Zylinderschloss mittlere Sicherheit

Ein gutes Zylinderschloss ist ein wichtiges Element des Einbruchschutzes. Für Türschlösser gibt es mehrere Sicherheitsstufen. In diesem Ratgeber geht es um Zylinderschlösser mit mittleren Sicherheitsanforderungen.

Produkt
Bestes Produkt
Iseo Gera mc-5
Top
CES WSM
Top
ABUS Vitess 2000
Winkhaus keyTec N-tra
ABUS Bravus 2000 Doppelzylinder
EVVA FPS
IKON SK6
BKS Helius
gut
1,9
top
gut
2,3
top
gut
2,3
top
befriedigend
2,9
befriedigend
3,0
ausreichend
3,6
ausreichend
3,6
nicht gut
4,8
Sicherheit
Kopierschutz
Karte, technischer SchutzKarte, technischer Schutz und PatentschutzKarte, technischer Schutz und Patentschutzmit SicherungskarteKarte, technischer Schutz und PatentschutzKarte, Patentschutzmit Sicherungskartemit Sicherungskarte
Anbohrschutz
Ziehschutz
Anti-Schlagtechnik
Anti-Picking
Sicherheit insgesamt
Nutzung
Not- und Gefahrenfunktion
Schlüsselanzahl inkl.53333333
Wendeschlüssel
Zylinderlängen auswählbar
auch als Halbzylinder erhältlich
Knaufzylinder (siehe unten)
FarbeNickelNickelNickelNickelNickelNickelNickelNickel
Vorteil
  • Im Test der Stiftung Warentest sehr gute Sicherheitswerte
  • gutes Sicherheitslevel
  • gutes Sicherheitslevel
  • gutes Sicherheitslevel
  • Sicherheitslevel ok
    • zeritifizierte Sicherheit VdS B
      Nachteil
        • ohne Ziehschutz
        • ohne Ziehschutz
          • kurze Lieferzeit des EXPRESS-Systems
          • geringeres Sicherheitslevel
          • ohne Ziehschutz
          • geringeres Sicherheitslevel

          Zylinderschlösser schützen Türen oder andere Sicherungselemente vor unberechtigter Öffnung. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Türsicherheit und des Einbruchschutzes. Natürlich sollte ein Zylinderschloss daher möglichst sicher sein. Es gibt aber auch einige Komfortmerkmale bei der Auswahl zu beachten.

          Andere Begriffe für Zylinderschloss sind übrigens: Zylinderschloss, Türzylinder, Profilzylinder oder einfach nur Schloss bzw. Türschloss.

          Wenn Sie ein neues Zylinderschloss kaufen wollen, sollten Sie zunächst Ihre Sicherheitsbedürfnisse beachten bzw. sich darüber im Klaren werden. Dieser Ratgeber konzentriert sich auf Zylinderschlösser mit gehobenen Sicherheitsanforderungen. Wenn Sie andere Sicherheitsanforderungen haben, stehen Ihnen andere Kauf-Ratgeber zur Verfügung:

          Türschloss mit einfachen Sicherheitsanforderungen: Hier geht es vor allem darum, Räume gegen Unbefugte abzusperren. Gegen Einbrecher wirken diese Türschlösser aber kaum.

          Schließzylinder mit hohen Sicherheitsanforderungen: Diese sind besonders sicher, vor allem auch hinsichtlich des Kopierschutzes. Der entsprechende Kauf-Ratgeber ist dann zu bevorzugen, wenn Sie einerseits ein sehr hohes Sicherheitsbedürfnis haben, andererseits aber auch die Gefahr des Kopierens der Schlüssel besteht. Schauen Sie sich hier unseren Kaufberater für besonders sichere Schließzylinder an, Diese Profilzylinder können auch bei Schließanlagen eingesetzt werden, wo es einen hohen Schlüsselumlauf gibt, den Sie nicht gut kontrollieren können.

