Haartransplantation

Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem und die Haartransplantation ein sehr häufig durchgeführter Eingriff. Die Kosten hängen vom Umfang des Eingriffs ab, beginnen aber bei ca. 1.500 Euro. Unser Ratgeber informiert Sie umfassend zur Haartransplantation.

Haarausfall ist ein weitverbreitetes Problem – allein in Deutschland sind mehr als 12 Millionen Menschen (meist Männer) davon betroffen – und viele Menschen denken über eine Haartransplantation nach. Oftmals treten erste Anzeichen einer nahenden Glatzenbildung bereits im Alter zwischen 20 und 30 Jahren auf.

Die erbliche Form des Haarausfalls ist dabei bei dem Großteil der betroffenen die Ursache. Doch auch Krankheiten können zu Haarausfall führen. Nicht jeder kommt mit dem Haarverlust gleich gut zurecht, manchen bereitet er teilweise große psychische Probleme.

Die Haartransplantation (medizinisch auch Eigenhaartransplantation genannt) stellt eine effektive Methode dar, die schon vielen betroffenen Menschen zu neuer Haarpracht verholfen hat. So ist es nicht verwunderlich, dass sich immer mehr Menschen für eine solche Behandlung entscheiden. In Deutschland zählt die Haartransplantation bei Männern bereits zu den am häufigsten durchgeführten schönheitschirurgischen Eingriffen. Christian Lindner und Jürgen Klopp sind prominente Beispiele, die auch in der Presse viel diskutiert wurden.

Je umfangreicher die Fehlstellen sind, umso aufwendiger wird eine Haartransplantation. Bei kleineren Fehlstellen ist sie dagegen sehr leicht zu realisieren.

Fehlende Haare zeigen sich oft am Hinterkopf

Die Haartransplantation im Überblick

Haartransplantationen sind eine der am häufigsten durchgeführten plastisch-ästhetischen Operationen in Deutschland. Der Großteil dieser Eingriffe wird bei Männern durchgeführt.

Wirkung

  • Haltbarkeit: Dauerhaft
  • Gesellschaftsfähig: Nach 1 bis 2 Tagen
  • Narben: In der Regel nicht sichtbar (bei der FUT-Methode); bei FUE-Methode keine Narben

Eingriff

  • Dauer: 2-5 Stunden pro Sitzung
  • Betäubung: Örtliche Betäubung
  • Klinikaufenthalt: Nein
  • Schmerzen: Gering

Risiken

  • Wundheilungsstörung
  • Wundinfektion
  • Schwellungen
  • Abstoßung der verpflanzten Haare

Nachsorge

  • Im Bereich der verpflanzten Haare nicht kratzen oder zupfen
  • Haare waschen ist nach ca. einer Woche wieder möglich
  • Mildes Shampoo verwenden
  • Kein Sport während der ersten vier Wochen nach der Behandlung
  • Kein Saunabesuch während der ersten vier Wochen nach der Behandlung

Kosten

  • Je nach Menge der verpflanzten Haare, 1.500-6.000 Euro

Planungsphase der Haartransplantation

Voraussetzung für die Durchführung einer Haartransplantation mit Eigenhaar ist, dass am Hinterkopf ein noch ausreichend dichter Haarkranz vorhanden ist (bei der Ausgangslage im Bild wird es knapp). Diese Grundvoraussetzung ist jedoch in der Regel gegeben, sollte also kein Hindernis darstellen.

Mann mit Halbglatze

Des Weiteren muss abgeklärt werden, ob der Haarausfall erblich bedingt oder durch eine Krankheit verursacht ist. Erblich bedingter Haarausfall kann problemlos durch eine Haartransplantation behandelt werden. Ist der Haarausfall jedoch durch Krankheit innerer Organe bzw. Medikamente verursacht worden, sollten Sie zunächst Ihren Hausarzt, einen Internisten oder einen Dermatologen aufsuchen, um die genaue Ursache des Haarverlustes abzuklären.

Haarverlust nach Unfällen, Verbrennungen, Tierbissen oder Verletzungen anderer Ursache kann grundsätzlich mit einer Haartransplantation behandelt werden. Meist muss jedoch zuvor eine Vorbehandlung, wie z.B. eine Gewebeexpansion durchgeführt werden, an die sich dann die eigentliche Haartransplantation anschließt.

