Veneers

Veneers bzw. Zahnverblendungen sind eine gute Möglichkeit, Zahnverfärbungen zu verstecken. Mit einer Haltbarkeit von über 15 Jahren wirken die Verblendungen eine lange Zeit. Was es zu beachten gibt, welche Alternativen es gibt und welche Kosten entstehen, zeigen wir in unserem Ratgeber.

Es ist noch gar nicht allzu lange her, da waren strahlende ebenmäßige Zähne ein Privileg von Film- und Fernsehstars.  Weil man die Zuschauer zumindest für die kurze Dauer eines Spielfilms oder eines Fernsehauftritts mit einem vollkommenen Lächeln faszinieren wollte, wurden Zahnunebenheiten und –verfärbungen  mit Veneers (engl: to veneer=verhüllen, verstecken), also mit farblich angepassten Verblendungen an der Zahnvorderseite, kaschiert. Heute ist das Einsetzen von Veneers bzw. Zahnverblendungen aus Keramik eine beliebte Methode, um strahlende Zähne zu erlangen.

Strahlende Zähne und ein schönes Lachen

Der ästhetische Erfolg war damals allerdings begrenzt, denn aufgrund des seinerzeit verwendeten Kunststoffes wirkte das Zahnbild oftmals recht künstlich. Außerdem ließ die Stabilität der Veneers zu wünschen übrig: Schon bei geringen Belastungen lösten sie sich ab und mussten erneuert werden. Bis in die 80iger Jahre hinein spielten Verblendschalen deshalb keine ernsthafte Rolle in der Zahnkosmetik.

In den 60iger Jahren gelang dem Amerikaner Dr. Charles Pincus die Herstellung von hauchdünnen, transparenten Verblendschalen aus Vollkeramik. Im Unterschied zu dem bis dahin verwendeten Kunststoff ähnelt Keramik hinsichtlich seiner chemischen Beschaffenheit sehr stark der natürlichen Zahnsubstanz. Aufgrund der Transparenz, der ausgeprägten Formflexibilität und der guten farblichen Abstufbarkeit des Werkstoffes können Keramikveneers optimal an die natürliche Zahnumgebung angepasst werden. So ist bei fachgerechter und sorgfältiger Verarbeitung selbst bei wechselndem Licht für den Außenstehenden kein Unterschied zwischen „verhüllten“ und natürlichen Zähnen erkennbar.

In den 80iger Jahren konnte schließlich auch die Haltbarkeit der Verblendschalen dank der Entwicklung neuer Klebetechniken deutlich erhöht werden. Bei guter Zahnpflege kann nunmehr mit einer Lebensdauer von bis zu 15 Jahren, manchmal sogar länger gerechnet werden. Seitdem erfreuen sich Verblendungen aus Vollkeramik in Amerika und in jüngerer Zeit auch in Deutschland einer wachsenden Beliebtheit.

Das Einsetzen von Veneers eignet sich insbesondere im Bereich der Zahnvorderfront bei

  • Zahnfehlentwicklungen (zu kleine Zähne, verstümmelte Zähne)
  • Zahnfehlstellungen (schiefe Zähe)
  • breiten Zahnlücken zwischen den Schneidezähnen
  • Zahnfrakturen (abgebrochene Zähne)
  • Zahnverfärbungen
  • Schädigungen des Zahnschmelzes, Zahnschmelzerosionen.

Langzeitstudien belegen außerdem den erfolgreichen Einsatz von Keramikveneers zur

  • Wiederherstellung der Front-Eckzahn-Führung
  • Behandlung fehlerhafter Berührung der Zahnkauflächen.

Veneers im Überblick

Wirkung

  • Haltbarkeit: bei guter Pflege 15 Jahre, zuweilen sogar länger
  • Wirkung: direkt
  • Gesellschaftsfähig: sofort
  • Narben: keine

Eingriff

  • Dauer: Zwei Sitzungen erforderlich, Dauer hängt stark von Zahl der Veneers bzw. der zu behandelnden Zähne ab
  • Betäubung: nein
  • Klinikaufenthalt: nein
  • Schmerzen: keine, gering

Risiken

  • Praktisch keine

Nachsorge

  • nur weiche Zahnbürsten, sowie Zahnpasten mit neutralem PH-Wert verwenden
  • auf säurehaltige Nahrungsmittel (Rotwein, Zitrusfrüchte) und Mundspülungen verzichten
  • gewohnheitsmäßiges Herumkauen auf Nägeln oder Stiften einstellen
  • regelmäßige Kontrollbesuche beim Zahnarzt unternehmen

Kosten

  • Ca. 500 Euro pro Veneer
  • Deutlich preiswerter, je mehr Zähne Sie sich machen lassen  

Veneers – ja oder nein?

