Lippenvergrößerung

Die Lippenunterspritzung, zum Beispiel mit Hyaluronsäure, ist ein häufig vorgenommener Eingriff zur Lippenvergrößerung. Mit Eigenfett hält die Vergrößerung auch dauerhaft. Es ist mit Kosten ab 400 Euro (Hyaluronsäure) bzw. 1.000 Euro (Lippenunterspritzung mit Eigenfett) zu rechnen.

Volle Lippen gelten als ästhetisch schön. Doch wer hat schon von Natur aus eine ausgeprägte, symmetrische Herzkontur der Oberlippe sowie solch voluminöse Lippen wie viele bekannte Filmstars? Eine Lippenvergrößerung, oftmals in der Form der Lippenunterspritzung mit Hyaluronsäure, ist daher für viele Frauen attraktiv.

Dünnen und schmalen Lippen wird nachgesagt, dass sie einen Menschen verkniffen und streng wirken lassen. Durch Alterungsprozesse sinken im Laufe der Zeit die Mundwinkel ab, das Bindegewebe verliert an Straffheit und letztendlich erscheinen die Lippen dünner und schmaler. Volle Lippen ziehen die Aufmerksamkeit auf sich.

Auffällige Lippen

Immer mehr Frauen spielen deshalb mit dem Gedanken, ihre Lippen mit Hilfe der Schönheitschirurgie künstlich vergrößern zu lassen. Die Lippenvergrößerung gehört mittlerweile zum Standard-Angebot vieler Schönheitschirurgen und lässt sich relativ schnell und unkompliziert durchführen.

Die Lippenvergrößerung im Überblick

Wirkung

  • Haltbarkeit: 3 bis 8 Monate (bei abbaubaren Füllstoffen) bzw. dauerhaft (bei Eigenfett, Kunststoffimplantaten)
  • Wirkung: Sofort sichtbar
  • Gesellschaftsfähig: Sofort oder nach wenigen Tagen
  • Narben: Keine (Füllstoffe) bzw. in der Regel nicht sichtbar (Kunststoffimplantate)

Eingriff

  • Dauer: 10 bis 20 Minuten
  • Betäubung: Bei Bedarf örtliche Betäubung
  • Klinikübernachtungen: Keine
  • Schmerzen: Mittel

Risiken

  • Infektionen
  • Allergische Reaktion, Abstoßung
  • Fremdkörpergefühl
  • Störende Narben
  • Ästhetisch unerwünschte Folgen: Sichtbare Knötchen, Sichtbare und entzündliche Enden bei fehlerhaftem Implantieren, Unterkorrekturen, Wülstchen (Narben) bei Überkorrektur, Verrutschen und Wandern des Implantats

Nachsorge

  • Beim Auftreten von Blutergüssen und Schwellungen kühle Kompressen auflegen
  • Während der ersten zwei Tage nach der OP möglichst nicht heftig kauen und möglichst wenig sprechen.
  • Die Lippen sollten für zwei Tage vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden.

Kosten

  • Lippenunterspritzung mit Hyaluronsäure, Kollagen: ca. 400 Euro
  • Lippenunterspritzung mit Eigenfett: ca. 1.000 Euro
  • Lippenvergrößerung mit Kunststoff-Implantaten: ab 1.000 Euro

Planungsphase der Lippenvergrößerung

Die Gründe für eine Lippenvergrößerung sind ausnahmslos rein ästhetischer Natur, wobei das Ergebnis möglichst natürlich wirken soll. In manchen Fällen wird hier zuviel gewollt, was nicht immer den gewünschten Effekt zur Folge hat. Eine sorgfältige Absprache mit dem erfahrenen Operateur beugt entsprechenden Überraschungen vor.

Nehmen Sie Fotos in das Beratungsgespräch mit, so können Sie leichter darstellen was Ihnen gefällt und was Sie nicht mögen. Der Operateur kann mit Ihnen dann erörtern, ob eine Lippenvergrößerung sinnvoll ist und welche Methode am ehesten den gewünschten Effekt erzielt.

Im Zuge einer Lippenvergrößerung bietet sich eine gleichzeitige Behandlung kleinerer Fältchen um die Lippen herum an. Durch Unterspritzung kann neben den Lippenkonturen auch die Hautpartie zwischen Nase und Lippenmitte verstärkt und dadurch betont werden. Fragen Sie Ihren Arzt, ob sich eine solche Kombinationsbehandlung bei Ihnen in Frage kommt.

