Umwandlung Frau zu Mann

Wer sich als Mann fühlt, aber den Körper einer Frau hat, denkt zwangsläufig über die Geschlechtsumwandlung nach. Die plastische Chirurgie ist mittlerweile recht weit und kann diese Umwandlung sehr gut unterstützen. Wir zeigen auf, welche Möglichkeiten es gibt.

Frauen, die sich als Männer fühlen leiden stark unter ihrem äußeren Erscheinungsbild und der damit verbundenen Rollenzuteilung in der Gesellschaft. Bei der Transsexualität hat sich das Hirn schon vor der Geburt gegensätzlich zu den äußeren Geschlechtsorganen entwickelt.

Viele Betroffene denken über eine Geschlechtsumwandlung nach, da eine Psychotherapie hier keine Veränderung bewirken kann. Eine Geschlechtsumwandlung lässt sich nicht rückgängig machen – daher muss dieser Schritt gut überlegt und vorbereitet werden.

Männlich aussehen

Sowohl physisch als auch psychisch, ist die Geschlechtsumwandlung nicht nur ein operativer Eingriff, sondern ein Einschnitt, der das gesamte Leben verändern wird. Deshalb bieten seriöse Kliniken eine umfassende Betreuung vor, während und nach dem Klinikaufenthalt an.

Überblick Umwandlung Frau zu Mann

Wirkung

  • Haltbarkeit: dauerhaft
  • Wirkung: nach 5-6 Wochen
  • Gesellschaftsfähig: 2 Wochen
  • Narben: bei Phalloplastik sichtbare Narben

Eingriff

  • Dauer: 2 bis 4 Stunden pro Eingriff, mehrere Eingriffe
  • Betäubung: Vollnarkose
  • Klinikaufenthalt: Zwischen 10 und 30 Tagen, je nach Eingriff
  • Schmerzen: mittel bis schwer

Risiken

Typische Risiken einer Operation in Vollnarkose

Spezielle Risiken:

  • Infektionen
  • Blasensteine, die evtl. entfernt werden müssen
  • Stenosen (Harnröhrenverengung)
  • Streuung des Urinstrahls
  • Abstoßung, Ruptur, Verrutschen der Hodenimplantate
  • Gefühlsstörungen
  • Bei Harnröhrenverlängerung bis zur Penoidspitze: Nachträufeln oder Zurückleiben von Urin in der Harnröhre, der wieder Entzündungen und Schrumpfung verursachen kann.

Nachsorge

Versorgung im Krankenhaus

  • Thromboseprophylaxe
  • Anlegen eines Blasenkatheters, ca. 10 Tage
  • Wunddrainage
  • 4 Tage absolute Bettruhe

Zu Hause

  • Leichte körperliche Arbeit 4 - 6 Wochen nach Eingriff, schwere körperliche Arbeit bis ca. 6 Monaten nach Eingriff vermeiden
  • Kein Sonnenbaden, keine Saunabesuche bis zur abgeschlossenen Wundheilung
  • Vermeiden von Alkohol und Rauchen

Kosten

  • Kostenübernahme durch die Krankenkasse, wenn dem gestellten Antrag stattgegeben wird

Planung

Der Eingriff einer Geschlechtsumwandlung muss äußerst sorgfältig geplant werden. Folgende Schritte sind wichtig:

  • Psychisch diagnostische Klärung
  • Körperliche Untersuchung
  • Psychosoziale Betreuung
  • Psychotherapeutische Begleitung und Alltagstest
  • Hormonbehandlung
  • Planung der Operation
  • Antrag auf Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Zu den ersten dieser Schritte, schauen Sie sich die Ausführungen zur umgekehrten Geschlechtsumwandlung von Mann zu Frau an.

Hormonbehandlung

Das männliche Geschlechtshormon Testosteron wird 6-12 Monate eingenommen, bevor es zum Eingriff kommt. Zu diesem Zeitpunkt sollten Sie sich sicher sein, dass Sie die Umwandlung vornehmen wollen, da bereits die Hormoneinnahme zu körperlichen Veränderungen führt, die teilweise nicht mehr rückgängig zu machen sind. Diese können sein:

  • Bart- und Körperhaarwuchs
  • Klitoriswachstum
  • Muskelaufbau
  • Fettverlagerung vom Po zum Bauch
  • Kantigere Gesichtskonturen
  • Aussetzen der Periode
  • Unerwünschte Wirkungen: eventuell Akne und erhöhte Schweißproduktion

Planung der Operation

Im Vorfeld der Operation sind die Länge des Penis und die Größe der Hodenimplantate festzulegen. Darüber hinaus ist die anzuwendende Methodik der Umwandlung festzulegen, die sich erheblich unterscheiden kann. Zwei Strategien sind möglich:

  • Phalloplastik: Umwandlung unter Nutzung gebietsfremder Haut
  • Klitpen: Umwandlung unter Nutzung der Geschlechtsorgane der Frau

Antrag auf Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Bescheinigt Ihnen Ihr Psychiater eine Transsexualität, übernehmen die Krankenkassen den Eingriff oftmals. Hier sollte vorab gehandelt werden, um die Kostenübernahme nicht zu verzögern.

