Schweißdrüsenabsaugung

Die Schweißdrüsenabsaugung ist eine vergleichsweise neue Methode der plastischen Chirurgie. Wir informieren zum Ablauf, den Alternativen und zur Wahl des Arztes.

Übermäßiges Schwitzen, vor allem im Achselbereich, kann für die Betroffenen sehr unangenehm und problembehaftet sein. Eine Schweißdrüsenabsaugung kann ein geeignetes Mittel sein.

Betroffene Menschen leiden unter den Schweißflecken auf der Kleidung als ästhetisches Problem, Geruchsentwicklung und damit verbunden überdurchschnittlichem Deodorant- und Parfumverbrauch, bis hin zu Kreislaufproblemen aufgrund des erhöhten Flüssigkeitsverbrauchs.

Schön und sicher entspannen
Sich sicher fühlen und entspannen können

Mit einer Schweißdrüsenabsaugung kann man Abhilfe gegen übermäßiges Schwitzen schaffen, bei der im Regelfall eine normale Schweißproduktion erreicht wird. Das Ergebnis ist dauerhaft, da Schweißdrüsen nicht nachwachsen.

Allerdings wird man nicht alle Schweißdrüsen absaugen können. Eine normale Schweißbildung, die aber deutlich geringer ist als vorher, ist dann die Folge. Nur direkt (bis zu 3 Monate) nach der Operation wird die behandelte Stelle ihre Schweißproduktion ganz einstellen.

Eine mögliche Alternative, die meist aber nur temporär wirkt, ist die Antischweißbehandlung mit Botox.

Schweißdrüsenabsaugung im Überblick

Wirkung

  • Haltbarkeit: dauerhaft
  • Wirkung: sofort
  • Gesellschaftsfähig: sofort
  • Narben: kaum

Eingriff

  • Dauer: 30 Minuten
  • Betäubung: örtliche Betäubung (Tumeszenzlösung)
  • Klinikaufenthalt: keiner
  • Schmerzen: gering

Risiken

  • Schwellungen, Blutergüsse, Infektion, Verhärtungen, Narben
  • Taubheitsgefühl im Achselbereich für einige Tage
  • Allergische Reaktion auf Betäubungsmittel oder Antibiotikum
  • Blutverlust während der OP oder in Folge von Nachblutungen
  • Verletzung eines Lymphgefäßes

Nachsorge

  • Antibiotikum zur Minderung des Infektionsrisikos
  • Kompressionsverband, 2 Tage lang
  • Tragen eines Kompressionshemdes für 2 Wochen
  • Massagen falls Verhärtungen auftreten
  • 4 – 6 Wochen keinen Sport treiben
  • 4 Wochen auf Rauchen verzichten

Kosten

  • Ab 1.700 Euro

Der Ablauf der Schweißdrüsenabsaugung

Wer viel schwitzt, will diesen Zustand möglichst schnell loswerden. Dennoch sollten Sie in einer sorgfältigen Voruntersuchung und einer guten Beratung klären, ob eine Schweißdrüsenabsaugung nötig ist.

Chirurg bei der ArbeitWenn klar ist, dass die Schweißdrüsen abgesaugt werden sollen, sollten Sie sich auf den Eingriff vorbereiten:

  • Absetzen gerinnungshemmender Arzneimittel
  • 2 Wochen vor OP - Termin keine Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin,…) einnehmen
  • Achselbehaarung entfernen (Rasur)

Der Eingriff selbst beginnt mit einer örtlichen Betäubung, meist dem Einspritzen der Tumeszenzlösung (= lokale Betäubung). Diese Lösung wurde speziell für die Schweißdrüsenabsaugung modifiziert. Neben der Betäubung weicht sie auch das Gewebe auf, so dass dem Operateur besseren Zugang zu den Schweißdrüsen ermöglicht wird. Der Patient selber spürt nur den Einstich.

Nach Wirkung der lokalen Betäbung werden in die Achselhaut zwei kleine Schnitte gesetzt. Im Anschluss kann der Arzt schon die Drüsen absaugen: mit einer dünnen Kanüle werden Fett und Bindegewebe - dort befinden sich die Schweißdrüsen – entfernt. Die Schnitte muss der Operateur dann nicht nähen. Aufgrund der geringen Größe genügen Spannpflaster, um sie zu verschließen. Ein Kompressionsverband schützt vor Nachblutungen.