Methodenübersicht

Eine Lippenvergrößerung ist ein kleiner, in der Regel vergleichsweise unkomplizierter Eingriff. Dennoch sollten Sie einige Dinge beachten:

  • Falls Sie an Lippenbläschen (Herpes) leiden, empfiehlt es sich eine vorsorgliche Therapie mit Aciclovir vorzunehmen, um das Risiko von Wundkomplikationen zu mindern.
  • Das Einspritzen von tierischen Füllstoffen (v.a. Kollagen) kann zu allergischen Reaktionen führen. Aus diesem Grund sollte bei dieser Art der Lippenvergrößerung ein Empfindlichkeits-Test durchgeführt werden.
  • Gerinnungshemmende Medikamente, wie z.B. Aspirin, müssen spätestens zehn Tage vor dem Eingriff abgesetzt werden
  • Der Verzicht auf Nikotin sorgt für eine bessere Durchblutung und fördert somit den Heilungsprozess
  • Hautpflege macht die Einstichstellen geschmeidig
Methode
Erläuterung
Lippenunterspritzung, z.B. mit Hyaluronsäure
Hierbei wird ein sich langsam abbauender Stoff in die Lippen gespritzt. Der Stoff, meist Hyaluronsäure, kommt natürlich im Körper vor, und ist daher gut verträglich

Lippenunterspritzung mit Eigenfett
Bei einer Lippenunterspritzung mit Eigenfett hält das Ergebnis deutlich länger, meist dauerhaft an. Das an anderer Stelle entnommene Eigenfett ist gut verträglich, der Eingriff damit recht risikoarm.

Lippenvergrößerung mit Kunststoffimplantaten
Bei einer Lippenvergrößerung mit Kunststoffimplantaten wird ein Kunststofffaden in die Lippe implantiert, der später auch wieder entfernt werden kann. Der kunststoff ist meist gut verträglich. Allerdings kann mit Hilfe der Fäden die Lippe nicht besonders gut geformt werden: besonders charakteristische Lippenformen sind damit also eher schwer zu realisieren.

Lippenunterspritzung mit Hyaluronsäure oder Kollagen 

Ähnlich der Behandlung von Hautfalten im Gesicht können zur Lippenvergrößerung Füllstoffe mit feinen Injektionsnadeln in die Lippe eingespritzt werden. Dies geschieht allgemein unter lokaler Betäubung. Der Effekt ist sofort sichtbar, eventuell auftretende Rötungen und Schwellungen verschwinden in der Regel nach einigen Tagen.

Da es sich um abbaubare Füllstoffe handelt, ist dies nur eine temporäre Behandlung, die jedoch bei Bedarf bedenkenlos wiederholt werden kann.

Allgemein haben sich zur Lippenvergrößerung zwei Füllstoffe durchgesetzt: Hyaluronsäure und Kollagen. Diese beiden Substanzen kommen auch im normalen Körperbindegewebe vor und sind dort für Straffheit und Elastizität, also junges, frisches Aussehen, verantwortlich. Doch auch neue Füllstoffe wie Polymilchsäure und Artecoll finden mittlerweile Anwendung.

Hyaluronsäure

Chemisch gesehen ist Hyaluronsäure ein Polysaccharid, also eine riesige vom Zucker abgeleitete Molekülkette. Sie kommt v.a. im Bindegewebe des menschlichen Körpers vor und ist dort durch ihre hohe Fähigkeit zur Wasserbindung für die Festigkeit und Elastizität des Gewebes verantwortlich.

Zur Lippenvergrößerung wird die Hyaluronsäure mit Hilfe von hauchdünnen Injektionsnadeln in die obere Hautschicht eingespritzt. Vorteil der Hyaluronsäure gegenüber dem Kollagen ist das geringere Auftreten von allergischen Reaktionen. Der Effekt der Unterspritzung mit abbaubarer Hyaluronsäure ist ca. drei bis acht Monate sichtbar. Eine Nachspritzung in einer erneuten Behandlung ist anschließend möglich.

Attraktive Lippen verschönern das Gesicht

Kollagen

Kollagen ist ein Eiweißstoff, der im menschlichen Körper im Bindegewebe zu finden ist. Es verleiht dem Gewebe Straffheit und Festigkeit. Mit feinen Nadeln in die Lippe eingespritzt, kann es zur ästhetischen Lippenvergrößerung verwendet werden. Der Vorteil von Kollagen besteht in der großen Erfahrung, die man mit diesem Stoff gesammelt hat, da es bereits sehr lange erfolgreich als Füllstoff eingesetzt wird.

Allerdings muss bei Kollagen bedacht werden, dass ca. drei Prozent der Patienten allergisch auf diesen Stoff reagieren. Ein Allergie-Test zur Abklärung dieses Risikos sollte also unbedingt spätestens vier Wochen vor der Operation durchgeführt werden.

Der Effekt der Unterspritzung mit Kollagen hält ca. drei bis acht Monate an. Eine Nachspritzung in einer erneuten Behandlung ist anschließend möglich, wobei dann meist geringere Dosen als bei der Erstbehandlung nötig sind.

