Holz ist nicht gleich Holz. Es gibt vielmehr in einem Baum verschiedene Schichten unterschiedlicher Holzarten, die nicht alle nutzbar sind.

Die äußere Schicht bildet die Borke, auch Außenrinde genannt. Diese schützt den Baum vor dem Austrocknen. Danach folgt die Innenrinde (sogenanntes Bast), die für den Transport von Nährstoffen des Baumes nach unten die Wurzeln zuständig ist.

Nach der Rinde folgt die sogenannte Zuwachssicht, auch Kambium genannt. Das Gewebe ist schleimartig und dient als Wachstumsschicht sowohl für die Innenrinde als auch für die inneren Schichten des Holzes, das Splint und das Kernholz.

Erst nach der Wachstumsschicht kommt das eigentliche Holz. Zunächst gibt es die noch lebende Holzschicht, das Splintholz. Hier wird Wasser aus dem Boden in die Baumkronen transportiert. Es ist relativ weich, damit es dieser Funktion nachkommen kann. Da das Splintholz sehr weich ist, kann es nicht bei allen Holzarten genutzt werden. So ist der Splint von Eichenholz nicht nutzbar. Bei geringeren optischen Qualitätsstufen ist ein wenig Randsplit allerdings meist erlaubt.

Die innerste Schicht bildet das Kernholz. Dieses Holz ist abgestorben bzw. wird für die Transportarbeiten der Splintholzschicht nicht mehr benötigt. Nicht bei allen Bäumen gibt es eine ausgeprägte Kernholzschicht. Das Kernholz ist sehr hart und wenig anfällig gegen Schädlinge. Es ist auch dunkler als Splintholz. Kernholz bildet sich bei vielen Baumarten erst nach mind. 20 Jahren.

Im obigen Bild sind verschiedene Arten von Holz schön zu erkennen. Einige Stämme haben Kernholz in der Mitte, bei anderen ist kein Unterschied im Inneren zu erkennen.

Vier typische Holzarten

Je nachdem, wie stark entweder das Kernholz oder das Splintholz überwiegend, unterscheidet man unterschiedliche Arten von Holz. Die folgende Tabelle zeigt die vier typischen Holzarten auf:

Art
Zusammensetzung Holzart
Splintholz
Splintholzbäume entwickeln kein Kernholz. Sie haben recht enge Jahresringe. Da sie nur aus recht weichem Holz bestehen, sind sie nicht sehr widerstandsfähig. Beispiele sind: Ahorn, Birke, Erle, Pappel
Kernholz
Kernholzbäume haben einen dunkleren festen Kern und helles Splintholz. Da das Splintholz sehr weich ist, findet es kaum als Bau- oder Möbelholz Verwendung. Beispiele sind: Eibe, Eiche, Lärche, Kiefer, Kirschbaum, Nussbaum
Reifholz
Reifholzbäume bilden keinen so markanten Kern aus wie Kernholz; dennoch reift das Holz im Inneren stärker und trocknet aus, ohne dabei aber stark zu verdunkeln. Der Kern bleibt optisch dem Splintholz recht ähnlich ist. Beispiele sind: Birnbaum, Fichte, Linde, Rotbuche, Tanne
Kernreifholz
Kernreifholzbäume: Bei diesen Bäumen können alle inneren Holzbestandteile genutzt werden, Splintholz, Kernholz bzw. das Reifholz. Beispiele dafür sind Esche und Ulme. Das Splintholz der Esche wird aufgrund seiner Flexibilität zum Beispiel zur Herstellung von Sportgeräten genutzt.

Bei Fichtenholz, als Beispiel im Bild zu sehen, unterscheidet sich der innere Teil des Holzes, das Reifholz, kaum vom Splintholz.

Fichtenholz ist ein Reifholz mit wenig sichtbarem Kernholz
Im Stamm einer Fichte unterscheiden sich die inneren Ringe kaum vom Rest

Beeinflussung der Holzmaserung

Beim Wachstum eines Baumes kommt es zu diversen Effekten, die die Holzmaserung des aus dem Baum gewonnen Holzes stark beeinflussen. Wichtigste Beispiele sind Äste und Risse:

Kieferndielen mit sichtbarem Kernholz und Splintholz
Bei dieser Kieferdiele sieht man klar die verschiedenen Holzarten

Äste wachsen bis ins Innere des Stamms

Bäume haben Äste, wo die Blätter auszubilden, die für die Nährstoffaufnahme so wichtig sind. Die Äste wachsen durch den Baumstamm von außen bis in die innerste Zone des Kernholzes, das Mark.

Äste stören den Faserverlauf im Holz und vermindern daher die Belastbarkeit des Holzes. Für Bauholz oder anderes Holz, welches größeren Belastungen standhalten muss, wird daher astfreies Holz genutzt. Bei Bodenbeläge ist die Astfreiheit ein Qualitätsmerkmal, aber sie ist nicht immer gewollt.

Ausfalläste hinterlassen Löcher

Äste können auch ausfallen, sowohl während der Lebenszeit eines Baumes als auch nach der Verarbeitung. Ausfalläste in Holzbrettern werden in der Regel ausgebohrt und mit sogenannten Astlochdübeln geschlossen. Rund um ausgefallene Äste kann zum Beispiel durch Pilzbefall das Holz weiter angegriffen werden, was unschöne Strukturen hervorruft.

Klima oder ungünstige Statik erzeugen Längsrisse oder Querrisse

Risse im Stamm eines Baumes sind vor allem auf klimatische Ursachen zurückzuführen. Der Baumstamm hat ggfs. schon eine Schwachstelle, trocknet aber durch Sonneneinstrahlung partiell besonders aus oder Wassereinlagerung gefrieren und erzeugen Druck nach außen.

Ebenfalls kann auch einfach eine Überlastung des Materials die Ursache sein, durch Wind, das Eigengewicht des Baumes oder Krankheit des Baumes.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Rate