Alternativen gegen starkes Schwitzen

Wenn Sie mit normalem Deo dem Schweiß nicht mehr zu Leibe rücken können und auch die Schweißdrüsenabsaugung nicht das Mittel der Wahl ist, gibt es zwei weitere Methoden. Dies sind ebenfalls Methoden der plastischen Chirurgie, die allerdings einen etwas größeren Eingriff darstellen:

Sympathektomie: Dies ist eine Durchtrennung der Nervenbahnen, die die Schweißdrüsen der Achseln beherbergen. Als Folge kommt es aber zu vermehrtem Schwitzen an anderen Körperstellen. Vollnarkose und Klinikaufenthalt sind notwendig.

Radikale Exzision: Hier wird die Achselhaut und das Unterfettgewebe herausgeschnitten. Dies verursacht größere Narben. Vollnarkose und Klinikaufenthalt sind notwendig.

Daneben gibt es noch die Antischweißbehandlung mit Botox, die allerdings nur temporär wirkt.

Nachsorge

Nach einer Schweißdrüsenabsaugung sollten Sie einige Verhaltensregeln beachten, die den Erfolg des Eingriffs sicher stellen:

  • Einnahme eines Antibiotikums zur Minderung des Infektionsrisikos, da durch den operativen Eingriff eine Eintrittsstelle für Erreger geschaffen wurde
  • Kompressionsverband tragen, 2 Tage lang
  • Danach: Tragen eines Kompressionshemdes für ca. 2 Wochen
  • Die Wunde unbedingt sauber halten
  • Verschreibung von Massagen, falls Verhärtungen auftreten
  • 4 – 6 Wochen keinen Sport treiben
  • übermäßige Belastung der operierten Stelle vermeiden, z.B. kein schweres Heben
  • 4 Wochen auf Rauchen verzichten

Duschen ist erst nach 2 Tagen wieder möglich. Hier sollten Sie nicht zu früh starten.

Gute und gesunde Ernährung
Ausspannen und gesund leben: Immer sinnvoll, nach einer Operation

Risiken

Die Schweißdrüsenabsaugung ist recht risikoarm. Sie kann also sehr gut als ein Mittel gegen übermäßiges Schwitzen genutzt werden.

Es gibt vor allem die folgenden allgemeinen Operationsrisiken:

  • Schwellungen, Blutergüsse
  • Infektion
  • Allergische Reaktion auf Betäubungsmittel oder Antibiotikum
  • Blutverlust während der OP oder in Folge von Nachblutungen

Spezielle Risiken der Schweißdrüsenabsaugung sind:

  • Verhärtungen
  • Narben
  • Taubheitsgefühl im Achselbereich für einige Tage
  • Verletzung eines Lymphgefäßes, als Folge Schwellungen (Lymphansammlung) unter den Achseln über mehrer Monate oder langes Nässen der Wunde

Arztwahl

Wie bei allen Eingriffen der plastischen Chirurgie sollten Sie sich unbedingt an einen erfahrenen Spezialisten wenden. Bisher gibt es noch wenig Ärzte, die ein adäquate Ausbildung für eine Schweißdrüsenabsaugung besitzen, meistens Fachärzte für Dermatologie.

Wichtige Hinweise auf einen erfahrenen Operateur sind:

  • Nachweis der Fortbildung
  • Nachweis, wie oft der Arzt den Eingriff schon durchgeführt hat

Schweißdrüsen-Absaugung Kosten

Die Absaugung von Schweißdrüsen kostet ca. 1.700 Euro für eine Behandlung unter beiden Achseln.

Sprechen Sie mit Ihrer Krankenkasse, ob sie bereit ist, die Kosten zu übernehmen, da nicht nur ästhetische Gründe für den Eingriff vorliegen! Übermäßiges Schwitzen schlägt sich auch auf den Kreislauf nieder, denn man verliert viel Flüssigkeit.

Häufige Fragen (FAQ)

Kann die Schweißdrüsenabsaugung auch gegen übermäßiges Schwitzen der Hand- und Fußflächen angewandt werden?

Nein, für diese Fragestellung wird eine Behandlung mit Botulinustoxin (Botox) empfohlen.

Welche Alternativen zu einer Operation gibt es?

Gegen das übermäßige Schwitzen hilft auf Dauer nur der operative Eingriff. Spezialdeos mindern zwar den Geruch, nicht aber das Schwitzen per se. Eine spezielle aluminiumchloridhaltige Lösung oder Salbe verengt die Schweißdrüsen. Da sich im Körper jedoch eine Gewöhnung einstellt, geht auch diese Wirkung nach einiger Zeit verloren.

Existieren andere Operationsmethoden?

Ja. Die Methode der Absaugung ist jedoch die risikoärmste und effizienteste. Oben unter Alternativen haben wir weitere operative Methoden aufgeführt.

Können die Schweißdrüsen wieder nachwachsen?

Nein, einmal entfernte Drüsen wachsen nicht mehr nach!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Rate