Nasenkorrektur

Die Nasenkorrektur ist eine häufig durchgeführte Nasen-OP, meist aus ästhetischen Gründen, manchmal aber auch medizinisch begründet, zum Beispiel wegen Atembeschwerden. Die Nasenkorrektur wird auch Rhinoplastik genannt.

Die Nase stellt den Mittelpunkt des Gesichts dar und bestimmt einen Großteil unserer Erscheinung. Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele Menschen mit ihrer Nase unzufrieden sind und sich überlegen, eine Nasen-OP mit Nasenkorrektur vornehmen zu lassen.

Seltenere Gründe für eine Nasen-OP sind gesundheitliche Probleme, wie Atembeschwerden, die durch eine Verkrümmung der Nasenscheidewand hervorgerufen werden können.

Da die Nase also nicht nur ein individuelles Merkmal ist, sondern auch unser Riechorgan, eine wichtige Komponente in der Bakterienabwehr unseres Körpers und ein Teil der Atmungskette, sollte ein Änderung gut überlegt sein. Deshalb sollten Sie sich im Vorfeld über eine Nasenkorrektur genau informieren und überlegen, ob dieser Eingriff für Sie unabdingbar ist.

Frau mit offenem Blick

Überblick Nasenkorrektur

Die Nasenkorrektur ist einer der am häufigsten unternommen Eingriffe der plastisch-ästhetischen Chirurgie.

Wirkung

  • Haltbarkeit: Dauerhaft
  • Wirkung: frühestens 2 Wochen nach dem Eingriff, endgültige Beurteilung nach 1 Jahr
  • Gesellschaftsfähig: frühestens 2 Wochen nach dem Eingriff
  • Narben: kaum sichtbar, unauffällig

Eingriff

  • Dauer der Nasen-OP: 1 – 2 Stunden
  • Betäubung: meist unter Vollnarkose
  • Klinikaufenthalt: je nach Größe des Eingriffs, 0 bis 7 Tage
  • Schmerzen: gering bis mäßig, mit Schmerzmitteln gut kontrollierbar, Nase lang empfindlich

Risiken

  • Normale operative Problemfelder wie Schwellungen, Blutergüsse und Schmerzen
  • Allgemeine Operationsrisiken wie Wundheilungsstörung, Infektion, Nachblutung, Embolie, Thrombose, Spritzenabszesse, Blutverlust, allergische Reaktion
  • Spezielle Risiken der Nasenkorrektur wie vorübergehendes Taubheitsgefühl in Nasenspitze und Oberlippe, Pfeifgeräusch beim Atmen und wiederholtes Nasenbluten wegen Septumperforation bei Nasenscheidewandkorrektur, Verletzungen des Tränenkanals, des Gefühlsnervs, der Riechnerven oder der Schädelbasis

Nachsorge

  • Körperliche Schonung: Vermeiden Sie Aktivitäten, die den Blutdruck steigern; insbesondere Sonnenbaden, Sport, Sauna- und Solariumbesuche in den ersten 2 Monten vermeiden
  • Nur mit erhöhtem Oberkörper auf dem Rücken schlafen
  • Schwellungen kühlen
  • Keine Berührung der Nase (Sekret nur vorsichtig abtupfen)
  • Gesichtsmuskulatur schonen: wenig reden und lachen
  • In den ersten 3 Monaten keine Brille tragen

Kosten Nasenkorrektur: ab 2.5000 Euro

Planungsphase der Nasenkorrektur

Der Wunsch für eine Nasekorrektur kann auf gesundheitlichen Problemen basieren. Häufig sind die Gründe jedoch rein ästhetischer Natur. Da es sich um einen umfassenden Eingriff handelt, der mit einigen Risiken behaftet ist, muss der Eingriff im Vorfeld gut besprochen und die Wünsche des Patienten in Einklang mit den Möglichkeiten gebracht werden!

Der Operateur vermisst Ihren Kopf, berechnet Gesichtsproportionen und plant mit Ihnen anhand Fotos, Videoaufnahmen oder Computersimulation den Eingriff. Außerdem wird der Arzt einige Voruntersuchungen durchführen, zum Beispiel:

  • Röntgen der Nase
  • Allergietest
  • Geruchs- und Geschmacksprüfung
  • Rhinoskopie (= instrumentelle Untersuchung der Nasenhöhle, je nach Eindringtiefe wird eine lokale Betäubung verabreicht)
  • Prüfung der Tubenbelüftung (Tuben: Verbindung Ohr – Rachen/Nasen; die Tuben dienen dem Druckausgleich)

Ablauf der Nasenkorrektur

Wie bei jeder Operation können Sie selber optimale Vorbedingungen für den Erfolg der Nasen-OP schaffen, indem Sie

  • 2 Wochen vor der OP auf das Rauchen verzichten, um Wundheilungsstörungen vorzubeugen.
  • Ihre Haut nicht durch Solariumgänge, Sonnenbaden oder Saunabesuche reizen.
  • Medikamente, die die Gerinnung beeinflussen, absetzen und vermeiden. Lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt beraten.
  • Sich die Woche vorher ausruhen.
  • Sich gesund ernähren.
  • Sich mit leichtem Herz-Kreislauftraining fit machen.