Der Eingriff

Zunächst müssen aus dem noch bestehenden Haarkranz am Hinterkopf Haare zur Verpflanzung entnommen werden. Dies sollte in einem möglichst dicht bewachsenen Bereich geschehen, so dass die Entnahmestelle anschließend gut durch die umstehenden Haare verdeckt werden kann und somit nicht mehr sichtbar ist.

Man unterscheidet zwei unterschiedliche Methoden bei der Entnahme der Haare

  • FUT, welches für „Follicular Unit Transplantation“ steht
  • FUE, welches für “Follicle Unit Extraction” steht
Methode
Erklärung
FUT
Die FUT Methode (Follicular Unit Transplantation) ist die aktuell am häufigsten verwendete Methode der Haartransplantation. Das zu verpflanzende Eigenhaar wird in einem 1 cm langen Streifen an einer anderen Stelle entnommen, dann aufgeteilt und wieder verpflanzt. Dabei können an der Entnahmestelle Narben entstehen oder die Stelle kann im Nachhinein auffallen.

FUE
Bei der FUE-Methode (Follicle Unit Extraction) werden die zu verpflanzenden Haare einzeln entnommen und direkt wieder eingepflanzt. Damit entsteht keine größere Wunde und es kann keine Narben geben. Dafür ist die Methode sehr aufwendig.

FUT Haartransplantation

Bei der FUT-Methode wird das Haar in einem größeren Streifen entnommen. Der Operateur führt im entsprechenden Bereich zunächst eine lokale Betäubung durch und entnimmt anschließend einen ca. 1 cm breiten, ca. 10 cm langen, möglichst dicht behaarten Hautstreifen. Die dadurch entstehende Wunde wird vernäht.

Der gewonnene Hautstreifen wird nun mit Hilfe eines Mikroskops bzw. einer Lupe in einzelne Mini-Transplantate zerteilt, die sogenannten Mini- und Micrografts. Diese enthalten jeweils nur noch 1-4 Haare inklusive Haarwurzel.

Nun werden die Stellen, an welche die Haare verpflanzt werden sollen, örtlich betäubt und mit einem kleinen Messerchen oder einem sogenannten Nokorstift kleinste Mikroöffnungen in der Kopfhaut geschaffen. In das Unterhautfettgewebe dieser Öffnungen werden die Mini-Transplantate mit Hilfe einer Pinzette eingesetzt. Manche Ärzte verwenden zur Schaffung der Mikroöffnungen einen Laser, was jedoch bei unsachgemäßer Anwendung zu Verbrennungen führen kann.

Eine solche Haartransplantation dauert je nach Umfang zwischen zwei und fünf Stunden. Der Patient kann die Klinik unmittelbar nach dem Eingriff verlassen.

FUE Haartransplantation

Im Unterschied zur FUT-Methode wird bei der FUE Technik (Follicle Unit Extraction) nicht ein Streifen entnommen, um zu vermeiden, dass sich an dieser Stelle Narben bilden und die entstandene Lücke unnatürlich wirkt.

Mann mit Geheimratsecken

Vielmehr werden einzelne Haare mit Haarwurzel entnommen und direkt „verpflanzt“. Die FUE Methode ist entsprechend aufwendiger, da hier nur in kleineren Schritten vorangegangen werden kann. Sie eignet sich daher vor allem für kleinere Ausbesserungen von Geheimratsecken oder anderen sehr punktuellen Haarauffüllungen und nicht so sehr für großflächige Abdeckungen.

Sorgfältige Nachsorge

 Während der ersten Tage nach dem Eingriff kann es auf dem Kopf zu leichten Spannungsgefühlen kommen. Rund um die Einpflanzungsstellen der Mikro-Transplantate kann es zu Krustenbildung kommen. Diese fallen jedoch in der Regel nach wenigen Tagen ab. Bis das endgültige Ergebnis der Haartransplantation sichtbar ist, dauert es einige Wochen bis Monate. Das Ergebnis hält dann normalerweise aber auch für längere Zeit an.

