Zwischensparrendämmung

Zur Innendämmung kann im Dachbereich Klemmfilz bzw. Dämmwolle verwendet werden, der zwischen den Sparren eines Spitzdaches – eben als Zwischensparrendämmung – angebracht wird. Wir informieren zu den Möglichkeiten und zeigen Ihnen die besten Produkte.

Produkt
Top Preis / Leistung
URSA GEO Spannfilz SF
Isover Klemmfilz Integra ZKF-1-035
Rockwool Klemmrock WLS 035
Knauf insulation Unifit Dämmrolle TI 135 U WLS 035
gut
gut
gut
gut
Eigenschaften
MaterialMineralwolleGlaswolleSteinwolleGlaswolle
Brandverhaltennicht brennbar A1nicht brennbar A1nicht brennbar A1nicht brennbar A1
Glimmverhaltenglimmt nichtglimmt nichtglimmt nichtglimmt nicht
Breite (in mm)1200120010001200
Länge (in mm)2500 bis 70002500 bis 56002000 bis 40002400 bis 6300
Dicke (in mm)120 bis 280100 bis 260120 bis 240100 bis 300
Dickentoleranz DIN EN 13162T 2T 2T 2T 2
Dämmwerte
WLGo35o35o35o35
Dampfsperrwert (µ)1111
R = Wert (bei 140 mm Dicke)4444
Gesamt
Vorteil
  • preiswert
  • Glaswolle
  • Steinwolle
  • Glaswolle
Nachteil
        • etwas teurer
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        Dämmung steigert den Komfort und hilft beim Klimaschutz. Aktuell gibt es Dämmstoffe für jeden Bauzweck und jedes Bauteil eines Wohnhauses, natürlich auch als Innendämmung für das Dach. Die Zwischensparrendämmung mit Dämmwolle (auch Klemmfilz genannt), im Spitzdach eines Hauses, ist dabei eine wirksame und typische Variante der Dämmung.

        Ein Haus auf dem Land sollte gut gedämmt sein

        Zum Thema Dämmung gibt es zahlreiche Vorschriften, die zur Zeit recht unübersichtlich sind. Meist betrifft dies Neubauten, weniger Bestandsbauten. Eine vernünftige Dämmung ist aber auf jeden Fall sinnvoll. Wenn ein Dach noch nicht ausreichend gedämmt ist, sollte eine Zwischensparrendämmung angedacht werden.

        Wert
        Beschreibung
        U
        U ist der Wärmedurchgangskoeffizient (früher k-Wert genannt), gemessen in Watt. Er bezeichnet den Wärmeverlust einer Dämmfläche von 1 qm bei einem Unterschied von einem Kelvin (außen und innen; egal ob Innendämmung oder Außendämmung). U geht von einem Körper gegebener Dicke aus, die aber variieren kann. Je höher U, umso schlechter die Dämmung

        R
        R ist der Kehrwert von U und wird als Wärmedurchgangswiderstand bezeichnet. Je höher R, umso besser die Dämmung

        WLG & WLS
        WLG bezeichnet die Wärmeleitfähigkeitsgruppe, die basierend auf der Wärmeleitfähigkeit „Lambda“ (λ) ermittelt wird. Sie gilt sowohl für Innendämmungen wie auch Außendämmungen. Sie gibt den Wärmestrom an, der bei einem Temperaturunterschied von 1 Kelvin (K) durch eine 1 qm große und 1 m dicke Schicht des Dämmstoffs geht. Die Einheit ist W/(mK). WLS bezeichnet die Wärmeleitfähigkeitsstufe. Die WLS ist einfach feingliedriger als die WLG, sonst gibt es keine Unterschiede. Je kleiner WLG, umso besser sind die Dämmeigenschaften

        µ
        µ bezeichnet den Dampfsperrwert oder auch Wasserdampfdiffusionswiderstand. Der Wert hat keine Dimension, sondern wird als Vielfaches des Dampfsperrwertes von Luft gesehen. Werte kleiner als 1 sind nicht möglich. Ein Wert gleich 1 bezeichnet ein Material, was den gleichen Dampfsperrwert hat wie Luft.

        Auswahl der Dämmwolle

        Bei der Erfüllung funktionaler Eigenschaften weisen die Produkte zur Zwischensparrendämmung kaum Unterschiede auf, denn WLG-Werte sind normiert. Es geht also eher um die Dicke und die Breite der Dämmwolle sowie den erforderlichen oder gewünschten WLG-Wert.

        Breite und Länge der Dämmwolle bestimmen, ob viel zu schneiden ist oder nicht. Natürlich gilt hier: Je weniger, umso besser. Optimal ist es, wenn die Dämmmaterialien die passende Breite für die Zwischensparrendämmung haben, also etwas breiter sind als die Sparrenbreite im Dach.