           

          Kaufkriterien für Zylinderschlösser
          • Überlegen Sie sich zuerst, welche Sicherheitsanforderungen für die zu schließende Tür haben
          • Prüfen Sie in unserer Tabelle, wer welche Schutzanforderungen erfüllt
          • Bestimmen Sie die benötige Zylinderlänge
          • Prüfen Sie vorab, ob nicht ein Knaufzylinder besser für Sie geeignet ist. Der schließt von innen nur durch eine Drehknauf und spart Ihnen ggfs. die Not- und Gefahrenfunktion
          • Es geht auch ohne Ziehschutz im Zylinderschloss; dann rüsten Sie besser mit Schutzrosetten oder Türbeschlägen mit Kernziehschutz nach

          Funktionsweise Zylinderschloss

          Für ein funktionsfähiges Türschloss benötigt es neben dem Türblatt und den Scharnieren zum Einhängen in den Türrahmen eine Drückergarnitur und ein Zylinderschloss. Der Zylinder stellt quasi den Zugriffspunkt dar, um die Tür zu öffnen. Er bewegt die sogenannte Nase bzw. den Schließbart, der wiederum den Türriegel bewegt.

          Wie Zylinderschlösser genau funktionieren, haben wir auf dieser Seite zusammengetragen. Wichtig ist das Verständnis, dass die Zylinder über federgelagerte Zylinderstifte funktionieren. Diese bilden nur eine Ebene, wenn der passende Schlüssel eingeführt wird. Nur dann ist der Zylinderkern im Inneren des Zylindergehäuses drehbar.

          Sicherheit des Zylinderschlosses ist entscheidend bei der Auswahl

          Ausgangslage für die Auswahl ist also vor allem das Thema Sicherheit, welches allerdings mehrere Dimensionen hat, da Zylinderschlösser zahlreiche Angriffspunkte eröffnen. Selbstverständlich ist auch der Preis wichtig. Meist, aber nicht immer gilt: Teurere Produkte sind besser.

          Allerdings sei hier direkt erwähnt, dass die Hersteller keinen guten Job leisten, was die Kennzeichnung der Sicherheit ihrer Produkte betrifft. Das ist umso erstaunlicher, weil dies ja eines der zentralen Merkmale ihrer Produkte ist. Daneben gibt es eine Vielfalt von Normen, die leider auch nicht wirklich hilfreich sind. Oftmals kann man das gelieferte Ausmaß der Sicherheit nur nach langwieriger Recherche erkennen. Auch die Stiftung Warentest hat in ihren Untersuchungen zu Türschlössern auf diesen Umstand hingewiesen.

          In der Branche hat sich eine Vielzahl von Klassifizierungen entwickelt, die alle den Sicherheitsgrad der Türschlösser angeben sollen. Diese basieren auf DIN-Normen, Verbandsnormen, hersteller-eigenen Klassifizierungen oder Überlegungen unabhängiger Prüfinstitute. Diese Normen sind selten einfach und kostenfrei zugänglich, was etwas unverständlich ist. Wir stellen hier die wichtigsten Klassifizierungen vor:

          DIN 18252: Hier gibt es die Angriffswiderstandsklassen 1 und 2. Die Widerstandsklasse 1 sichert nut einen Basisschutz. Die Klasse 2 steht für erhöhte Schutzwirkungen. Dabei geht es immer um eine Kombination aus Anbohr-, Ziehschutz und der Zahl der Kombinationsmöglichkeiten des Türschlosses.

          DIN EN 1303: Diese Norm beschäftigt sich teilweise mit dem Thema Sicherheit. In einem 8-stelligen Code steht die 7. Ziffer für die Verschlusssicherheit (ab dem Wert 3 ist diese gut). Die 8. Ziffer steht für die Wirksamkeit des Aufbruchschutzes. Um einen Schutz nach der DIN EN 1303 zu gewährleisten, muss Ziehschutz zwingend im Zylinderschloss gegeben sein. Da dies in der Realität nicht nötig ist, ist die Norm hinsichtlich der Einschätzung der Sicherheit eines Zylinderschlosses nicht hilfreich.

          SKG-Klassen: Mit 2 Sternen wird Zieh- und Bohrschutz gewährleistet, mit 3 Sternen kommt noch Schlagschutz dazu.

          VdS-Klassen: Mit 2 Sternen ist Sicherheit für mittlere Anforderungen gegeben, mit 3 Sternen für hohe Anforderungen.