Polymilchsäure

Polymilchsäure ist ein synthetisch aus Milchsäure hergestellter Füllstoff, der erst seit einigen Jahren auf dem Markt ist. Durch das Einspritzen dieses Füllstoffes kommt es zu einer lokalen Entzündung im Zuge der Fremdkörperreaktion, welche letztendlich zu einem Umbau des Bindegewebes führt und so zur Volumenvergrößerung beiträgt. Die Polymilchsäure zerfällt bei diesem Umbauprozess wieder langsam.

Eine mögliche Komplikation dieser Technik ist eine durch falsche Injektionstechnik verursachte Knötchenbildung. Da noch keine zuverlässigen Langzeitstudien zu diesem Füllstoff fehlen, greifen viele plastische Chirurgen lieber zu den bewährten Füllstoffen Hyaluronsäure bzw. Kollagen.

Artecoll

Artecoll stellt den Versuch dar, den konventionellen Füllstoff Kollagen mit einer synthetischen Komponente zu verbinden. Es werden mikroskopisch kleine, synthetisch hergestellte Kügelchen eingespritzt, die mit Kollagen ummantelt sind. Wie bei der Polymilchsäure kommt es zu einer lokalen Entzündungsreaktion. Im Gegensatz zur Polymilchsäure wird Artecoll jedoch nicht abgebaut, so dass der lokale Reizzustand lebenslang bestehen bleibt. Dadurch erhöht sich die Haltbarkeit des Ergebnisses, jedoch nimmt auch die Komplikationsrate zu. Durch die Fremdkörperreaktion kann es zu Verdickungen und Verfärbungen der Haut kommen, die dann meist nur noch mit operativen Ausschneidungen der entsprechenden Bereiche zu korrigieren sind. Viele Ärzte lehnen deshalb eine Behandlung mit Artecoll ab.

Lippenunterspritzung mit Eigenfett

Im Gegensatz zu einer Unterspritzung mit abbaubaren Füllstoffen (z.B. Hyaluronsäure bzw. Kollagen) bietet die Unterspritzung mit Eigenfett den Vorteil, dass das Ergebnis länger erhalten bleibt, im Idealfall dauerhaft.

Das für diese Behandlung verwendete Eigenfett wird zunächst mittels einer kleinen Absaugkanüle vergleichsweise schonend an Oberschenkeln, Bauch oder Po entnommen und anschließend aufbereitet. Auch Eigenfett, das bei vorhergehenden Fettabsaugungen gewonnen und eingefroren wurde, kann in manchen Fällen verwendet werden. Da es sich bei den eingespritzten Fettzellen um körpereigenes Gewebe handelt, sind allergischen Reaktionen in der Regel ausgeschlossen.

Mit Eigenfett lassen sich die Lippen besser formen als bspw. mit Kunststoffimplantaten.

Gut geformte Lippen

Lippenvergrößerung durch Kunststoffimplantate

Eine permanent bestehende Vergrößerung des Lippenvolumens lässt sich durch das Einbringen von Kunststoff-Implantaten erreichen. Hierbei werden weiche Kunststofffäden (Goretex, Avanta, Softform) in die Lippe eingezogen. Da hierzu ein kleiner Schnitt im Mundwinkel gemacht werden muss und der Kunststoffschlauch anschließend mit einer speziellen Nadel eingesetzt wird, ist meist eine örtliche Betäubung nötig. Die Ein- und Austrittstellen werden anschließend vernäht und durch ein Pflaster geschützt.

Da die Kunststofffäden bei Bedarf wieder entfernt werden können, ist diese Methode der Lippenvergrößerung vollständig reversibel. Zu einer postoperativen Infektion des Implantats kommt es in ca. 2-5% der Fälle innerhalb der ersten Wochen nach der Behandlung.

Nachteil dieser Methode ist die schlechte Konturierbarkeit der Lippe, d.h. es ist nur bedingt möglich, bestimmte Bereiche besonders zu betonen. Besonders in den ersten Monaten nach der Behandlung kann es zu einem deutlichen Fremdkörper-Gefühl in der Lippe kommen. Ein mögliches Verrutschen des Implantats kann nicht ausgeschlossen werden.