Grundsätzlich ist es bei der Nasenkorrektur möglich

  • die Nase zu verbreitern, zu verschmälern oder zu verkleinern
  • die Nasenspitze anzuheben oder neu zu formen
  • die Nasenflügel zu verfeinern
  • den Winkel zwischen Nase und Oberlippe zu verändern
  • die Nasenscheidewand zu begradigen

Bei der Nasenkorrektur unterscheidet man zwischen drei Methoden:

Grundmethode

 Nach einem Schnitt direkt oberhalb der Nasenlöcher kann der Operateur die Haut vom knöchernen und knorpeligen Grundgerüst lösen und schafft sich so einen Zugang ins Naseninnere. Dadurch entstehen keine nach außen sichtbaren Narben nach der Nasen-OP und der Arzt hat durch die Nasenlöcher gute Sicht auf das Operationsgebiet. Die entsprechenden Stellen werden dann abgetragen oder umgeformt. Am Ende des Eingriffs wird die Haut wieder aufgelegt und per Naht verschlossen. Soll die Nase verkleinert oder verschmälert werden, müssen häufig Teile der Haut entfernt werden. Die dadurch entstehenden Narben versteckt der Operateur in den natürlichen Gesichtsfalten der Nasenflügel. Anschließend erfolgt die Stabilisierung per Schiene oder Verband.

Frau mit schlanker Nase im Profil

Offene Technik

 Der Nasensteg zwischen den beiden Nasenlöchern wird durch einen kleinen Schnitt durchtrennt. Vorteil ist ein noch besseres Blickfeld, Nachteil dieser Technik zur Nasenkorrektur die daraus resultierende Narbe. Deshalb wird die offene Technik nur bei aufwändigeren Korrekturen oder Patienten mit sehr dünner Haut genutzt.

Implantate

 Soll die Nase vergrößert oder verbreitert werden, kann ein Implantat nötig sein. Dieses gewinnt man aus dem eigenen Knochen oder Knorpel aus Ohr, Rippe oder Hüfte. Es besteht auch die Möglichkeit eines künstlichen Implantats, wobei hier aber die Gefahr der Abstoßung durch die Reaktion des eigenen Körpers nach der Nasenkorrektur sehr hoch ist. Künstliche Implantate sind daher das Mittel der letzten Wahl.

Sorgfältige Nachsorge nach einer Nasen-OP

Schwellungen und Blutergüsse können bei einer Nasenkorrektur nicht vermieden werden. Um das Abschwellen zu beschleunigen und Schmerzen nach der Nasen-OP zu lindern, können Sie Ihr Gesicht kühlen. Zusätzlich können Schmerzmittel eingenommen werden, die Ihnen der Arzt verschreibt.

Frau mit schmaler NaseZunächst wird für 7-10 Tage die Nase mit Gips, Kunststoff oder Metall geschient, bzw. einem Verband stabilisiert. Da es teilweise zu Nachblutungen kommt, kann ein Verbandswechsel nötig sein. Nach dem 3. oder 4. Tag wird der Gips gewechselt. Nach 10 Tagen ist die Nase wieder gesellschaftsfähig, wobei das endgültige Abschwellen aber Monate dauern kann. Wird die Nasenscheidewand mitkorrigiert, ist es außerdem notwendig, die Nase von innen her 2-3 Tage zu tamponieren, das heißt die Nasenhöhle mit Verbänden zu füllen. Meist werden für die Eingriffe selbstauflösende Fäden verwendet, damit auf das Fadenziehen verzichtet werden kann.

Um eine Infektion des Operationgebietes zu verhindern wird schon während der Nasen-OP intravenös Antibiotikum verabreicht. Diese Therapie wird 5 Tage lang fortgesetzt, jedoch in Form von Tabletten.

Sie selber können zusätzlich den Heilungsprozess beschleunigen, indem Sie folgende Anweisungen einhalten:

  • Schonung der Gesichtsmuskulatur, indem Sie wenig reden und lachen, sowie die Gesichtsmimik einschränken
  • Keine Aktivitäten, die den Blutdruck steigern, um Nachblutungen zu vermeiden. Blutdrucksteigernd wirken zum Beispiel heiße Duschen und Bäder, Haare über Kopf waschen, Sport, körperliche Arbeit, Sex, Sonnenbaden, Solarium und Sauna. Dies sollten Sie insgesamt ca. 8 Wochen vermeiden
  • 3 Monate keine Brille tragen
  • Nur mit erhöhtem Oberkörper auf dem Rücken schlafen
  • Die Nase möglichst nicht berühren, Sekret nur vorsichtig abtupfen

Risiken der Nasenkorrektur

Neben den allgemeinen Operations- und Narkoserisiken (Wundheilungsstörung, Wundinfektion und Nachblutung), bestehen gerade bei der Nasenkorrektur (Rhinoplastik) weitere Risiken.