          Die folgenden Schutzeigenschaften sollten Sie kennen, um die richtige Wahl beim Kauf zu treffen:

          Kopierschutz: Dieser dient dem Erschweren des Kopierens eines Schlüssels. Da man dafür bereits im Besitz eines Schlüssels sein muss, geht es bspw. darum, Mietwohnungen nach dem Auszug zu schützen, Generalschlüssel die von mehreren Parteien genutzt werden oder Gewerbeeinheiten, bei denen mehrere Mitarbeiter die Schlüssel nutzen. Kopierschutz kann auf mehrere Arten erreicht werden: Das Schlüsselprofil, Sicherheitskarten und Patentschutz. Das letzte Aspekt wird nur der Vollständigkeit halber angeführt, da ihn viele Hersteller verwenden. Gegen Einbrecher schützt er aber kaum, wenn er sich nicht auf das Schlüsselprofil auswirkt.

          Bestimmte Schlüsselprofile können nicht mit herkömmlichen Kopiermaschinen kopiert werden. Dazu bedarf es spezieller Maschinen, die nicht überall verfügbar sind. An sich sind nahezu alle Schlüssel mehr oder weniger leicht kopierbar. Besonders schwierig wird das Kopieren vor allem, wenn im Schlüssel bewegliche Teile oder magnetische Teile vorhanden sind. Dies sind sehr effektive Schutzmechanismen gegen das Kopieren der Schlüssel.

          Sicherheitskarten bzw. bestimmte Schlüsselsysteme signalisieren dem Schlüsseldienst, dass er den Schlüssel entweder nur kopieren darf, wenn ihm jemand die Schlüsselkarte vorlegt, oder dass er den Schlüssel gar nicht kopieren darf. Meist kann der Schlüsseldienst den Schlüssen auch gar nicht kopieren, schickt den Schlüssel aber nur zum Spezialisten, wenn es die Sicherheitskarte eingesehen und den Code der Karte notiert hat.

          Picking-Schutz: Dies ist der Schutz gegen das Öffnen des Schlosses mit Drähten, durch die die Schließstifte im Zylinderschloss runtergedrückt werden. Der Picking-Schutz kann über mehrere Arten erreicht werden: Besondere Schließstifte, besondere Schließmechanismen und querliegende Schließstifte.

          Schlagschlüssel-Schutz: Mittels einfach zu kaufender Schlagschlüssel (das sind im Wesentlichen Schlüsselrohlinge), die mit geringem Kraftaufwand in den Zylinder geschlagen werden, wird der Moment des Zurückschnellens der Schlüsselstifte ausgenutzt, in dem der Drehmechanismus kurzzeitig freigegeben wird. Gegen die Schlagschlüsselmethode kann man sich durch besondere Schlüsselformen schützen (wo die Rohlinge nicht einfach beschaffbar sind) und durch besondere Schließmechanismen.

          Anbohrschutz: Bei der Anbohrmethode werden die Schließstifte im Zylinderkern einfach rausgebohrt. Damit wird der Weg zum Schließmechanismus freigebohrt. Anbohrschutz erzielt man durch besonders gehärtete Schließstifte. Standardmäßig ist nur ein Stift gehärtet. Je mehr Stifte aus gehärtetem Metall enthalten sind, umso schwieriger wird das Anbohren. Besondere Schließmechanismen helfen ebenso wie besonders hartes Material im Zylinderkern.

          Ziehschutz: Zylinderschlösser können auch gezogen werden. Dabei wird in die Schlüsselöffnung eine selbstdrehende Schraube eindreht, die sich im Kern verankert. An der Schraube wird ein Werkzeug angesetzt, mit dem der Kern des Zylinderschlosses rausgehebelt wird.

          Beim Ziehschutz gibt es die Möglichkeit, diesem im Zylinder zu realisieren. Dann ist entweder der Zylinderkern aus besonders hartem Material gefertigt oder aber die Verankerung des Zylinderschlosses im Gehäuse wird verstärkt oder gar in das Türblatt hin verlängert.

          Ziehschutz kann man ebenfalls außerhalb des Profilzylinders erreichen. Dann bringt man vor dem Zylinderkern eine Schutzrosette mit Kernziehschutz an. Gleiches kann auch über einen Schutzbeschlag der Tür mit Kernziehschutz erreicht werden. Der Ziehschutz muss also nicht vom Zylinderschloss gewährleistet werden!

          Drehschutz: Wenn Türzylinder aus dem Türblatt herausragen, ermöglichen Sie den Ansatz von Werkzeugen, mit deren Hilfe der Schließzylinder evtl. gedreht und gebrochen werden kann. Ein guter Einbau in der Tür und solides Material sowie und solide Verarbeitung des Profilzylinders verhindern, dass ein leicht hervorstehender Zylinder mittels einer Zange oder einem Knackrohr in der Mitte durchgebrochen wird.