Umwandlung von Frau zu Mann: Möglichkeiten des Eingriffs

Zu einer Geschlechtsumwandlung von einer Frau zum Mann gehört neben dem Eingriff im Genitalbereich meist auch eine Brustangleichung. In diesem Fall ist dies eine sogenannte Mastektomie (Entfernung der Brust).

Es gibt mehrere Methoden, um eine Geschlechtsumwandlung von Frau zum Mann zu vollziehen:

Phalloplastik

Phalloplastik heißt, dass ein Penis nachgebildet wird. Es gibt mehrere Möglichkeiten, jedoch sollten nur zwei aufgrund der Erfolgsrate angewandt werden:

  • Nachbildung mit einem vom Unterarm transplantierten Hautlappen
  • Nachbildung mit einem nach unten geklappten, geraden Bauchmuskel, Eigenhaut aus der Leiste und einem halbsteifen Silikonstab.

Dabei werden in einer ersten Operation der Penis nachgebildet und in einer zweiten Operation nach 8-12 Wochen die Harnröhre verlängert sowie die Hodenimplantate eingesetzt. Im Normalfall zieht man die Harnröhre nach vorne, so dass sie an die Penoidbasis (Ansatz des Penis) mündet. Falls gewünscht, kann bis zur Penoidspitze verlängert werden. Die Komplikationsrate ist dann aber sehr hoch (50-80%) und die meisten Kliniken werden davon abraten.

Bis der nachgebildete Penis abschwillt, dauert es in der Regel 5 Wochen. Schwellungen bis zu Unterarmdicke sind nicht selten!

Klitpen = Metoidioplastik = Klitorispenoid

AnästhesistBei dieser Methode wird die Klitoris (Schwellkörper der Frau) zum Wachstum angeregt und anschließend operativ so verändert, dass sie einem sehr kleinen Penis gleicht. Sie wird also ca. 3 cm nach vorne, oben verlagert. Dies ist möglich durch eine spezielle Schnitttechnik.

Die großen Schamlippen werden nach hinten gezogen und bilden das Skrotum (Hodenhaut), in das Hodenprothesen gesetzt werden. Von den kleinen Schamlippen werden die äußeren Teile zum Formen der Penishaut (also die Haut um die Klitoris) genutzt und die inneren zur Auskleidung der Harnröhre, die auch nach vorne verlegt wird.

Die Vaginalmuskulatur wird zusammengenäht, damit die Scheide komplett verschlossen wird. Insgesamt bleibt Erregbarkeit und Orgasmusfähigkeit in der Regel erhalten, da die Nerven der Klitoris nicht durchtrennt werden.

Vorteile gegenüber der Phalloplastik sind:

  • Kleinerer, weniger riskanter Eingriff
  • Natürliche Optik, da die Klitoris ja ein Minipenis ist
  • Empfindungsfähigkeit bleibt erhalten
  • Keine großflächige Hautentnahme, keine Narben an anderen Stellen, keine Abstoßungsgefahr
  • Bei gutem Verlauf keine sichtbaren Narben
  • Möglichkeit, später auf den Klitpen einen größeren Aufbau zu setzen

Chirurg bei der ArbeitNachteile gegenüber der Phalloplastik sind:

  • Sehr kleiner Penis, Geschlechtsverkehr ohne Hilfsmittel schwierig
  • Häufig trotz Harnröhrenverlängerung kein Urinieren im Stehen möglich

Hodenimplantate

Bei beiden Eingriffen werden Hodenimplantate eingesetzt. Lage und Größe werden vorher mit dem Operateur besprochen. Meist werden Silikonimplantate benutzt, auf Wunsch kann auch mit Kochsalzlösung gearbeitet werden. Nachteile der Kochsalzlösung gegenüber Silikon sind:

  • Gluckergeräusche
  • Geringere Stabilität
  • Verlust der Füllung im Laufe der Jahre

Nachsorge

Nach dem Eingriff steht ein längeres Klinikaufenthalt an:

  • Entfernung von Brust und Penoidaufbau: 20-30 Tage
  • Hodenaufbau, Harnröhrenverlängerung und Scheidenverschluß: 12-16 Tage
  • Harnröhrenverlängerung bis zur Penoidspitze, Scheidenverschluß (und Hodenaufbau): 25-30 Tage
  • Klitpen: 10 –14 Tage

Im Krankenhaus werden Sie mindestens mit folgenden Maßnahmen versorgt:

  • Thromboseprophylaxe nehmen (Heparinbauchspritzen und Thrombosestrümpfe)
  • Anlegen eines Blasenkatheters, ca. 10 Tage, da die Schnitte an der neuen Harnröhre erst verheilen müssen. Kontakt mit Urin erhöht das Risiko eines Infektes
  • Wunddrainage, um das Wundsekret abzuleiten
  • 4 Tage absolute Bettruhe
  • Penoidaufbau (Penisaufbau): Penoid muss in einer erigierten Lage gehalten werden, um Knick- oder Druckstellen an den Hauträndern zu vermeiden, z.B. mit zurechtgeschnittenem dickem Schaumstoff
Ausruhen und Ausspannen
Nach dem Eingriff ist Erholung angesagt