Befolgen Sie zudem folgende Anweisungen, um ein optimales Behandlungsergebnis zu erzielen:

  • Zur Schonung der frisch verpflanzten Haarwurzeln, verzichten Sie während der ersten Woche nach dem Eingriff darauf, die Haare zu waschen
  • Wenn Sie wieder mit dem Haare waschen beginnen, sollten Sie ein möglichst mildes Shampoo verwenden
  • Während der ersten vier Wochen nach der Behandlung sollten Sie auf starke sportliche Aktivität verzichten
  • Verzichten Sie während der ersten vier Wochen nach der Behandlung auf Saunabesuche und vermeiden Sie längeren Aufenthalt in der Sonne ohne die behandelten Stellen am Kopf zu schützen

Geringe Risiken einer Haartransplantation

Normalerweise stellt eine Haartransplantation keinen risikoreichen Eingriff dar, da nur sehr oberflächliche Verletzungen gesetzt werden. Eventuell auftretende Schwellungen oder Schorfbildung verursachen in den meisten Fällen keine größeren Probleme und verschwinden nach einigen Tagen wieder.

Die Hauptgefahrenquelle bei der Haartransplantation liegt in Infektionen, die durch unsauberes Arbeiten des Operateurs verursacht werden. Dies kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass die verpflanzten Haare nicht richtig anwachsen und wieder abfallen können. Bei Verwendung eines Lasers zur Erzeugung der Mikroöffnungen kann es zu Verbrennungen kommen.

Im Falle der FUT-Methode kann an der Stelle des entnommenen Streifens eine ungewollte Narbe zurück bleiben.

Arztwahl

 Haartransplantationen gehören mittlerweile fast schon zum Standardprogramm eines Schönheitschirurgen. Sie sollten dennoch darauf achten, dass der Arzt bereits genügend Erfahrung bei der Durchführung eines solchen Eingriffs gesammelt hat, diesen also regelmäßig durchführt.

Gute Arztwahl ist wichtig

Sehr gute Voraussetzungen bringen folgende Fachärzte mit

  • Fachärzte für Dermatologie
  • Facharzt für Ästhetische und Plastische Chirurgie

Bei entsprechender Erfahrung können jedoch auch Ärzte anderer Fachrichtungen gute Ergebnisse erzielen.

Holen Sie sich auf jeden Fall eine zweite Meinung ein und lassen Sie sich Fotos von den Ergebnissen der bisher von diesem Arzt durchgeführten Haartransplantationen zeigen.

Haartransplantation Kosten

Die Kosten für eine Haartransplantation betragen, je nach Umfang der transplantierten Haarwurzeln, ca. 1.500 bis 6.000 Euro. Je größer die zu behandelnden Stellen sind, umso höher sind die Kosten und können im Einzelfall auch über 6.000 Euro hinaus gehen.

Eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen ist ausgeschlossen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann eine Haartransplantation bei jedem durchgeführt werden?

Voraussetzung für die Durchführung einer Haartransplantation ist, dass am Hinterkopf ein noch ausreichend dichter Haarkranz vorhanden ist. Diese Grundvoraussetzung ist jedoch in der Regel gegeben, sollte also kein Hindernis darstellen.

Gibt es für die Durchführung einer Haartransplantation eine Altersgrenze?

Nein, prinzipiell kann eine Eigenhaartransplantation durchgeführt werden, solange ein Haarkranz vorhanden ist.

Ist eine Haartransplantation ein sehr schmerzhafter Eingriff?

Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung und somit normalerweise nicht sehr schmerzhaft.

Ist die Entnahmestelle der Haare anschließend sichtbar?

Nein, die Stelle wird durch die umliegenden Haare verdeckt und ist nicht sichtbar.

Können auch Haare anderer Menschen transplantiert werden?

Nein, Haare anderer Menschen würden vom Körper abgestoßen. Es können nur körpereigene Haare verpflanzt werden.

Muss man das transplantierte Haar besonders pflegen?

Sobald das verpflanzte Haar festgewachsen ist, bedarf es keiner besonderen Pflege. Während der ersten Woche nach dem Eingriff sollten Sie jedoch darauf verzichten, die Haare zu waschen, um die frisch verpflanzten Haarwurzeln zu schonen. Wenn Sie wieder mit dem Haare waschen beginnen, sollten Sie während der ersten Wochen ein möglichst mildes Shampoo verwenden.

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