Sorgfältige Nachsorge nach einer Lippenvergrößerung

Durch einige Maßnahmen können Sie zum Gelingen der Behandlung – Lippenunterspritzung oder Implantate – beitragen, z.B.:

  • Kühlen Sie die Lippen die ersten Stunden nach dem Eingriff mit Kompressen, dadurch gehen eventuell auftretende Schwellung und Rötungen in der Regel rasch zurück
  • Schützen Sie Ihre Lippen für ein bis zwei Tage vor direkter Sonneneinstrahlung
  • Versuchen Sie, während der ersten zwei Tage nach der Lippenvergrößerung möglichst wenig zu reden und nicht heftig zu kauen
  • Vermeiden Sie starke körperliche Anstrengung und starke Mimik während der ersten vier Wochen nach dem Eingriff, um bei Kunststoffimplantaten ein Verrutschen zu verhindern.
  • Zusätzlich auftretende Schmerzen können nach Absprache mit dem Arzt mit Schmerzmitteln behandelt werden

Risiken

Gerade bei der relativ schnell durchführbaren Lippenunterspritzung mit Hyaluronsäure entsteht möglicherweise der Eindruck, dass eine Behandlung „in der Mittagspause“ möglich ist. Doch auch die Lippenvergrößerung birgt zunächst die normalen operativen Risiken:

  • Durch das Einspritzen von Füllstoffen bzw. das Einbringen von Kunststoff-Implantaten kann es zu Schwellungen und Rötungen kommen.
  • Bis ca. zwei Wochen nach dem Eingriff kann es zu einem Spannungsgefühl in den Lippen kommen.
  • Direkt nach der Behandlung kann ein Fremdkörpergefühl auftreten. Dieses verschwindet in der Regel jedoch mit der Zeit.

Daneben gibt es einige Risiken, die methodenspezifisch sind:

  • Kunststoff-Implantate können abgestoßen werden
  • Beim Einspritzen von Kollagen besteht die Gefahr einer allergischen Reaktion. Dieses Risiko kann jedoch durch einen vor der Operation durchgeführten Allergie-Test minimiert werden.

Das ästhetische Ergebnis kann ebenfalls beeinträchtigt werden:

  • Beim Einbringen von Kunststoff-Implantaten kann es zu sichtbarer Knötchenbildung kommen
  • Implantate können verrutschen, was die Symmetrie stören kann.

Arztwahl

 Für die Durchführung einer Lippenvergrößerung sollten Sie sich an einen erfahrenen Facharzt wenden. Auf keinen Fall sollten Sie eine Lippenvergrößerung von nicht-ärztlichem Personal durchführen lassen, beispielsweise in einem Kosmetik-Institut. Sollte es zu Komplikationen kommen, kann Ihnen dort oftmals nicht kompetent geholfen werden. Lassen Sie sich ausreichend aufklären. Ein seriöser Arzt wird alle möglichen Risiken einer Lippenvergrößerung ausführlich erörtern und die für Sie geeignete Methode gemeinsam mit Ihnen auswählen.

Gute Arztwahl ist wichtig

Direkt spezialisierte Fachärzte für genau nur die Lippenvergrößerung gibt es nicht. Bei einem ästhetisch-plastischen Chirurgen (Facharzt) sind Sie jedoch an der richtigen Stelle.

Kosten der Lippenvergrößerung

Die Kosten variieren, je nach Behandlungsmethode. Da es sich bei der Lippenvergrößerung um eine rein ästhetische Operation handelt, werden die Kosten von den Krankenkassen nicht übernommen.

Als Größenordnung für die Kosten der Lippenvergrößerung und Lippenunterspritzung können folgende Angaben dienen:

  • Lippenunterspritzung mit Hyaluronsäure oder Kollagen: ca. 400 Euro
  • Lippenunterspritzung mit Eigenfett: ca. 1.000 Euro
  • Lippenvergrößerung mit Kunststoffimplantaten: ab 1.000 Euro

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Muss ich nach einer Lippenvergrößerung im Krankenhaus bleiben?

Nein, eine Lippenvergrößerung kann ambulant durchgeführt werden.

Ist die Behandlung sehr schmerzhaft?
In der Regel wird eine Lippenvergrößerung unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Nach dem Eingriff kann es zu Schmerzen kommen. Diese können jedoch gut mit Schmerzmitteln behandelt werden.

Kann die Lippenvergrößerung bei Nicht-Gefallen rückgängig gemacht werden?

Beim Einspritzen von Füllstoffen ist eine vollständige Entfernung nicht möglich. Nur das Einbringen von Kunststoff-Implantaten ist vollständig reversibel.

Gibt es auch die Möglichkeit einer dauerhaften operativen Lippenvergrößerung?

Eine chirurgische Lippenvergrößerung ist möglich. Beim sogenannten Lip-Lift wird das Lippenrot operativ nach außen gezogen. Ebenso besteht die Möglichkeit, die Außenwinkel der Lippen anzuheben, wie es beim Mundwinkel-Lift geschieht. Genauere Infos zu diesen operativen Eingriffen erhalten Sie bei darauf spezialisierten plastischen Chirurgen.

Comments (2)

  • see here Mai 16, 2019

    This is really useful, thanks.

  • Lashawnda April 3, 2019

    Thanks to the great manual

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Rate