Im Rahmen der Operation bestehen folgende gesundheitliche Risiken:

  • Die Gesichtsnerven könnten an- oder durchgeschnitten werden, was je nach Nerv zu Taubheit in den Wangen (Sensibilitätsstörung) oder zum Verlust des Riechvermögens führen kann.
  • Der Tränenkanal kann verletzt werden, was zu tränenden Augen führen kann

Daneben kann es sein, dass das gewünschte Resultat nicht erzielt wird:

  • Je nach Hauttyp besteht die Gefahr, dass sich die Haut an das neue Gerüst schlecht anpasst (v.a. dicke Haut) bzw. sichtbare Deformationen wie Kanten und Dellen bleiben (v.a. dünne Haut)
  • Wuchernde Narben im Naseninneren können zu allmählichen Formveränderungen führen

Zusätzliche Risiken bestehen bei speziellen OPs:

  • bei Korrektur der Nasenscheidewand kann diese perforiert (durchlöchert) werden. Dieses hätte ein pfeifendes Atemgeräusch und wiederholtes Nasenbluten zur Folge. Ebenfalls ein Problem bei diesem Eingriff stellt die nachträgliche Verbiegung der Wand dar.
  • bei Transplantationen von Knochen oder Knorpel könnte sich dieser in der Folgezeit abbauen oder verbiegen.
  • bei Knochenschnitten könnten sichtbare Kanten oder eine Verbreiterung der Nase durch überschiessendes Knochenwachstum die Folge sein.

Viele dieser ungewünschten Entwicklungen erfordern eine Nachkorrektur, die sich bis hin zu einer Folgeoperation auswirken kann.

Arztwahl

Für die Durchführung einer Nasenkorrektur sollten sie sich an einen erfahrenen Facharzt wenden. In Frage kommen vor allem:

  • Fachärzte für Ästhetische und Plastische Chirurgie
  • Fachärzte für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie

Gute Arztwahl ist wichtig

Lassen Sie sich in jedem Fall ausreichend aufklären. Ein seriöser Arzt wird alle möglichen Risiken einer Nasenkorrektur ausführlich erörtern und die für Sie geeignete Methode für die Durchführung der Nasen-OP gemeinsam mit Ihnen auswählen. Darüber hinaus sollte der Arzt umfangreiche Erfahrungen in der Durchführung des bei Ihnen angewendeten Eingriffs haben.

Kosten der Nasenkorrektur

Die Kosten belaufen sich auf mindestens 2.500 Euro, wobei ein etwaiger Klinikaufenthalt aber noch nicht eingerechnet ist. Es kommt hierbei auf den Umfang der erforderlichen Nasen-OP an.

Die Kosten für eine Nasenkorrektur werden nur in seltenen Fällen von der Krankenkasse erstattet. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten eventuell, wenn gesundheitliche Beschwerden bestehen, wie z.B. Atembeschwerden aufgrund einer Nasenscheidewandverkrümmung, bestehen.

Häufige Fragen zur Nasen-OP

Treten nach einer Nasenkorrektur starke Schmerzen auf?

 Die Schmerzen nach dem Eingriff werden von den Patienten meist als mäßig beschrieben. Durch Schmerzmittel sind sie gut kontrollierbar. Allerdings bleibt die Nase noch lange nach dem Eingriff empfindlich!

Welche unterschiedlichen Operationstechniken werden bei der Nasenkorrektur verwendet?

Generell ist die „Grundmethode“ Technik der Wahl, da sie den am wenigsten invasiven Eingriff darstellt. Man unterscheidet:

  • Grundmethode
  • Offene Technik
  • Implantate

Können bei der Operation bleibende gesundheitliche Schäden entstehen?

Jede Operation ist mit Risiken belastet. Bei der Nasenkorrektur (Rhinoplastik) können vor allem auftreten:

  • Pfeifgeräusch beim Atmen und wiederholtes Nasenbluten wegen Septumperforation bei Nasenscheidewandkorrektur
  • Verschluss zentraler Sehnervgefäße, Sehverschlechterung
  • Verletzungen des Tränenkanals, als Folge ständig tränende Augen
  • Verletzung des Gefühlsnervs
  • Verletzung der Riechnerven mit Einschränkung/Verlust des Riechvermögens
  • Verletzung der Schädelbasis. Eine sofortige Folgeoperation wird dann nötig.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Kosten werden so gut wie nie von der Krankenkasse übernommen. Ausnahmen sind schwerwiegende gesundheitliche Probleme, insbesondere Atembeschwerden.

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