Befolgen Sie zu Hause folgende Anweisungen, um ein optimales Behandlungsergebnis zu erzielen:

  • Leichte körperliche Arbeit nicht vor 4 - 6 Wochen nach dem Eingriff
  • Schwere körperliche Arbeit nicht vor ca. 6 Monaten nach dem Eingriff
  • Kein Sonnenbaden, keine Saunabesuche bis zur abgeschlossenen Wundheilung
  • Vermeiden von Alkohol und Rauchen, da Nikotin und Alkohol die Wundheilung verzögern und zudem das Thromboserisiko erhöhen
  • Bei Bedarf: Einnahme eines Schmerzmittels, das vom Arzt verschrieben wird

Risiken

Die Geschlechtsumwandlung ist ein größerer Eingriff, der dementsprechend auch mit größeren Risiken behaftet ist. Vor allem die Methode der Phalloplastik wird in Fachkreisen sehr kritisch gesehen, da die Gefahr postoperativer Komplikationen sehr hoch ist.

Zunächst bestehen die allgemeinen Risiken einer OP in Vollnarkose, z.B.:

  • Thrombosen
  • Schwellungen, Blutergüsse
  • Vorübergehendes Taubheitsge­fühl
  • Allergische Reaktion bis hin zum allergischen Schock
  • Übelkeit und Erbrechen nach der Narkose
  • Heiserkeit und Halsschmerzen (Tubus in der Luftröhre während der Beatmung)

Daneben bestehen spezielle Risiken:

  • Die Übergangsstelle zwischen alter und neuer Harnröhre ist ein potentieller Infektionsherd und Ausgangspunkt für Fisteln (unnatürlichen Ausführungsgängen)
  • Bildung von Blasensteinen, wenn die Harnröhre mit Spalthaut (dünne, transplantierte Haut, in der sich auch kleinste Haare befinden können) ausgekleidet ist. Die Entfernung der Blasensteine kann notwendig sein, wenn sie Schmerzen bereiten.
  • Bei Harnröhrenverlängerung bis zur Penoidspitze (Penisspitze): Die weibliche Harnblasenmuskulatur ist nicht auf eine so lange Harnröhre eingestellt. Sie kann den Urin nicht vollständig pressen. Die Folge ist ein langes Nachträufeln beim (und eventuell nach dem) Urinieren. Oder es bleibt Urin in der Harnröhre zurück, der wieder Entzündungen und Schrumpfung verursachen kann.
  • Stenosen (Harnröhrenverengung), mit Schwierigkeiten beim Wasserlassen
  • Streuung des Urinstrahls
  • Abstoßung der Hodenimplantate, weil der Körper das Fremdmaterial nicht annimmt.
  • Ruptur der Hodenimplantate: In einer Operation müssen dann die beschädigten Implantate entfernt und durch neue ersetzt werden.
  • Verrutschen der Hodenimplantate, da die Haut sich aufgrund des Gewichts dehnt
  • Vorübergehende oder andauernde Gefühlsstörungen, bei Verletzung von Nerven

Auf jeden Fall sind regelmäßige Nachuntersuchungen notwendig. Halten Sie hierfür unbedingt die mit Ihrem Arzt vereinbarten Termine ein. Verständigen Sie diesen zudem, sobald größere Schmerzen auftreten.

Arztwahl

Wenden Sie sich unbedingt an eine Klinik, die auf Geschlechtsumwandlungen spezialisiert sind. Diese werden nicht nur die Operation durchführen, sondern Ihnen auch bei der Organisation der notwendigen psychischen und sozialen Betreuung helfen.

Plastischer Chirurg
Für diesen Eingriff brauchen Sie einen absoluten Spezialisten

Kosten Geschlechtsumwandlung

Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen. Allerdings muss ein Antrag gestellt werden und ein psychiatrisches Gutachten zur Notwendigkeit vorliegen. Die erforderliche Indikation lautet auf „Transsexualität“.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie ist die Unterbringung in der Klinik geregelt?

Die meisten Klinken bringen sie in einem Männerzimmer unter. Wenn andere Patienten in der Klinik sind, die sich derselben Operation unterziehen, werden Sie sich mit diesen ein Zimmer teilen.

Wie oft muss ich operiert werden?

Das hängt einerseits davon ab, für welche Methode Sie sich entscheiden und ob Sie auch eine Mastektomie (Brustentfernung) vornehmen wollen. Andererseits variiert dies auch von Klinik zu Klinik. So setzen manche Kliniken zeitgleich mit dem Aufbau des Klitorispenoids auch die Hodenimplantate ein, während andere Kliniken dafür ein weiteres Mal operieren.

Kann der Eingriff rückgängig gemacht werden?

Nein, der Originalzustand kann nicht wieder hergestellt werden. Daher sind die Voruntersuchungen sehr wichtig; dort wird geprüft, ob Ihr Umwandlungswunsch evtl. auf vorübergehenden Gefühlsschwankungen basiert oder dauerhaft ist.

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