          Nutzungsaspekte des Zylinderschlosses spielen auch eine wichtige Rolle bei der Auswahl

          Um die richtige Wahl beim Kauf eines Zylinderschlosses zu treffen, sind auch folgende Aspekte zu beachten:

          Knaufzylinder als Alternative zum Doppelzylinder
          So sehen Knaufzylinder aus (von ABUS)

          Art des Zylinderschlosses: Hier werden Doppelzylinder (mit Schließfunktion auf beiden Seiten), Halbzylinder (Schließfunktion nur auf einer Seite) und Knaufzylinder (Schließfunktion auf einer Seite mittels eines Knaufs statt Schlüssels) unterschieden. Knaufzylinder können eine echt Alternative zu Doppelzylindern sein, denn gerade von innen will man die Tür nicht jedes Mal mit dem Schlüssel abschließen. Da sind Knaufzylinder wesentlich praktischer. Zudem braucht man auch keine Not- und Gefahrenfunktion, die oftmals ein preistreibendes Element ist.

          Die Not- und Gefahrenfunktion ermöglicht es, die Tür aufzuschließen, wenn auf der anderen Seite noch ein Schlüssel steckt. Sie hilft auch gegen Vergesslichkeit, wenn man also den Schlüssel innen stecken lässt und die Tür einfach zuzieht (meist aus Versehen). Dann kann man, wenn man einen zweiten Schlüssel hat, die Tür einfach wieder aufmachen. Wenn Sie einen Knaufzylinder wählen, brauchen Sie diese Funktion nicht.

          Wendeschlüssel kann man unabhängig von der Drehung in das Schloss einführen. Dies ist eher ein Komfortaspekt. Allerdings haben Wendeschlüssel oftmals auf der Oberfläche die Schließmerkmale integriert und sind aus diesem Grunde auch schlechter zu kopieren.

           

          Vor dem Kauf die benötigte Zylinderlänge ermitteln
          Messen Sie vor dem Kauf exakt, welche Zylinderlänge Sie brauchen. Die Zylinderlänge besteht aus zwei Maßen: Vom der Mitte bzw. der Stulpschraube bis zum Ende der Tür inkl. Möglicher Türbeschläge nach außen und entsprechend nach innen. Meist sind beide Maße gleich. Dies ist aber nicht immer der Fall! Achtung: Nicht in allen Online-Shops können Sie einfach verschiedene Zylinderlängen bestellen!

          Mehr zur Messung von Zylinderlängen finden Sie hier.

          Hersteller und Anbieter von Zylinderschlössern

          Bei Zylinderschlössern gibt es eine größere Auswahl an Herstellern. Die Markenhersteller treiben Innovationen stärker voran und dort bekommt man die sichersten Zylinderschlösser. Viele Hersteller existieren bereits seit 100 Jahren und blicken auf eine lange Tradition zurück. Wir führen hier nur eine Liste der wichtigsten Hersteller von Zylinderschlössern, in alphabetischer Reihenfolge auf:

          • ABUS August Bremicker Söhne KG: Sicher einer der bekanntesten Hersteller von Schließtechnik
          • ASSA ABLOY Sicherheitstechnik GmbH: Zu Assa Abloy gehören die Marken IKON, KESO und tesa. Assa Abloy ist ein schwedisches Unternehmen, welches weltweit in der Sicherheitstechnik tätig ist, aber auch in Deutschland vertreten ist.
          • Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG: 1854 gegründetes deutsches Unternehmen, weltweit tätig mit langer Tradition.
          • BKS GmbH: 1903 gegründet, gehört es heute zur Gretsch¬-Unitas GmbH aus Ditzingen.
          • CES C.ED.Schulte GmbH Zylinderschlossfabrik: 1840 gegründet, deutscher Mittelständler.
          • DOM Sicherheitstechnik GmbH & Co.KG: 1936 gegründet; Fokus sind eher gewerbliche Lösungen.
          • EVVA Sicherheitstechnik GmbH: 1919 in Österreich gegründet, stark in Deutschland präsent.
          • ISEO Deutschland GmbH: 1978 gegründet, heute zur italienischen ISEO Gruppe gehörend.
          • Wilka Schließtechnik GmbH : 1865 gegründet, familiengeführt; deutscher Mittelständler.

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