Holz quillt bei Feuchtigkeit und schwindet bei Trockenheit
Holz dehnt sich aus bzw. zieht sich zusammen, abhängig von den Umwelteinflüssen. Es „arbeitet“. Dies liegt daran, dass Holz wesentlich aus Wasser besteht. Ist die Umgebung feuchter, dehnt es sich aus. Ist sie trockener, zieht sich Holz zusammen. Man bezeichnet das auch das Quellverhalten und Schwindverhalten. Einerseits sorgt Holz damit für einen Klimaausgleich in unmittelbarer Umgebung, andererseits bewegen sich Hölzer aber. Egal ob es um Möbel, Bodenbelägeoder Terrassen geht: Wenn verbautes Holz zu feucht verbaut wird, oder später Feuchtigkeit zieht oder großer Trockenheit ausgesetzt ist, kann es zu großen Problemen kommen.
Alle Holzarten reagieren auf Feuchtigkeit
Holz in normalem Zustand enthält oft 100% mehr Wasser als in einem Zustand nach Trocknen. Entsprechend verändert sich auch das Gewicht des Materials. Die Verarbeitung von Holz erfolgt in einem bestimmten getrockneten Zustand. Je nach Einsatzzweck muss das Holz vorab eine spezifische Feuchte aufweisen, die derjenigen im späteren Einsatz entspricht. Nur so können wesentliche Veränderungen im späteren Einsatz reduziert werden. Insbesondere bei Baukonstruktionen aus Holz ist dies besonders wichtig und wird durch zahlreiche Normen geregelt. Allerdings kommt es immer wieder zu Problemen, entweder weil nicht darauf geachtet wird oder man die Umgebungstemperatur eben nicht genau messen kann.
Die Probleme treten auch bei hochgelobten Holzsorten wie Bangkirai (oder Bankirai) auf, die besonders resistent sein sollen. Meist werden die Hölzer ohne ausreichende Trocknung geliefert. Wenn man sie dann verbaut, ohne sie vorher auch ein normales Maß zu trocknen, verzieht sich der schöne Terrassenboden schneller, als man denkt.
Je nach Schnitt entstehen unterschiedliche Zugkräfte
Holz quellt und schwindet in unterschiedlichem Ausmaß, je nach Richtung der ursprünglichen Lage im Baum. Hölzer werden grundsätzlich in Richtung des Baumwuchses bzw. der Fasern geschnitten. In dieser Richtung quellt und schwindet das Holz so gut wie gar nicht. Ein Dielenfußboden dehnt sich in Längsrichtung so gut wie nicht aus. In Querrichtung, also im Baum von Innen nach Außen quellt das Material deutlich mehr. Im Vergleich zur Längsrichtung quellt das Holz um den Faktor 10 bis 20. Tangential, also entlang der Jahresringe, dehnt sich das Holz sogar im Faktor 15 bis 30 aus. Es kommt daher ganz wesentlich darauf an, wie das Holz aus dem Stamm geschnitten wurde, um die Richtung der Kräfte zu verstehen, die beim Quellen und Schwinden des Holzes wirken. Beim Dielenboden können sich im Wesentlichen die Breite der Dielen ändern und es könnte zu einer Biegung entlang der Längsachse kommen. Feder und Nut bei Fertigdielenboden gleichen diese Bewegungen des Holzes aus
Im Bild ist beispielsweise der obere, schwarze umrandete Ausschnitt deutlich stärkerem Schwindverhalten ausgesetzt, da dieses Verhalten entlang der Baumringe wirkt. Beim Ausschnitt links dagegen wirken viel geringere Kräfte. Da man nicht genau weiß, woher ein Brett stammt und, wie beim Parkett, möglicherweise durch die Sortierung der Hölzer (zum Beispiel beim Fischgrät-Muster) komplett unterschiedliche Zugkräfte entstehen, kommt es ganz wesentlich auf eine gute Verarbeitung an, um spätere Probleme vermeiden zu können.
Im Normalfall wirken diese Kräfte bei verschiedenen Hölzer mehr oder weniger ähnlich stark, wenn sie feucht werden. Buche ist eine Ausnahme, die deutlich stärker reagiert, während Ahorn deutlich geringere Reaktionen auf Feuchtigkeit und Trockenheit zeigt.








