Schock
  • Übelkeit und Erbrechen nach der Narkose
  • Heiserkeit und Halsschmerzen (Tubus in der Luftröhre während der Beatmung)

Daneben bestehen spezielle Operationsrisiken:

  • Vorübergehende oder andauernde Gefühlsstörungen, bei Verletzung von Nerven
  • Verlust der Orgasmusfähigkeit, wenn der Nervenstrang zum Penis verletzt wurde

Generell werden Sie nach dem Eingriff anfälliger für Blasenentzündungen sein, die Frauen öfter bekommen: Durch die verkürzte Harnröhre wird eine „leichtere“ Eintrittspforte für Bakterien geschaffen.

Zudem kann bei einem unbefriedigendem Ergebnis eine Korrekturoperationen notwendig werden.

Arztwahl

Wenden Sie sich unbedingt an eine Klinik, die auf Geschlechtsumwandlungen spezialisiert sind. Diese werden nicht nur die Operation durchführen, sondern Ihnen auch bei der Organisation der notwendigen psychischen und sozialen Betreuung helfen.

Beratung Arzt

Lassen Sie sich ausreichend aufklären und beraten. Ein seriöser Arzt wird alle möglichen Risiken ausführlich erörtern und mit Ihnen die für geeignete Methode finden. Darüber hinaus sollte der Arzt umfangreiche Erfahrungen in der Durchführung der bei Ihnen angewendeten Behandlung haben.

Kosten Geschlechtsumwandlung

Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen. Allerdings muss ein Antrag gestellt werden und ein psychiatrisches Gutachten zur Notwendigkeit vorliegen. Die erforderliche Indikation lautet auf „Transsexualität“.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie ist die Unterbringung in der Klinik geregelt?

Die meisten Klinken bringen Sie in einem Frauenzimmer unter. Wenn andere Patienten in der Klinik sind, die sich derselben Operation unterziehen, werden Sie mit diesen ein Zimmer teilen.

Wie oft muss ich operiert werden?

In der Regel reicht eine Operation aus. Es kann allerdings die Notwendigkeit zu Nachkorrekturen bestehen, dann wird ein zweites Mal operiert. Je nach Klinik kann gleichzeitig die Brust operiert werden oder aber dafür auch eine zweite Operation geplant werden.

Kann der Eingriff rückgängig gemacht werden?

Nein, der Originalzustand kann nicht wieder hergestellt werden. Daher sind die Voruntersuchungen sehr wichtig; dort wird geprüft, ob Ihr Umwandlungswunsch evtl. auf vorübergehenden Gefühlsschwankungen basiert oder dauerhaft ist.

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