        Bzgl. der Marken bzw. Hersteller gibt es keine grundsätzlichen Unterschiede. Alle Hersteller bieten auch Dämmwolle für die Zwischensparrendämmung an. Es ist vor allem das Material, welches zur Entscheidungsfindung beitragen kann.

        Dämmstoffe aus Mineralwolle sind grundsätzlich alle aus künstlichen Materialien hergestellt. Gängig sind Glaswolle, Steinwolle oder Schlacke. Das Hauptmaterial besteht dann tatsächlich aus dem genannten Material, ergänzt um Zusätze.

        Glaswolle besteht im Wesentlichen aus Altglas, Steinwolle zum Großteil aus Steinen, recycelter Steinwolle und auch teilweise aus Altglas.

        Vorteile der Glaswolle
        • Leichter und besser handhabbar
        • Flexibler, daher besser für Zwischensparrendämmung
        Vorteile der Steinwolle
        • Fester, besser für Belastungen
        • Besserer Schallschutz

        Mineralische Dämmstoffe standen vor einigen Jahren im Ruf, krebserregend zu sein. Tatsächlich war dies bis Mitte der Neunziger teilweise auch der Fall. Diverse Verordnungen stellen heute aber sicher, dass die schnelle Abbaubarkeit der in der Mineralwolle verwendeten Fasern sicher gestellt ist. Die fehlende oder sehr langsame Abbaubarkeit war eine Hauptursache für die negativen Wirkungen der Mineralwolle.

        Als ökologische Alternativen zur Dämmung kommen Materialien aus Hanf, Jute oder Holzfaser in Frage. Diese werden meist in Platten angeboten. Aktuell fehlt vielen Varianten noch die Flexibilität, um sie als Zwischensparrendämmung reinzudrücken und im Dach zu verwenden. Sie sind besser für andere Dämmungen, wie in Trockenbauwänden, geeignet.

        Zwischensparrendämmung und Alternativen

        Für Dämmungen gibt es einige gesetzlichen Vorgaben, die zu beachten sind: Bei Bestandsgebäuden handelt es sich u.a. um folgende Anforderungen an die Dämmung einzelner Bauteile:

        • Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2
        • Mindestwärmeschutz für Bauteile nach EnEV
        • Luftdichtheit gegen Wärmeverluste nach EnEV
        • Tauwasserausfall nach DIN 4108-3
        • Besondere Anforderungen für eine KfW-Förderung

        Ein großer Teil der Wärmeverluste entsteht durch einen nicht oder schlecht gedämmten Dachbereich. Deshalb gibt es die Nachrüstungsverpflichtungen bei bestehenden Wohngebäuden. Eigentümer müssen dafür sorgen, dass bei einem bisher ungedämmten Dach die oberste Geschossdecke gedämmt wird. Dabei sind mindestens U = 0,24 W zu erreichen.

        Diese Forderung gilt aber nicht für selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser, die schon vor 2002 im eigenen Besitz waren. Dennoch sollten Sie natürlich auch hier über eine sinnvolle Dämmung nachdenken. Bisher leerstehende Dachböden sind oftmals nicht gedämmt. Oftmals ist die Zwischensparrendämmung mit Klemmfilz die beste Variante dafür.

        Für eine sinnvolle Dämmung im Dachbereich gibt es einige grundsätzliche Möglichkeiten:

        Dachbodendämmung als Alternative

        Am einfachsten ist eine Wärmedämmung auf der Dachbodendecke, falls das Dachgeschoss nicht ausgebaut ist oder nicht ausgebaut werden soll. Bei der Anforderung von U = 0,24 W brauchen Sie dann folgende Materialdicken der Dämmwolle:

        • Dämmung WL35: 140 mm Dicke
        • Dämmung WL32: 120 mm Dicke

        Bei dieser Variante der Dämmung ist zu überlegen, ob der Dachboden häufig begangen wird. Davon hängt ab, ob ein begehbarer (belastbarer) oder ein nicht begehbarer Dämmstoff gewählt wird.

        Falls ein Weg zum Fenster und Schornstein erforderlich ist, könnte auch nur dieser Gang mit begehbaren und der andere Bereich mit dem weichen Dämmstoff ausgelegt werden. Das spiegelt sich dann bei den Kosten wider und Sie sparen Geld.

        Wichtig ist, dass die Dämmung bis dicht zur Dacheindeckung (also an die Außenbereiche) verlegt wird, um Wärmebrücken (Wärmeverluste zu vermeiden. Das betrifft den Giebelwandbereich wie auch den dichten Anschluss beim Schornstein. Jede Fehlstelle (Undichtigkeit) führt nicht nur zu Wärmeverlusten, sondern kann auch im darunter liegenden Raum zu feuchten Stellen an der Decke führen.