Keramikveneers werden aus verschiedenen Gründen eingesetzt. In einigen Fällen gibt es mehr Möglichkeiten als nur den Einsatz von Veneers. Dann sind die Vor- und Nachteile der Methoden abzugleichen, wobei Veneers in der Regel gut abschneiden: So stellt der Einsatz von Keramikveneers eine gesundheitsverträgliche Alternative dar zur Überbrückung von Zahnlücken bzw. zur Überkronung von fehlgebildeten oder anderweitig geschädigten Zähnen.

Im direkten Vergleich haben Veneers folgende Vorteile:

  • Der Verlust gesunder Zahnsubstanz ist deutlich geringer.
  • Anders als der bei der Überkronung oder Überbrückung von Zähnen bzw. Zahnlücken ist eine Anbringung von Metallgerüsten beim Einsatz von Veneers nicht notwendig. So entstehen keine dunklen Ränder am Zahnfleisch, ebenso wenig kommt es zu einem   Rückgang des Zahnfleischs. Entsprechend geringer ist die Gefahr, dass der Zahn von Bakterien befallen wird und es zu Kariesbildungen kommt.
  • Das Zahnvolumen des betroffenen Zahns bleibt unverändert
  • Die Gewöhnungszeit ist sehr gering

Vor jeder Entscheidung zum Einsatz von Veneers sind im Rahmen eines ärztlichen Beratungsgesprächs in Verbindung mit einer medizinischen Untersuchung folgende Fragen zu klären:

  • Liegen Indikationen vor, die dem Einsatz von Keramikveneers widersprechen? Zahnverblendungen kommen nur bei vergleichsweise gesunden Zähnen in Betracht. So sollte bei starker Kariesaktivität darauf verzichtet werden. Deshalb ist vor einer Entscheidung für den Einsatz von der Keramikveneers der betreffende Zahn bzw. die Zähne medizinisch zu untersuchen.
  • Ebenfalls sollte bei sehr starken Zahnverstümmelungen, zu umfangreichen Füllungen oder einem zu geringen Zahnschmelz das Anbringen von Veneers kritisch hinterfragt werden, da die Veneers dann weniger gut halten.
  • Außerdem ist zu klären, ob etwaige Verhaltensweisen des Patienten den langfristigen Behandlungserfolg gefährden. So sollte bei extrem starkem Zähneknirschen (dies erfolgt oft nachts!) auf den Einsatz von Veneers verzichtet werden.
  • Zudem sollte bei Abhängigkeit von Medikamenten mit langer Verweildauer im Mund die Anbringung von Veneers hinterfragt werden, da in diesen Fällen die Haltbarkeit der Veneers langfristig fraglich ist.

Welche Gesamtausstrahlung des Zahnbildes soll erreicht werden? Wenn nicht alle Zähne mit Veneers überdeckt werden sollen, muss auf das gesamte Zahnbild geachtet werden. Keramik kann man farblich sehr gut differenzieren, so dass die Farbe der Verblendschalen optimal an die natürliche Zahnumgebung angepasst werden kann. Bei einer starken Dunkelfärbung der Nachbarzähne kann es aber ratsam sein, diese zunächst optisch aufzuhellen (Bleaching), um eine hellere Gesamtausstrahlung zu bewirken. Zu bedenken ist dabei allerdings, dass aufgehellte Zähne -anders als Veneers- nach einer gewissen Zeit wieder nachdunkeln, so dass die Behandlung nach ein bis drei Jahren aufzufrischen ist.

Einsetzen von Veneers erfolgt problemlos

Erst Veneer anfertigen, dann Ankleben

Die Behandlung findet in der zahnärztlichen Praxis statt. Behandlungsziel ist zunächst die Anfertigung von „fingernageldicken“ passgenauen Verblendschalen aus Vollkeramik sowie deren Anbringung an der Vorderseite verstümmelter oder geschädigter Zähne oder einfach nur zur generellen Aufbesserung der Zahnoptik. Dieses Behandlungsziel wird in der Regel in zwei Sitzungen erreicht:

Die erste Sitzung

Während der ersten Sitzung wird zunächst eine genaue Modellanalyse des Gebisses durchgeführt. Die betreffenden Zähne werden geröntgt, um tieferliegende – den Behandlungserfolg möglicherweise gefährdende – Zahnerkrankungen auszuschließen. Nach einer professionellen Reinigung werden die zu verhüllenden Zähne kleinflächig (ca. 0,5 Millimeter) beschliffen und per Abdruck festgehalten. Auf der Basis dieses Abdrucks kann der Zahntechniker dann passgerechte Veneers anfertigen. In der ersten Sitzung verständigt sich der Patient mit dem Zahnarzt außerdem über die Farbe der anzufertigenden Zahnverblendungen. Schließlich wird der betreffende Zahn provisorisch mit einem Kunststoffveneer versorgt.

Die zweite Sitzung

Nach ca. 14 Tagen werden die zwischenzeitlich im zahntechnischen Labor angefertigten Veneers fixiert. Nach Überprüfung der Passform und der Farbe verklebt der Zahnarzt die Verblendschalen mit der Vorderseite des betreffenden Zahnes. Hierzu verwendet er einen Spezialkleber. Die Behandlung zur Anbringung eines Veneers dauert inklusive aller vorbereitenden Maßnahmen ca. eine halbe Stunde.

