Gelegentlich findet man bei Kliniken mit Fokus auf die Schönheitschirurgie Werbung, die von staatlicher Anerkennung, staatlicher Konzession oder staatlicher Prüfung nach der Gewerbeordnung, konkret dem §30 GewO, spricht.

Tatsächlich muss der Betrieb einer Privatklinik nach der Gewerbeordnung beantragt werden. Im Rahmen der Anerkennung erfolgt allerdings keine wirkliche Prüfung, mit der Sie als möglicher Patient dieser Klinik viel anfangen können. Sie können höchstens sicher sein, dass die als Betreiber und als leitender Arzt vorgesehenen Personen keine stadtbekannten Scharlatane sind und dass es keine 30 qm-Räume mit 10 Betten gibt.

Prüfung nach §30 GewO

Bei der Prüfung nach §30 GewO wird davon ausgegangen, dass die Genehmigung zu erteilen ist. Nur wenn offensichtlich problematische Gründe vorliegen, sollte die Genehmigung nicht erteilt werden.

Sie sollten auf jeden Fall unsere Informationen zur Arztwahl bei Eingriffen der plastischen Chirurgie und speziell der Schönheitschirurgie beachten.

Eine Werbung nach der oben erwähnten Art ist somit nicht grundsätzlich falsch, aber übermittelt keine Informationen, die für Sie als Patient wirklich wertvoll sind. Denn jede Privatklinik muss zwangsläufig anerkannt werden, bevor sie überhaupt zu existieren beginnt. Vergleichen Sie es mit dem Taxifahrergewerbe: Auch dafür brauchen Sie eine staatliche Anerkennung. Trotzdem fahren manche Fahrer einfach besser als andere bzw. Sie fühlen sich bei einem wohl, bei anderen Fahrern nicht.

Darüber hinaus gibt es den Bundesverband der staatlich konzessionierten Privatkliniken für Ästhetisch-Plastische Chirurgie e.V. Der Verband macht sinnvolle Arbeit, d.h. Lobbyarbeit (wie fast jeder Verband) und Informationsarbeit. Die Mitgliedschaft kann als gewisses Gütesignal betrachtet werden, ohne dieses aber überzugewichten. Denn über die Aufnahme wird vom Vorstand des Vereins entschieden; Ablehnungen sind ohne Begründung möglich. Feste Kriterien gibt es jedoch nach außen keine.

Bundesverband der staatlich konzessionierten Privatkliniken für Ästhetisch-Plastische Chirurgie e.V.

Die Aufnahmebedingungen im Bundesverband der staatlich konzessionierten Privatkliniken für Ästhetisch-Plastische Chirurgie e.V. sind wie folgt

Gemäß der Vereinssatzung gelten folgende Arten der Mitgliedschaft und folgende Regelungen zu deren Erlangung:

§5 Mitgliedschaft

Ordentliche Mitglieder können leitende Ärzte der staatlich konzessionierten Privatkliniken für Ästhetisch-Plastische Chirurgie werden.

Auf Antrag können Ärzte die außerordentliche Mitgliedschaft erwerben, wenn sie über die Zusatzbezeichnung/ Teilgebietsbezeichnung Plastische Operationen/Plastische Chirurgie verfügen und als Belegärzte überwiegend ästhetisch-plastisch operativ tätig sind.

Die außerordentlichen Mitglieder zahlen einen ermäßigten Beitrag und sind nicht stimmberechtigt. Ansonsten haben sie die gleichen Rechte und Pflichten wie ordentliche Mitglieder.

§6 Erwerb der Mitgliedschaft

Wer als Mitglied aufgenommen werden möchte, fügt seinem Antrag an den Vorstand eine kurze Darstellung von Lebenslauf und Werdegang bei. Bei Antrag auf die ordentliche Mitgliedschaft soll auch eine beglaubigte Fotokopie der Klinikkonzession beigefügt werden. Ferner soll allen Anträgen eine kurze Beschreibung über die personelle und technische Ausstattung der Klinik beigefügt sein. Der Vorstand entscheidet über die Aufnahme des Antragstellers. Eine ablehnende Entscheidung muss nicht begründet werden.

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