        Bei ausreichender Lüftung ist es in den Räumen unten im Sommer gut auszuhalten; im Winter brauchen Sie nicht allzuviel zu heizen.

        Klassische Zwischensparrendämmung: Dämmung der Dachschräge zwischen den Sparren

        Ist zu erwarten, dass das Dachgeschoss mal ausgebaut werden soll, dann bietet sich bei einem Spitzdach mit Holzsparren zuerst eine Zwischensparrendämmung an. Sie benötigt keinen zusätzlichen Platz, der vielleicht für den späteren Ausbau fehlen würde. Die Dämmwolle wird dabei zwischen die Dachsparren geklemmt, weshalb sie auch den Namen Klemmfilz trägt. Der Dämmstoff muss dabei etwas breiter sind als die Sparrenbreite und ausreichend flexibel, damit er biegbar und klemmbar ist. Dabei ist die Sparrenbreite für die Berücksichtigung bei der Bemessung des Wärmedurchgangskoeffizienten (U) und die Sparrenhöhe für die Dicke des Dämmstoffes wichtig.

        Dachboden in der Ausbauphase

        Um den Wärmedurchgangskoeffizienten von mindestens 0,24 W/(m² K) zu erreichen, müsste die Dämmwolle die folgende Dicke haben:

        • Dämmung WLS 040: 200 mm
        • Dämmung WLS 035: 180 mm
        • Dämmung WLS 032: 160 mm

        Da in den Altbauten Sparrenhöhen ab 180 mm und höher fast nicht vorhanden sein dürften, sollte man sich die folgenden Schritte überlegen:

        1. Falls ein Dachausbau bald zu erwarten ist, können Sie zunächst nur den Dämmstoff für die vorhandene Sparrenhöhe im gesamten Dach einzusetzen. Später, beim Ausbau, können Sie noch zusätzlich eine Untersparrendämmung durchzuführen.
        2. Um eine ausreichend Sparrenhöhe zu erhalten, können Sie alternativ die Sparren mit Leisten erhöht werden. Dann kann die Dämmung fachlich richtig eingeklemmt werden. Die erhöhten Sparren verschlechtern den Dämmwert wiederum ein wenig.
        3. Sie können auch sofort eine zusätzliche Untersparrendämmung gleich mit anbringen und damit eine bestmögliche Dämmung des Sparrenbereiches erreicht.

        Untersparrendämmung als Ergänzung

        Bei der Untersparrendämmung haben Sie den Vorteil, dass eine geschlossene Dämmschicht, ohne Unterbrechung durch Sparrenköpfe, erreicht wird. Unter der Dämmung können Leitungen und ähnliches angebracht werden. Nachteilig dabei ist dagegen, dass bei einer Dachschräge etwas nutzbare Fläche verloren geht.

        Ausgebauter Dachboden

        Insgesamt müssen die Anforderungen der jeweiligen Landesbauordnungen überprüft werden, die für den Dachgeschoßausbau besondere Anforderungen hinsichtlich freier Raum- und Kopfhöhe oder auch der Grundfläche enthalten können.

        Anbringung & Zubehör

        Zur Anbringung der Zwischensparrendämmung sollten Sie auf jeden Fall Schutzkleidung tragen, um dem picksenden Material zu entgehen. Handschuhe sind der Mindestschutz.

        Die teils schweren Rollen müssen evtl. mit 2 Personen getragen werden. Es ist also nicht ganz einfach, das Material zu verarbeiten.

        Zubehör
        Beschreibung
        Zum Schneiden von Dämmwolle gibt es spezielles Schneidewerkzeug, sogenannte Dämmstoffmesser.

        Hier gibt es eine umfassende Auswahl

        Die Dämmwolle wird mit speziellen Klebebändern oder Dichtklebern festgemacht. Ohne diese geht also nichts.

        Hier gibt es einen umfassenden Überblick über passende Klebebänder.

        Dampfsperrfolien brauchen Sie, da die Dämmwolle selbst das Wasser nicht blockiert. Die Dampfsperrfolien verhindern, dass Wasser in das Dämmmaterial eindringt.

        Dampfsperrfolien gibt es hier zu kaufen

        Bekannte Hersteller von Dämmwolle

         Es gibt eine gute Handvoll Hersteller im Bereich Dämmwolle, die alle auch passendes Material für die Innendämmung bzw. Zwischensparrendämmung anbieten, u.a.

        • Isover
        • Knauf
        • Rockwool
        • Ursa
        • Climowool
        • Superglass

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