Sorgfältige Pflege schützt die Zahnverblendungen

Zahnpflege ist wichtigUm die Haltbarkeit der Veneers langfristig sicherzustellen und die ästhetische Wirkung des Zahnbildes zu erhalten, ist eine konsequente Zahnpflege notwendig. Diese umfasst

  • die Verwendung von weichen Zahnbürsten sowie Zahnpasten mit neutralem PH-Wert, da säurehaltige Pasten den Kleber angreifen können
  • den Verzicht auf säurehaltige Nahrungsmittel (Rotwein, Zitrusfrüchte) und Mundspülungen
  • den Verzicht auf das Herumkauen auf Nägeln oder Stiften
  • regelmäßige Kontrollbesuche beim Zahnarzt im Abstand von ca. sechs Monaten zur Überprüfung des spaltenfreien Sitzes der Zahnverblendungen. Spaltenbildungen liefern Raum für Bakterien, welche Karies und Entzündungen hervorrufen können.

Risiken bestehen nur wenige

Die Behandlung ist im Prinzip risikolos,  wenn im Rahmen einer sorgfältigen Beratung und Untersuchung durch den Zahnarzt alle möglichen Gegenindikationen ausgeschlossen worden sind.

Ein wichtiges Risiko besteht im nicht richtigen Sitz der Veneers. Im Spalt zwischen dem Veneers und dem Zahn können sich Entzündungen und Karies bilden. Durch die Verdeckung wird dies optisch evtl. zu spät bemerkt. Regelmäßige Zahnarztbesuche beugen dem vor.

Die Frage der Arztwahl

Die Versorgung der Vorderfrontzähne mit Keramikveneers gehört mittlerweile zum Standardangebot der allermeisten Zahnarztpraxen. Die Herstellung der Zahnverblendungen selbst erfolgt in kooperierenden Zahnarztlabors. Passgenauigkeit und ästhetische Wirkung der Verblendungen hängen damit bis zu einem gewissen Grad vom handwerklichen Können des Zahntechnikers ab. Wer darüber nachdenkt, einen oder mehrere seiner Zähne „verhüllen“ zu lassen, sollte sich deshalb vor seiner Entscheidung nicht nur über die Erfahrung und Kompetenz des behandelnden Zahnarztes, sondern auch über die des Zahntechnikers informieren.

Einige Zahnarztpraxen beschäftigen einen Zahntechniker als festen Mitarbeiter. Der Vorteil für den Patienten besteht in diesen Fällen darin, dass die gesamte Behandlung in einer Sitzung durchgeführt wird: Unmittelbar nach der Abnahme des Abdrucks werden die Veneers vor Ort hergestellt und eingesetzt.

Kosten von Veneers

Die Anfertigung von Veneers setzt ein hohes Maß an handwerklicher Geschicklichkeit voraus; die Behandlung ist mit ca. 400 Euro pro Veneer vergleichsweise teuer. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Forderungen der einzelnen Praxen. Zuweilen werden bis zu 1.500 Euro pro Veneer verlangt. Je mehr Zähne Sie sich machen lassen, umso geringer werden aber die Kosten pro Stück.

In den allermeisten Fällen handelt es sich bei der Anbringung von Veneers um eine rein ästhetisch-kosmetische Maßnahme, so dass die Kosten nicht von den Kassen übernommen werden. Eine Ausnahme stellen jene Fälle dar, in denen mit der Behandlung auch restaurativ-funktionelle Ziele verfolgt werden – so zum Beispiel, wenn abgebrochene Zähne nach einem Unfall wiederhergestellt werden müssen oder mit der Anbringung von Veneers eine fehlerhafte Kau- und Beißhaltung korrigiert werden soll. In solchen Fällen sind die Krankenkassen häufig bereit, zumindest einen Teil der Kosten zu übernehmen. Die genauen Leistungen sind im Einzelfall zu erfragen.

Häufige Fragen (FAQ)

Was spricht gegen das Anbringen von Veneers?

Vor dem Anbringen muss der Zustand der Zähne genau untersucht werden. Es gibt eine Reihe von Indikationen, bei denen Veneers nicht eingesetzt werden sollten. Dies sind eine größere Kariesaktivität, sehr geringer Zahnschmelz und stark verstümmelte Zähne. Abzuraten von Veneers ist ebenfalls, wenn Sie Medikamente einnehmen, die lange im Mund bleiben müssen. Für „Zähneknirscher“ ist der Einsatz von Veneers ebenfalls nicht zu empfehlen.

Können die Zahnverblendungen wieder entfernt werden?

Ja, dies ist möglich. Dabei werden die Veneers aber zerstört, sind also nicht wieder nutzbar.

Können sich Veneers verfärben?

Die Frage ist berechtigt, denn genau darum geht es ja: Dauerhaft weiße Zähne. Keramik als Material verfärbt sich nicht. Die Veneers können sich also nicht verfärben.

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